wähnt. Roger oder Rugieri Ubaldini ließ nämlich die Unglücklichen in den ThurmvonGualandi, seitdem tuiro cli kuino genannt, bringen, und s. Rache kein Ziel se-hend, warf er nach einigen Monaten die Schlüssel zu demselben in den Arno undweihte die Eingesperrten dem Hungertode. Dichter und darstellende Künstler habenseitdem das schreckliche Ende Ugolino'S und der Seinen oft zum Gegenstände ge-wählt, und die Nachwelt hat über der entsetzlichen Strafe die Verbrechen vergessen,deren Ugolinv im Leben sich schuldig machte. Da mehre von Ugolino'S söhnen,Enkeln und übrigen Verwandten sich während dieser schrecklichen Entwickelung theilsnicht in Pisa befanden, theils durch dieFlucht entkamen, so gelang es der Familie G.bald wieder in Glanz und Ansehen sowol in ihrer Vaterstadt als anderwärts zukom-men, und wir finden schon 1320 einen Rieri Donavatico G. an der Spitze derVerwaltung in Pisa wieder. Ein natürlicher Sohn dieses Rieri war ManfredG., der als Feldherr der Pisaner Eagliari mit schwacher Macht gegen Alfons l V".vonAragonien vertheidigte, und am 28.Febr. 1324 bei Luco-Cisterna durch s. Ta-pferkeit ihm den Sieg streitig machte. Auch gelang es den Aragoniern nicht eher,Caglian einzunehmen, als bis Manfred, schwer verwundet bei einem Ausfalle, einenrühmlichen Tod fand. — Ein andrer G., mit Namen Bonifazio , ward1329 zum Capitain von Pisa ernannt, als diese Stadt das Hoch des berühmtenCastruccio Castracani und Kaiser Ludwigs des Baiern abwarf. Seine Rechtschaf-fenheit und Einsicht erwarben ihm die Liebe derMitbürger, und die Stadt verdankteihm den vvrtheilhaften Frieden, den sie bald nach dieser Zeit mit ihren alten Fein-den, den Guelfen, schloß. Ebenso unterdrückte er siegreich eine Verschwörung derAdeligen gegen die Freiheit der Bürger (1335) und zwang die Ehrsüchtigen, dieStadt zu verlassen. 1340 starb dieser wackere Mann an der Pest, und die dankba-ren Pisaner ernannten seinen 11jährigen Sohn, Reiner, zu s. Nachfolger in demAmte eines Tapitains. 1348 starb Reiner gleichfalls an der Pest, und da die Fa-milieG. dadurch viele ihrer Glieder veilor, so zogen sich die Übrigen auf ihreStammbesihungen in den Maremmen zurück und nahmen nur noch selten Antheilan den politischen Begebenheiten von Pisa . — Zn neuerer Zeit zeichnete sich einPhilipp G., aus Pistoja geb.(1130), in derMusik als Tompositeur und Piano-fortespieler aus. Jung kam er zu dem berühmten P. Martini aus Bologna , des-sen bester Schüler er binnen Kurzem wurde. Sein berühmtestes, bis jetzt aber nochnicht durch den Druck allgemein bekannt gewordenes Werk ist das Reguiem, welcheser 1803 aus den Tod des Königs von Etrurien schrieb. Er starb 1808 zu Pisa ,beinahe 80 I. alt.
Ghiberti (Lorenzv), Bildhauer, geb. 1318 zu Florenz . Seine Vorfah-ren hatten sich besonders mit der Goldschmiedekunst, in welcher dieFlorentiner be-rühmt waren, beschäftigt. Er lernte früh von s. Stiefvater Barcoluccio, einemgeschickten Goldschmied, das Zeichnen, Modelliren, und die Kunst, in Metall zugießen. Nachher genoß er wahrscheinlich Zeichnenunterricht von Starnina . Erhatte zu Ende des 14. Zahrh. der Pest wegen Florenz verlassen und malte 1401ein Frescogemälde zuRimini in dem Palaste des Fürsten Pandolfo Malatesta, alsdie Prioren der Handelschast zu Florenz alle Künstler auffoderten, in der Ausfüh-rung eines der bronzenen Thore, die noch heute die Tauftupelle des h. Johannesschmücken, zu wetteifern. Es kam nicht nur darauf an, Andreas von Pisa, der dirvorhandenen 3 Pforten 1339 und 1340 vollendet hatte, sondern auch alle lebendeKünstler, unter denen sehr geschickte Meister waren, zu übertreffen. Die L)pferun;Hsaaks in vergoldeter Bronze war alsProbearbeit aufgegeben worden. Unter derBewerbern erklärten die Richter für die vorzüglichsten Brunelleschi, Donatello undG., aber die beiden ersten traten freiwillig zurück, indem sie G. den Vorzug eir-räumten. Nach 21jähr. Arbeit brachte hierauf G. das eine, und auf den Wunschder Prioren, nach fast ebenso langer Arbeit, noch ein zweites Thor zu Stande, vor