k97
Ghirlandajo Gianni
denen Michel Angelo sagte, daß sie den Eingang des Paradieses zu schmü cken werthseien. Während dieser 40 Jahre vollendete G. noch einen Johannes den Täuferfür die Kirche Dr San-Michele, 2 Basreliefs für die Taufcapelle des Doms vonSiena , eine Staiuc des Matthäus und des heiligen StephanuS, ebenfalls für dieKirche Dr San-Michele, und für die Kirche Santa-Maria dclFiore den bronzenenReliquienkastrn des heil. Zenobiuö, Bischofs von Florenz , von dessen trefflichenBasreliefs sich 3Nachbildungen im Antikencabinet zuDresdcn befinden. Alle dieseWerke sind noch vorhanden und lassen G.'s Fortschritte wahrnehmen. Klebt seinenersten Arbeiten noch eine gewisse Trockenheit aus Giolto'S schule an, so erscheinendie spätern nach dem Vorbilde der Kriechen, von immer markigerm und festermStyl, und der Reliquienkasten des ZenobiuS sowie die zweite Pforte gehöret» nochheute zu den schönsten Kunsterzeugnissen des neuern Italiens . Auch in der GlaS-Malerei hat G. treffliche Arbeiten geliefert, namentlich für die oben angeführten Kir-chen DrSan-Michele und Santa-Maria del Fiore . Überdies ist von ihm ein Werküber die Bildhauerkunst vorhanden, von dem uns Cicognara ein Bruchstück mitge-theilt hat. Er starb um 1455. Der Kalmuk Feodor Iwanowitsch hat G.'ü Thü-ren, in 12 schönen Umrissen geätzt, 1198 herausgegeben.
Ghirlandajo (Domenico), einer der ältern siorentinischen Maler vongroßer Erfindung, und daher auch von Spätern sehr benutzt. Er war geb. zu Flo-renz1449 undzeichnete sich auch durch genauere Perspective vor seinen Vorgängernaus, wiewol er sich in dem Gebrauche des Goldes besonders bei der Verzierung derGewänder von seiner Gewohnheit noch nicht losmache» konnte. Mehre seiner grö-ßer» Werke, besonders Geschichten aus dem Leben des heil.FranciscuS, findet nianin der Capelle Sassetti und in der DreieinigkeitSkirche zu Florenz . Hier hat er selbstWunder derKraft, Wahrheit und Unschuld geliefert. InderGiustiniani'fchenSammlung (s. d.) befindet sich das allegorische Bild der Wahrheit. Sehr wich-tig ward G. auch als Lehre? des Michel Angelo. Seine Brüder David und Be-liebtet kamen ihm als Maler nicht gleich. Ein späterer Ridolfo di Ghirlan-dajo war ein Freund des Rafael und Fra Bartolomeo's Schüler.
Gianni (Francesco), Dichter und Improvisatore, geb. im Kirchenstaate1160, lernte das Schneiderhandwerk, wo er auf seiner Arbeiisbank Tasso, Ariosto und andre Dichter las. Bei einem vortrefflichen Gedächtniß und einer lebhaftenEinbildungskraft bildete ihn die Natur zum Zmprovisatore. Als solcher versuchteer sich zuerst in Genua . Hierauf begab er sich voll Begeisterung für die Freiheit,welche Italien von Bonaparte, dem Gründer der cisalpinischen Republik , erwar-tete, 1196 nach Mailand , und wurde Mitglied des gesetzgebenden Raths. Indieser Lage erwarb er, der schon als Dichter bezauberte, sich solchen Beifall, daßman sein Bild in Kupfer stechen ließ. Das Spartanische in seiner Gesichtsbildungentsprach ganz seinem glühenden RepublikaniemuS. Die Russen sperrten ihn inCattaro ein. Nach seiner Befreiung (1800) ging er nach Paris , wo ihn Bona-parte mit einer Pension von 6000 Fr. zum kaiserl. Zmprovisatore ernannte. Inden Gesellschaften, die der SlaatSrath Corvetto jedes Mal bei der Nachricht voneinem Siege des Helden Frankreichs bei sich versammelte, improvisirte G. mit demglänzendsten Beifall über das erste beste Bulletin, das man ihm vorlegte. Mehredieser Gesänge wurden mit der franz. Übersetz, gedruckt. 1811 begleitete er Ma-dame Brignole nach Genua . D ie Huldigungen, durch die er seineBeschützerin feierte,sind ebensowol Beweise seiner Dankbarkeit als seines Talents. Man findet sie,nebst einigen impropisirten Liebi Sgesängen, in G.'s „8aluti üel niatlino o ckoll»-ora" (ins Franz, übers., Paris 1813). Nach Bonaparte'ü Fall behielt G. seinePension. Seit dem Tode der r?rau v. Brignole, die bei der Erzherzogin MarieLouise im Jan. 1815 starb, hat e." nur Sonette frommen Inhalts gedichtet. Derauf jeden dichterischen Ruf so eifi rsüchrige Monti sagt von ihm: die Natur that