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Giannonc
Alles, um aus ihm einen große» Dichter zu bilden; doch setzt er boshaft hinzu, G.habe ihre Absicht nicht erfüllt. Außer vielen (Gemeinplätzen und Erinnerungen fun-det man in den Sammlungen der zarten, erotischen, heroischen und republikani-schen besänge dieses Dichters (Mailand 1807, 5 Bdchn.) Einzelheiten, die derberühmtesten Dichter Italiens würdig sind.
Giannone (Pietro),ein durch seine Schicksale wie durch seine Werke gleichberühmt gewordener Schriftsteller, geb. den 7. Mai 1678 zu Zschitella, in der Pro-vinz Eapitanata (Königreich Neapel ), verdankte seine Bildung größtenkheils demRechtSgelehrten Gactano Argentv in Neapel , in dessen Hause sich damals regel-mäßig fast Alles versammelte, was jene Hauptstadt an ausgezeichneten (Heisternhatte. Hier faßte G. den Plan zu seinem berühmtesten und das Geschick seinesganzen Lebens hestimmenden Werke, seiner „üloiiu <üvllo stcl r«-pu,<> sti dst>,»>l>"(1 Bde. 4., Neapel 1723; 1770 in 12 Bdn., rmd Mailand 1823 fg. in 13Bdn.mit G.'s Leben von Leonardo Panzini), zu deren Ausarbeitung er 20 I. brauchte,und bei welcher ihm besonders Augclo di Costanzo's Werk über Neapel zum Füh-rer diente. Die Schärfe, mit welcher G. in seinem Buche das Streben des römi-schen Hofes beleuchtete und überhaupt das Treiben der Geistlichkeit in den verschie-denen Zeiten und Verhältnissen würdigte, zog ihm die Verfolgungen des röuii-scken Hofes, sowie fast des ganzen Klerus zu, und weder das Ansehen des Vice-köuigs von Neapel , noch die Gewogenheit des vernünftiger denkenden CardinalsAlthano, noch der Beistand der Stadtgcmeinde von Neapel , die G. zu ihrem An-walt in Rechtssachen ernannt hatte, vermochten den Sturm zu beschwöre», der vonRoni aus über ihn kam. Pfaffen hetzten den Pöbel der Hauplst. gegen ihn auf, daßer den Mann beschimpfte, welcher das geistige Unterdrückungssystem des römischenHofes aufdeckte, und die Rache der Geistlichkeit ging so weit, daß die anstößigeSchrift verbrannt, ihr Vers. aber in den Bann gethan wurde. G. verließ daher(1723) Neapel und suchte in Wien einen Zufluchtsort. Hier verschaffte ihm derSchutz des Prinzen Eugen und die Verwendung sowol des Kanzlers Zinzendorff alsdes nachher so berühmt gewordenen Grafen Bonneval und des Ritters Garelli, da-maligen Leibarztes des Kaisers, eine jährliche Unterstützung aus der Seererariats-caffe der sicilischen Gesandtschaft; indeß betrachtete ihn Kaiser Karl V!. doch mithöchst mißtrauischen Augen, und als 1754 Don Carlos den Thron von Neapel be-stieg, ward ihm nicht allein sein Iahrgeld entzogen, sondern auch der längere Auf-enthalt in Wien verweigert. G. begab sich nun nach Venedig , um daselbst seine schonin Wien begonnene Lehnst: „II iGe^u», ovsta stcl regn,» st«st oi,-l». stelln lein,,e ste pnpn", an welche er 12 Z. Arbeit wandte, fortzusetzen. Leider machten seinefernern Lchicksale es ihm unmöglich, das Ganze nach dem angelegten Plane zuvollende», und er kam in seiner Darstellung nur bis zu dem 9. Jahrh. Bittere Sa-tyren gegen den römischen Hof, die er noch in Wien , wo der Cardinal Pignakelli ihndes Kirchenbannes entband, geschrieben hatte, wurden auf den Rath seiner Freundevon ihm garnicht dem Druck übergeben. So zuvorkommend G. anfangs in Ve-nedig aufgenommen wurde, wo besonders der Senator Angiolo Pisani sich seinerannahm, so änderte sich doch auch hier sein Verhältniß, besonders dadurch, daßerden ihm gemachten Antrag, in die Dienste der Republik als Anwalt zu treten,ablehnte, und da man den Argwohn zu hegen begann, als stimme seine politischeMeinung keineswegs mit den Ansichten des damals noch sehr hcrrschsüchtigen Vene-digs in Betreff des Seerechtes überein, welches diese Republik über das adriatischeMeer übte, und er auch die Unvorsichtigkeit beging, niit den Gesandten von Frank-reich und Lpanien häufig umzugehen, so war dies hinreichend, den Argwokn derargwöhnischsten aller Regierungen zu wecken. Eines Nachts (ini Sept. 1735)überfielen ihn die Sbirren der Republik , und der arme Schriftsteller ward, gleicheinem ffaarögefahrlichen Feinde, über die Grenze nach dem Ferraresischen gebracht.