Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
699
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Gibbon

K9S

Die von ihm zu Gunsten der Seeherrschaft Venedigs über das adriatische Meer kurzvorher herausgeg. „Ix'tlera inloruo al stomliiio clcl „u,re.lelri.vticu cll i,i lruk-wti .vcgniiü >» Veix/iü lra OIe;>uincIro III., c I'iuijicrullor I'cilcrico Ilur-I,.ii<»>^" konnte den Verdacht des Senats nicht zerstreuen. Verlassen wie er war,da er einen früher erhaltenen Ruf als Pros. des römischen Rechts an die Universitätzu Padua unter dem Dorwande, er verstehe nicht genug Latein, abgelehnt hatte,und besorgt vor neuen Verfolgungen, nahm er den Namen Antonio Rinaldo anund begab sich, nach kurzem Aufenthalte in Modena, Mailand und Turin , nebstseinem Sohne, nach Genf , wo er nicht allein von den ausgezeichnetsten Männernmit Achtung aufgenommen wurde, sondern auch die liberalste Unterstützung fand.Eben wollte er die Nachträge zu seiner Geschichte von Neapel drucken lassen, als er,durch einen Nichrswürdigen verlockt, die Unvorsichtigkeit beging, sich zur Feier desOsteiffestes (1136) in ein zu Savoyen gehöriges Dorf zu begeben, wo er alsbaldarretirt und auf das Schloß Miolan, dann in das Fort von Ceva,»nd endlich in dieCitadelle von Turin gebracht wurde. Hier starb er, ein Opfer prieflerlichen Hasses,nach 12jähr. Gefangenschaft, die zum Theil so hart war, daß man ihm selbst denAnblick seines Sohnes verweigerte, in einem Alter von 12 I., den 1. März 1148.Seine Manuscripte wurden sogleich nach seiner Verhaftung, aufErsuchen des päpstl.Hofes, nach Rom gebracht, und sein Beniühen, bei den später entstandenen Concor-datsstreitigkeiten zwischen den Höfen von Turin und Rom , durch eine Schrift zuGunsten des Königs von Sardinien, sich seine Freiheit zu verschaffen, blieb ebensofruchtlos, als sein auf die falschen Einflüsterungen eines Geistlichen, des Pater Pre»ver, den 4. April 1138 herauSgeg. Widerruf der in seiner „»loria civile" ausge-sprochenen Grundsätze. Nach seinem Tode erschienen noch von ihm „Opere postu-me iu <1ii'c§!> .leila in-, s!,»iu civile etc." (Lausanne 1160), aus denen die schärf-sten Stellen gegen die römische Geistlichkeit schon 1138 im Haag, unter dem Sepa-rattitel: „ Incc.luic; »ccictmstigno«", herausgekommen waren.

Gibbon (Edward), der dritte große Geschichtschreiber der Engländer, 1131zu Putney in Surrey geb., war in s. Kindheit schwach und kränklich. Nachdemer von einem Hauslehrer unterrichtet worden, besuchte er 1149 die Westminstei'-schule, und studirte 1152 zu Oxford. Hier zogen ihn die Schriften des Jesuiten Parson so an, daß er ein ganzes Jahr auf theologische Untersuchungen wandte und1155 zur kalh. Religion übertrat. Tief gekränkt durch dieses Ereigniß, schickteihn s. Vater, ein angesehener Gutsbesitzer, nach Lausanne zu einem aufgeklärtenreformirten Geistlichen, Namens Pevillard, der ihn bewog, 1154 zur protestan-tischen Kirche zurückzukehren. Sein Aufenthalt an diesem Orte bis 1158 war fürihn von dem entschiedensten Nutzen. Seine Gesundheit befestigte sich, und er machtegroße Fortschritte in den Wissenschaften. Besonders beschäftigte ihn das Studiumder franz. und lat. Classiker und der Geschichte. Auch fesselte ihn die Tochter desPfarrers Turchod durch Schönheit und Geistesbildung, und er würde sie geheirathethaben, wenn er die Einwilligung s. Vaters hätte erlangen können. Seine Geliebtewurde später die Gattin des berühmten Necker. Der junge G. fand in dem väter-lichen Hause den liebevollsten Empfang. Wein Vater wünschte, daß er sich derLandwirthschaft oder der Rechtsgelehrsamkeit widmen, oder eine Stelle als Lega-tionssecrerair bei dem bevorstehenden Friedenscongreß annehmen möchte; allein s.Lieblingsneigung blieb das Sludiren. 1159 erschien in franz., und später auch inengl. Sprache s. sur I'cliiüc <Ic lu liltöiuture". Als bald darauf die

Furcht vor einem feindlichen Einfall die Aushebung einer Nationalarmee veranlaßte,übernabm G. eine Hauptmannsstelle bei derselben. Nach Auflösung des Heerslegte er sich mit neuen Erfahrungen mancherlei Art und mit verstärkter Gesundheitwieder auf die Wissenschaften. Er machte eine Reise nach Frankreich , und gingüber Lausanne nach Italien . Hier war es, wo ihn 1164, als er in Nachde. ken