Giordano
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Giorgiorie
ohne große Schwankungen war. Er war der Erste, der die Vorrichtung erfand, dieNadel dermaßen zu befestigen, daß sie in jeder Lage unverrückt nach Norden zeigt,und wie einflußreich diese Entdeckung war, geht schon daraus hervor, daß gleich dar-auf die ganze Nautik einen andern Charakter annehmen, und der bis dahin sich nurselten aus dem Gesichtskreis der Küsten entfernende Schiffer nun dreist und kühn sichauf die weitesten Meere wage» konnte. Daß G. daher im eigentlichen Sinne der Va-ter der neuern Schifffahrt ist, und die Nachwelt ihm den Gewinn zu danken hat,welchen sie seitdem aus der Vervollkommnung derselben zog, ist klar. Später istG.'s Erfindung vielfach verbessert worden. (Vgl. C o m p a ß u. M a g n e t n a d e l.)
Giordano (Luca), Maler, geb. zu Neapel 1632, einVchuler Espagno-let's, ging, um die größten Meister Italiens kennen zu lernen, nach Rom und ver-einigte sich mit Peter von Cortona, dem er als Schüler bei seinen großen Arbeitenhalf. Später hatte Paolo Veronese großen Einfluß auf ihn. Dessenungeachtetahmte er die berühmtesten Maler mit einer solchen Vollkommenheit nach, daß selbstKenner dadurch getäuscht wurden. Man hatte ihm den Namen I.na., si, presto ge-geben, wegen der unglaublichen Schnelligkeit, mit welcher er malte, oder eigentlich,weil sein Vater, der ihn aus Eigennutz zur Eile antrieb, ihm diese Worte oft zugeru-fen haben so!!. Sein Geist war an Erfindung reich, sein Tolorit sanft und harmo-nisch und sein Pinsel frei und fest; mit der Perspective war er gründlich vertraut.In Neapel war er nach s. Rückkehr viel beschäftigt. 1619 berief ihn Karl II. vonSpanien zu sich, um das Escurial zu zieren. G. war von heiterm Temperamentund belustigte den Hof mit seinen Einfällen. Die Königin äußerte einmal gegenihn den Wunsch, seine Frau zu kennen. Der Maler verfertigte auf der Stelle einBild von ihr und zeigte es der Fürstin, welche darüber so entzückt war, daß sie ihrPerlenhalsband abnahm und es ihm zum Geschenk für seine Frau übergab. DerKönig zeigte ihm ein Gemälde von Bassano und äußerte sein Mißvergnügen, dasGegenstück nicht auch zu besitzen. Wenige Tage darauf zeigte G. dem Könige einGemälde, das dieser für ein Werk Bassano'S ansah und so lange dafür hielt, bisJener darthat, daß er es selbst verfertigt habe. Außer diesem Gemälde malte er, umdie Weise dieses Malers nachzuahmen, noch 2 andre, die man in der KarthauseSt.-Martin zu Neapel findet; auch sieht man in derselben Kirche ein Gemälde,worin er dem Chevalier Massimo Vtanzioni nachgeahmt hat. Nach dem TodeKarls II. ging er in sein Vaterland zurück und starb daselbst 1104. Seine vorzüg-lichsten Stücke sind die Frescogemälde im Escurial, in Madrid, Florenz und Rom .Auch befinden sich in der dresdner Galerie einige seiner schönsten Bilder. Die Zahlseiner Werke ist zu groß, als daß ihm zu einem sorgfältigen Studium Zeit gebliebenwäre; nur wenige sind daher tadellos.
Giorgivne di Castelfranco, eigentlich Giorgio Barbarelli , geb.1411 zu Castelfranco im Nenetianischen, einer der berühmtesten Maler der vene -tianischen Schule. Sein Lehrer war Giovanni Bellin , der ihn aus Neid von sichentfernte. In Venedig schmückte er mehre große Gebäude, wie es Gebrauch war,mit ausgezeichneten Wandgemälden, z. D. die Faeade des Waarenlagers der Deut-schen , wovon die meisten leider zu Grunde gegangen sind, und fand darin an Titian einen bedeutenden Nebenbuhler. Seine Porlraüs gehören zu den schönsten der ital.Schule. Auch soll er, um den Streit über den Vorzug der einzelnen bildendenKünste von einander praktisch zu entscheiden, nach Dasari'S Bericht einen Nack-ten gemalt haben, der von der Rückseite gesehen ward und sich mit der Vorderseitemeiner klaren Wasserguelle abspiegelte. Auf dem abgelegten, hell polirten Küraßbildete sich sein linkes Profil ab, während am Spiegel auf der andern Veite dasrechte zurückspiegelte, womit er zeigen wollte, daß die Malerei darum den Vorzugverdiene, weil sie in einer einzigen Ansicht mehr von einem Körper als die Skulpturzeigen könne. Seine Werke sind selten. In Mailand, in den Galerien von Wien