Band 
Vierter Band. F bis G.
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Glas

waren es Gefangene, Sklaven oder vernrtheilte Verbrecher; in der Folge aber foch-ten auch freigeborcne Männer auf dem Kampfplatz, entweder tun Lohn oder ausNeigung. Die Gladiatoren wurden in eignen Schulen unterrichtet. Die Vorsteherdieser Schulen kauften die Gladiatoren und unterhielten sie. Don ihnen miethetesie Derjenige, der dem Volke ein Gladiatorspiel geben wollte. Ein Vorspiel, inwelchem sie mit hölzernen Waffen fochten, eröffnete dasselbe, bis sie auf ein gegebe-nes?" hen ihre ordentlichen Waffen nahmen und paarweise den eigentlichen Kampfbegannen. Blieb der Besiegte nicht auf der Stelle todt, so entschied das Volk übersein Schicksal. Wollte e» seinen Tod, so hob es den Daumen in die Höhe, die ent-gegengesetzte Bewegung zeigte an, daß er gerettet werden sollte. Gewöhnlich littensie den Tod mit bewundernswürdiger Standhaftigkeit; oft bot sich der Überwun-dene freiwillig dem letzten Stoße dar. Wollte er aber an das Volk appellwen, so hober zum Zeichen die Hand in die Höhe. Wenn ein Gladiator todt war, so schlepptenihn dazu bestellte Knechte mit eisernen Haken aus dem Theater durch die Todten-pforte in die Tcdtenkammer. Der Sieger bekam eine Palnze, auch wohl eiuePak-menkrone. Mehrmalige Sieger wurden vom Fechten freigesprochen und bekamenzum Zeichen dieser Freiheit einen Stab oder ein hölzernes Schwert.

Glas, ein Kunsierzeugniß, welches durch das Schmelzen in der Glühhitzevon Kieselerde, Laugensalz und Metalloxyden erhallen wird. Der Name ist alt-deutsch und hängt mit gleißen, dem engl. glizle», plosum, dem Bernstein derAstier, und selbst mit und Glanz zusammen. Nach Plinius sollen phönizischeKaufleute, die mit Salpeter handelten, da sie nach einer Landung nichts hatten,worauf sie ihre Kessel stellten, dazu sich großer Stücken Salpeter bedient haben.Durch die Gewalt desFeuerS schmolz dieser mit dem Sande des Bodens zusammen,und so entstand das erste Glas. Gefärbtes Glas müssen die Ägypter geschickt zubereiten gewußt haben, wie wir noch an den Mumien sehen, deren Zierrathen vondieser Masse sind. Über die Fabricaiion farbiger Glase ist die Hauptstclle beiStrabo , XVI. Schillernde Farbe in Gewändern und Metallschmclz wurde bei denAlten sehr geschätzt. Da die Alte» die Mineralsauren nicht kannten, welche wirjetztZur Bearbeitung metallischer Oxyde anwenden, so ist es schwer, sich sowol von die-sem ägyptischen Glase als auch von dem, welches zu der musivist eo Arbeit ver-wandt wurde, eine deutliche Vorstellung zu machen. Klaproth hat eAvas von demgrünen Glase in der alten Mosaik untersucht, und außer Kiesel vorzüglich Kupfer-und Bleioxyde nebst Alaun und Kalk, auch oxydirteS Eisen darin gefunden. DieRömer hatten eigne Glashütten ; sie machten Geschirre und mancherlei Gerüche ausGlas, und in Herculanum findet man selbst Tafeln von Glas, von denen man, je-doch irrig, geglaubt hat, daß sie zu Fensterscheiben gedient hätten, (Über die Glas-fabrication der 'Alten hat der preuß. Gencralcons. Bartholdy in Rom eine Hand-schrift hinterlassen.) — Gegenwärtig ist in England die Glasmacherkunst aufeinen hohen Grad der Vollendung gekommen. Die engl. Glashütten sind gemci-nig'ich große Kegel von 60 — 100 Fuß Höhe und 50 — 80 F. im Durchmesser.Der Ofen ist in der Mitte über einem großen Gewölbe aufgeführt, welches durch eineÖffnung mit ihm in Verbindung sieht. Die Öffnung ist mit einem eisernen Rostebedeckt, auf welchem das Feuer angemacht und durch den Luftzug aus dem Ge-wölbe unterhalten wird. Die Hauptsache kommt in einer Glashütte auf die Schmelz-tiegel an. Man nimmt dazu eine eigne Art von Thon aus Sram bridge, ten nianfein mahlen, durchsieben, dann anfeuchten und zu einem dicken Teige verarbeitenläßt. Auch nimmt man bisweilen alte Ltchmelztiegel, die man zu einem Pulverzermalmen und mit rohem Thon wieder vermischen läßt. Auch eigne Töpfe zuFlaschen und zum Flintglase macht man von 10 Zoll Durchmesser und Tiefe. Siehaben eine Dicke von 2—4 Zoll, und werden zum Flintglase bedeckt. Ehe sie inden Ofen gebracht werden, müssen sie mehre Tage lang in derWcißglühhitze stehen.