Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
721
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Glasfenster Glasgow 121

Zu Flaschen nimmt man die gröbsten Stoffe: Flußsand, unreines Natrum undKali, als Abgang der Seife und Asche. Das berühmte engl. Kronglas sodert zus. Bereitung einen Reverberirofen, worin die Stoffe verkalkt werden, einen andern,worin sie verglast werden, und einen dritten, worin das Glas so erhitzt wird, daß esbiegsam und fähig wird, verschiedene Gestalten anzunehmen. Zum Kronglas(s. d.) nimmt man 2 Theile Kelp- oder Tangasche und einen Theil feinen weißenSand. Das Flintglas machte man sonst aus verkalkten, kleingemahlenen Flinten-steinen, denen man noch Pcrlasche oder ein besonderes Alkali mit etwas Arsenik bei-mischte. Gegenwärtig nimmt man ganz feinen weißen Sand, dessen einzelne Körnermöglichst durchsichtig sein müssen. Wichtig sind die physischen Eigenschaften-desGlases. Eine derselben ist, daß es auch in bedeutender Hitze s. Durchsichtigkeit be-hält und sehr wenig ausgedehnt wird; daher paßt eü besonders zu Uhrpendeln. Auchs. große Biegsamkeit in bedeutenderHihe ist merkwürdig. Es läßt sich dann leicht inalle Formen bringen und zu feinen Fäden spinnen. Geschnitten wird es mit Dia-manten, auch mit e-nem heißen Eisen, koch ist die letztere Manier etwas unsicher.

Glasfenster. Man verstand lange die Bereitung des Glases, ohne darumGlasfenster zu haben. Die Häuser der Morgenländer hatten gewöhnlich aus derVorderseite keine Fenster, auf der Seite des Hofes waren dieselben entweder mit Vor-hängen oder mit einem beweglichen Gurerwerke versehen; im Winter überzog mansie mit geöltem Papier. Die Chinesen bedienten sich zu ihren Fenstern sehr feiner,mit einem glänzenden Lack überzogener Wtoffe, in der Folge aber der geschliffenenAusterschalen. Auch verstehen sie die Hörner der Thiere zu großen u. dünnen Plat-ten zu verarbeiten, womit sie ihre Fenster versehen. Bei den Römern vertrat der >»-pi- -i,,6!?»ü>r>.'> die Stelle des Glases, welcher nach der Beschreibung nichts Andresals das blätterige Marien- oder FrauenglaS war. Indeß ließen vornehme Personenzu Rom die Öffnungen ihrer Badstuben auch mit dünn geschliffenen Agaten oderMarmor versehen. Daraus, daß man in der Villa von Pompeji, welcher Ort zuTitus's Zeiten versank, Bruchstücke von Glastafeln gefunden, hat man auf denschon damals eingeführten Gebrauch des Glases zu Fensterscheiben schließen wollen,sichere Nachrichten aber finden wir erst bei Gregor von Tours , woraus erhellt, daßim 4. Jahrh. n. Chr. dieKirchen Fenster von gefärbtem Glas erhielten, namentlich zuKonstantin des Großen Zeit in der Kirche 8.-?.iole> l'uori I<> »>urr>, In Frankreich bediente man sich anfangs statt des Glases des MarienglajeS. des weißgesottenenHorns, in Öl getränkter Papiere und dünn geschabter Leder. Die ältesten noch vor-handenen Glasfenster daselbst sind aus dem 12. Jahrh, und befind?» sich in derKirche zu St.-Denis ; sie scheinen noch von dem vorigen Gebäude des Tempels auf-bewahrt zusein, welches der AbtSuger, einGünstling Ludwigs des Dicken, vor 1140aufführen ließ. Suger ließ sogar viele Sapphire zu Pulver stoßen und u,."'- dasGlas mischen, um ihnen die Lasurfarbe zu geben. Um 1458 rechnete es Aneas Syl-vius zur größten Pracht, die er in Wien fand, daß die meisten Häuser Glasfenstcrhatten. Felibien sagt, daß man zu s. Zeit, d. i. seit 1600, in Italien runde Glas-scheiben in die Fenster einzusetzen gewohnt gewesen sei. Dagegen hatten in Frank-reich im 16. Jahrh, zwar alle Kirchen, aber noch wenig Wohnhäuser Glasfenster.

Glasgalle, eine auf der flüssigen Glasmasse wie ein Fett oder Schaumschwimmende Materie, üxim^iu oder-ul vili i. von den Franzosen sivl oterruilckovoere genannt, ist meistens alkalisch, daher sie auch an der Luft feucht wird oderwol gar stießt. Sie wird besonders zum Silberlöthen gebraucht, denn sie nimmteinen starken Grad von Feuer an, bringt schwerflüssige Stoffe leicht in Fluß und er-hält sie lange in diesem Zustande. Die Töpfer bedienen sich ihrer auch zur Glasur.

Glasgow , Hauplst. in Südschotrland, am Clydefluß (55° 52'N. B.u.4° 15' W. L.), 13,000 H.». 150,800 E. (i. I. 1801 nur 83.000.) Schon 560soll hier ein DiSlhum errichtet worden sein. Jetzt hat G. zum Theil sehr breite, re-Conversallouö-t/ericon. Bd. N, 46