Band 
Vierter Band. F bis G.
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Glasschleifer» GlaStropfei» 728

Speth unterscheidet die eigentliche Glasmalerei oder Glasschmckzmalerei von 2 an-dern geringern Arte», der eine» aufodcr besser hinter Glas, welche mehr oder wenigerdurchsichtig ist, und der andern, die zwar durchsichtig ist, aber nur colorirter Firnisse,z. B. des Lacks, Grünspans ic., sich bedient, welche gegen Feuchtigkeit u. Hitze nichtaushalten. Die eigentliche Glasmalerei verdankt ihren Ursprung zunächst den Vor-bildern der Musivarbeit im 3. Jahrh. Die weitere Verbreitung der Kenntniß sowolals des Gebrauchs von gefärbtem Glase ist von Frankreich nach England, von da im8. Jahrh, durch die Missionnaire nach Deutschland u. Flandern , und im 9. Jahrh,nach dem Norden gebracht worden. Obgleich die Italienersich des gefärbten GlaseszurMosaik bedienten, so scheinen sie es doch nicht vor d. 8. Jahrh, zu Kircbcnfen-stern verwendet zu haben. In Bestem finden sich davon gegen Ende d. 10. Jahrh,»»bezweifelte Spuren. In Tegernsee bei München gab cS eine Glashütte. DieGe-wohnheit, Kirchenfenster aus gefärbtem Glase zu verfertige», dauerte nur bis zum11. Jahrh., wo man ansing nach bessern Vorbildern der Musivgemälde die Malereiauf Glas z» treiben. Diese Kunst erhielt große Vortheile zu Ente d. 1V Jahrh,durch die wichtige Ersuidung der Schmelzmalerei, oder der zu Glas werdenden Me-tallfarben. Die Blüthe der Glasmalerei war das 15. u. 16. Jahrh. Frankreich ,England und die Niederlande hakten große Künstler in diesem Felde auszuweisen,z. B. die Henriet, Monier v. Blois, Abrah. v. Diepenbecke. In Deutschland erwarbsich Dürer Verdienste um dieselbe. Diese Kunst verfiel im 17. Jahrh., und im 18.Jahrh, horte sie, verdrängt von der Mode, fast auf. Nur in England wurde sie,wenn auch großtenthests von ausländ.Künstlern, fortgetrieben. Unter Jakob I. stif-tete ein Niederländer, Namens Beruh. v. Linge, den man als den Vater der neu-ern Glasmalerei ansehen kann, eine Schule, die sich bis auf den heutigen Tag erhal-ten hat. Unter mehren zeichneten sich im 17. u. 18. Jahrh, als Glasmaler aus:Eginton zu Birmingham , Wolfgang Baumgärtner aus Kufstem in Tirol (gest.1761), und der gleichzeitige Iouffroy, der in einer Capelle in London eine Auferste-hung Christi nialte. Auch sind mehre Anleitungen aus dieser Zeit bekannt, z. B.Viel's „Kunst i» Glas zu malen". In Deutschland ist die Glasmalerei erst im19. Jahrh, wieder erstanden, namentlich durch Mohn (s. d.) in Dresden ,Schemert in Meißen, Will). Viertel in Dresden , dessen Glasgemälde in Lapen-burg Beifall fanden. Mich. Siegm. Frank aus Nürnberg sing zuerst an, dieGlasschmelzmalerei wieder emporzubringen. Er ist gegenwärtig in München bei der konigl. Porzellanmanusactur als Glasmaler angestellt. Das konizl.Münzcabiner besitzt von ihm eine Geburt Christi, und die reiche Capelle daselbstem Abendmahl, das die kleine PassionSgcschichie von Dürer zur Einfassung hat.(S>. Speth s Aufsatz im „Kunstblatt", 1820, Nr. 27.) König Ludwig ließ 2Fenster des alten Doms in Regensburg mir solchen Glasmalereien versehen.In Berlin und Wien gibt es ebenfalls Glasmaler. Auch in der Schweiz sindglückliche Versuche in der Glasmalerei gemacht worden. In dem wiederherge-stellten Marienbnrg in Preußen sind gelungene Glasmalereien der neuesten Zeit,o-n alten vergleichbar, vorzüglich von Gottlob Mohn und von Höcker in Bres-lau. S. Schnstthals: „Die Glasmalerei der Alten" (Lemgo 1826).

Glas schleifen, das, geschieht durch Hülfe gewisser, nach verschiede-nen Modelle» wohlgcrundeten, messingenen oder kupfernen Schüsseln und mit-telst des Sandes, Tripels und fein geriebenen Schmirgels, den man auf dieSchärfe eines an einer Spille befestigten kupfernen Rädchens streicht, indemmaii allerhand Figuren, Wappen, Schriften u. dgl. ins Glas schneidet, undwas durchscheinen oder glänzen soll, mit einem bleiernen Rade polirr. Man ver-muthet, daß das Glasschleifen im 11. oder 13. Jahrh, aufgekommen sei, alsman anfing, Drillen zu machen, zu denen gesckstisiene Gläser nöthig waren.

Glastropfen, die in kaltes Wasser fallen, nehmen die Gestalt eines

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