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Glaube
Glasur
ovalrunden Körpers an, der sich in einem langen dünnen Schwanz endigt.In seinem festen Zustande heißt dieser Glasthräne. Der ovalrunde Theilläßt sich mit dem Hammer schlagen und abschleifen, ohne zu zerbrechen, wo-,gegen beim Abbrechen des dünnen Schweifs der ganze Tropfen augenblicklichin feinen Staub zerspringt.
Glasurist jeder glasartige Überzug irdener Gefäße, um ihnen dadurch einenGlanz zu geben, und zu verhindern, daß sie von den hineingegossenen Flüssigkeitendurchdrungen werden. Man kann dazu alle leichtflüssige Mineralien nehmen, wel-che im Feuer verglasen, als Thon, Bolus, Schlacken, Glas, Glätte, Saflor, Nca-politamschgelb, Zmnasche, Spießglas, Bleiglas, Ochererde, Kupserocher, Eiseinsasran; mit Kupfer-asche wird sie grün, mit Mennige gelb, mit Schmälte undBraunstein violcnblau gefärbt. Alles Dieses wird fein untereinandel gerieben,zu Glas geschmolzen, in Kuchen gegossen und dann zum Glasuren verbraucht.Auch aus einer Mischung von feinem Sande, Bleiasche, Holzasche und Küchen-salz, welches nian Alles in einem Kessel zergehen läßt, kann man eine gmeGlasur bereiten. Die Glasur aus Bleiglätte kann unter gewissen Umständensehr schädlich werde», und ist um so mehr zu vermeiden, da man in neuernZeiten Zusammensetzungen völlig bleifreier Glasuren erfunden hat. UngebrannteWaaren tverdcn mit Thonwasser befeuchtet und dann nur mit deni Glasurpul-ver bestreut, welches man die trockene Glasur nennt; gebrannte Waaren aberwerden mit nasser Glasur überzogen, indem nian ras Gefäß entweder in dieGlasurmasse eintaucht oder die Glasur mir einem Pinsel anspritzt.
Glätte oder Bleiglätte ist das Bleioxydul, welches sich bei der Treib-arbeit, d. h. bei der Scheidung des Silbers von dem Werkbleie, erzeugt. Diereine enthält 92 Proc. Blei, man nennt sie Probirglätte. Diejenige, welche beider Treibarbeit zuerst erfolgt, ist die Frischglätte, welche durch ein Schmelzen mitKohlen in Schachtöfen, oder durch das Frischen, wieder zu Blei reducirt wird.Die nun folgende ist die Kaufglätte, welche zur Töpferglasur, in der Medicinäußerlich zum Abheilen und Kühlen und leider auch zum Verfälschen der Wei-ne angewendet wird. Gegen das Ende der Treibarbeit wird die Glätte silber-haltiger, und diese wird dann als Zuschlag beim Blei- und Silberschmelzpro-ceß angewendet; man nennt sie Scheideglätte. Der Unterschied^zwischen Golk-und Silbcrglätte liegt in der dunkeler» und Hellern Farbe.
Glatteis einsieht, wenn nach heftigem Froste Thauwetter mit einemgelinden Regen eintritt. Die atmosphärische Luft nimmt, wenn das Thauwet-ter eintritt, die durch Winde herbeigeführte Wärme zuerst an, das Steinpfla-ster und der hartgefrorene Erdboden dagegen später. Während also die Luftschon über den Gefrierpunkt erwärmt ist und den Regen in Tropfen herabfal-len läßt, ist der Erdboden noch so kalt, daß das Wasser, welches mit ihm inBerührung kommt, seinen Wärmestoff an ihm verliert und zu Eis wird.
Glaubeist nach Kant ein solches Fürwahrhalten, welches auf subjectiv zu-reichenden, d. h. auf solchen Gründen beruht, die nicht unmittelbar in der Kenntnißdes-Objects gegeben sind. Liegen diese in einem Bedürfnisse der menschlichen Ver-nunft, das den Menschen nöthigt, auch das Übersinnliche, auch Das, was nicht inder Erfahrung erscheint, für wahr zu halten, so ist dieses Vernunftglaube. Über-haupt nennt man die lebendige Überzeugung von einem entweder unerwiesenen oderunbeweisbaren Gegenstände Glaube; dahin gehört auch der Glaube deöHöchsten,weil dieses eben über alle Beweise erhaben ist. Wesentlich ist der Glaube von demMeinen wie von dem Wissen verschieden; denn das Meinen ist ein Fürwahr-halten ohne zureichende Gründe, das Ibissen aber ist ein Fürwahrhalten aus objectivzureichenden Gründen. Ich meine, daß der Komet der Verkündiget- des Unglücksoder des Kriegcs sei, ich weiss, daß es eine Stadt Namens Paris gibt, und ich