Gleichheit Gleichnis; 731
ten, unter Napoleon vergrößert, Nichts einbüßten. Östreichs Macht besetzte 1821inilitairisch Ideapel und Sardinien zur Sicherheit des Bestandes jetziger Srdm.mgm diesen Landen und in den östreichsital. Staaten. Dasselbe that Frankreich 1823in Spanien ; Wellington dagegen überließ Portugal einer tyrannischen Usurpationund begünstigte die Pforte, un, Griechenlands Aufschwung zu begrenzen. Die Zu-kunft muß entscheiden, ob das sittliche Grundwesen des politischen Gleichgewichtsdeutlicher als bisher anerkannt und ausgesprochen, und dasselbe auch durch die Thatüber die Convenienzpolüik dcrMächtigen unter sich erhoben werden wird, >v.
Gleichheit ist das Verhältniß der Einerleiheit zweier Dinge in Ansehungder Große. Da nun die Größe theils eine sinnliche (anschauliche und empfindbare),theils eine bloß denkbare (intelligible) ist, so ist auch die Gleichheit von dieser dop-pelte» Art, Die Gleichheit vernünftiger und freier Wesen, als solcher, ist daherbloß denkbar, indem die Größe solcher Wesen nicht in die Sinne fällt. Wenn ahervernünftige und freie Wesen, alssolche, gleich genannt werden, so ist diesvoinehm-lich von ihrem ursprünglichen Rechte, d. i. dem Rechte auf Leben und Freiheit, z»verstehen. Alan nennt daher diese Gleichheit die ursprünglich-rechtliche, oder auchwol die natürliche, wiefern sie in her Natur vernünftiger und freier Wesen, als ur-sprünglich berechtigter Subjecte, gegründet ist. Plan könnte sie auch die Gleichheitdes ursprünglichen Rechts nennen, mit welcher die Ungleichheitd er erworbenen Rechtesehr wohl zusammen bestehen kann. Denn wenn jedes vernünftige und freie Wesen,dergleichen der Mensch ist, ursprünglich das Recht hat, von seinen Kräften jeden Ge-brauch zu machen, der kein andres vernünftiges und freies Wesen verletzt; so kannes nicht fehlen, daß Derjenige, welcher seine Kräfte mehr anstrengt oder vom Gluckemehr begünstigt wird als ein Andrer, auch mehr Eigenthum erwerbe als dieser. ImSraate soll nun die Gleichheit des ursprünglichen Rechts keineswegs aufgehoben,sondern vielmehr durch das Gesetz geheiligt werden. Das Gesetz soll nämlich nachderFodernng dcrVernunft 1)jeden im Staate geborenen Menschen als einen Freienane, kennen; 2) jedem freigeborenen Menschen gleichen Anspruch auf die Erwerbungaller der Rechte ertheilen, die nur vernünftigerweise in einem Staar erworben wer-den können, und jeden auf gleiche Weise bei semen wohlerworbenen Rechten schützen.Daher verbindet sich die Idee der Gleichheit nothwendig mir der Idee der Freiheit,sobald jene Idee recht verstanden wird. Die Menschen sind gleich in ihrer ursprüng-lichen Freiheit. Die GleichheitS.männer in der franz. Revolutionszeit mißdeutetenjene stjdee ganz und gar, indem sie dieselbe auch auf die bürgerlichen Rechtsverhält-nisse ausdehnten, und selbst die Ungleichheit des Eigenthums aufhebe» wollten, wel-ches unmöglich ist. (Dgl. Freibeit.) l).
Gleichniß gehört Zu jener Art der Gedankcnbezeichnung, vermöge dereneine Den stell.uig durch eine andere veranschaulicht, mithin ein Bild in einem Gegen-bilte vorgestellt wird. (S.Tropen.) Jede solche Übertragung s^ eine Derglei-cbuiig voi aus, deren Wesen darin besteht, daß sie ein Bild und ein ^ .»bild , beideals verschieden, aber ähnlich ausstellt. Der Unterschied zwischen Metapher undVergleichung im engern Sinne ist dieser, daß in derMclapher dasHauptbild in demG'-genbilde untergcht, sich darin verliert, in der Vergleichung aber beide neben ein-ander bestehen, und das Gegenbild nur dazu dient, das Hauptbild mehr hervorzu-heben od.r zu versinnlichen. Ein Beispiel wipd dies deutlich machen. Wenn dasschöne Incarnat jungfräulicher Wangen unter dem Gegenbilde der Roten vorgestelltwird, so setzt die Metapher das Gegenbild ohne Weiteres an die Stelle des Haupt-bildes, die Rose an die Stelle des IncarnatS; damit aber doch das Gegenbild alssolches charakterisirt werde, so behält sie von dem Haupibilde noch Etwas zurück, dieWangen nämlicb: die Rosen ihrer Wangen blühen. Nicht gleich kurz und raschverfährt die Vergleichung, welche sich so ausdrück»» würde: ein schönes Incarnatüberzieht die Wangen der Jungfrau, wie ein sanftes Noch die blühende Rose, oder;