Gleim
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Sulzer, Spalding, Ramker, Graun u. a. Gleichgesinnte, welche der Sache derBodmer'schen gegen die damals auf dem deutschen Parnaß gleichzeitig herrschendeGottsched'ftbe Partei allen möglichen Vorschub leisteten. Die freiere und geist-reichere Ausbildung der deutschen Sprache, Art und Kunst ward hierdurch nicht we-nig befördert. Der zweite schlesische Krieg trennte 1744 die vereinten Freunde undraubte G. seinen wohlwollenden Prinzen, welcher vor Prag siel. 1745 ward G.Secretair des „alten Dessauers", von welchem ihn jedoch dessen rauher Charakterbald entfernte, G. lebte nun einige Jahre zu Berlin unter mancherlei gescheitertenPlanen zu anderweitiger Versorgung, bis er 1747 als Domsecretair nach Halber-stadt berufen wurde, wo er sehr angenehm lebte. Schon 1744 war von ihm der mitgroßem Enthusiasmus in Deutschland aufgenommene Versuch in scherzhaften Lie-dern erschienen. Nicht minderes Aufsehen erregten seine gleichzeitigen dramatischenund satynschen Versuche. Von s. frühern Freunden getrennt, lebte er die erste Zeitin beständigem Briefwechsel mit ihnen; Lange, Lessing, Geßner, Zachariä, Ebert,Lichlwer, Wieland u. A. vergrößerten zunächst den Kreis s. poetischen und wissen-schaftlichen Umgangs, der die Freude seines Lebens war. 1749 erschienen die beidenLiedcrsammlungen, welche er zuHalberstadt drucken ließ, mit den angeblichenDruck-ortenAmsierdam und Zürich. 1750 lernte er Klopstock, Schmidt, Geliert, Rabener ,die Cramer und Schlegel kennen, welche er von Zeit zu Zeit nach Halbcrsiadt zu ver-sehen wußte, desLebens und Dichtens mit ihnen froh zu sein. Mit allen jenenMän-nern verband er sich auf das innigste, denn Freundschaft war s. Lebcnselement. Erhatte das seltene und beglückende Talent, in Jedem das Treffliche aufzufinden, an-zuerkennen, und sich dessen wie des eignen Guts zu erfreuen. Die verschiedenstenCharaktere fanden sich durch s. lebendige, starke Freundschaft vereint und beglückt;jeder wandte sich in allen Lagen des Lebens, guten und bösen, an ihn, der thätigstenHülfe und lebhaftesten Theilnahme gewiß. In der Liebe war G. weniger glücklich.Er har sich nie verheirathet; sein Hauswesen besorgte s. geistreiche Nichte, SophieDorothea G. , welche u. d. N. Gleminde häufig besungen ward. 1750 gab G. daserste Buch s. Fabeln und s. Romanzen in Druck, welche s. Ruhm nicht wenig ver-mehrten, der indeß erst in den 7 Kriegsjahrcn des großenFriedrichs II.seine höchsteHöhe erreichte durch die Kriegslieder, welche er u. d. N. und im Charakter einespreußischen Grenadiers sang. G. wußte sich so sehr unter diesem Namen zu verber-gen, selbst vor seinen vertrautesten Freunden, daß man späterhin öfter behauptet hat,er habe diese Lieder wirklich nicht gesungen, sondern nur bekanntgcmacht. Sie sindin Ton, Schwung, Kraft und lebendiger Anordnung bis jeht unerreichte Mustergeblieben und haben ihrem Verfasser einen hohen Rang unter den vaterländischenDichtern gegeben. Nach den Kriegsliedern versuchte sich G. bald mehr, bald min-der glücklich in Oden nach dem Horaz , in PetrarchischenGedichten, Gedichten nachden Minnesingern und Sinngedichten. G. lebte mehr im Genießen als im Stre-ben, und in beiden arglos und unbefangen; ob ein poetischer Wurf gelang, ob nicht,er hatte ihn angenehm beschäftigt. Jüngere Freunde reihten sich in dieser Zeit denältern an: die Karschin, Georg Jacob«, Benj. Michaelis, Wilh. Heinse, Joh.Müller, Göckingk, Klamer Schmidt , etwas später Tiedge u. A. Die Meistenvon ihren wußte G. in Halberstadt anzusiedelnz sein Eifer für ihr bürgerliche«Wohl wie für ihren likerarischen Ruhm kannte keine Grenzen. Der Verein so vie-ler geistreichen jungen Männer gab ihm den Plan ein, in Halberstadt eine vorberei-tende Akademie zu stifnn, welche er später in s. letzten Willen als eine Schule derHumanitär bezeichnete: ein Plan, der aber ohne zureichende Grundlage wenig aus-führbar schien. G. harre ein seltenes Talent, mir den Menschen aller Stänke aufdas erfreulichste umzugehen; seine Lieder fürs Volks zeugen davon. Er war einMenschenfreund im edelsten Sinne des Worts; als solcher sang er „Halladar oderdas rothe Buch", im Sinne eines weisen Derwisches aus demMvrgenlande. Dem