Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
736
JPEG-Download
 

786

Globus

Glocken

roth, metallisch glänzend, in dünnen Blättchen durchsichtig, weich, sehr allgemeinverbreitet, als Gemengtheil vieler Felsarten, seltener auf Lagern, Nestern undGängen vorkommt. — Der durchsichtige und in großen Tafeln vorkommende Glim-mer dient in Peru und Sibirien zu Fensterscheiben, auch braucht man ihn zurCon-siruction der Compaßhäuschen, zu Laternen, zu Objectivscheiben in Vergrößerung!?-gläsern u. s. w. — Der Glimmerschiefer ist eine aus O.uarz und Glimmer,die im schiefrigen Gefüge verbunden^ind, bestehende Felsart der ältesten Formatio-nen. Das Gefüge ist bald dick- bald dünnschiefrig, theils gerade, theils wellenför-mig gebogen. Glimmer und Quarz erscheinen in wechselnden Lagen. Er enthälteine Menge von Mineralien zufällig beigemengt, geht in Granit, Gneis, Thon-schiefer, Hornblendschiefer u. s. w. über und ist dem Gedeihen der Pflanzenwelt sehrgünstig. Er ist ausgezeichnet deutlich geschichtet, bildet meist große Vergebenen mitsanften wellenförmigen Erhöhungen, denen das Steile und Prallige fehlt, spielt inden HauptgcbirgSketten Europas eine bedeutende Rolle und ist sehr reich an Erzenverschiedener Art, die ihm theils beigemengt sind, theils auf Gängen und Lagern inihm vorkommen. Der dünnschiefrige wird zum Dachdecken, der dickschiefrige alsBaustein, als Gestellstein in Hohöfen u. s. w. angewendet.

Globus, jeder dichte runde Körper; in der Geographie und Astronomie,eine künstliche Kugel, welche an 2 Polen innerhalb eines Cirkels (der den Meri-dian oder Mittagskreis vorstellt) sich bewegt, und auf deren Fläche die vornehmstenÖrter der Erde (Erdglobus) oder die Sterne (Himmelsglobus) verzeichnetsind. Außerdem sind auf beiden die vornehmsten Kreise, welche man sich auf derErde und am Himmel gezogen denkt, angedeutet. Anapimander von Milet , einSchüler von Thales, der um die 50. Olympiade (580 vor Chr.) blühte, soll denErdglobus erfunden haben. Daß Ptolemäus schon eine künstliche Erdkugel mitdem universalen Meridian hatte, sehen wir aus seinem Almagest. Auch verfertigtendie Alten Himmelskugeln. Unter den Neuern haben sich Mehre durch die Verfer-tigung künstlicher Globen ausgezeichnet. Der Denetianer Coronelli (st. 1718)brachte mit Hülfe des Claudius Molinet und- andrer pariser Künstler für Lud-wig X I V. 1683 eine Erdkugel zu Stande, welche 12 pariser Schuh im Durch-messer hat. Derselbe Künstler verfertigte auch eine Himmelskugel von derselbenGroße. Funk in Leipzig gab 1780 Modelle der Himmelskugel in Kegelsorm ((ä>-niglolüa) heraus, die bei einem gehörigen Gebrauch mit denGloben ziemlich einerleiDienste thun und ungleich wohlfeiler sind. In Deutschland eröffnete Ludwig An-drei, zu Nürnberg die erste Officin von Himmels- und Erdkugeln zu mäßigen Prei-sen, welchem Endersch zu Elbingen und die Homann'sche Officin nachfolgten. Un-ter den Neuern machen die von Bode besorgten Himmekskugeln, welche zu Nürnberg seit 1700 verfertigt werden und beim Kunsthändler Franz daselbst zu bestellen sind,an Genauigkeit, Vollständigkeit und Schönheit des Stichs allen übrigen den Vor-zug streitig. Die von, Kriegsrath Sotzmann gezeichneten Erdkugeln zeigen die neue-sten Entdeckungen. Jetzt werden auch brauchbare Globen von verschiedener Größein Leipzig und Weimar gefertigt. Vortreffliche ein- und zweifüßige Globen liefernferner Adam und Cary in London . Es ist aber zu bemerken, daß der Preis bei derGröße von 2 Fuß und darüber sehr hoch steigt, ohne das; darum für die «Lache selbstwesentlich gewonnen würde. Für 20 Thlr. muß man jetzt eine sauber gearbeitete,genaue Erd- oder Himmeskugel haben können. Anweisung zum Gebrauch der-selben gibt Bode in seinen „Erläuterungen der Sternkunde", 1 Dd., S. 155 fg.

Glocken entstanden in Italien nach und nach aus den Cvmbeln, Schellenund Handklingeln des OrientS, wo sie zu religiösen Gebräuchen dienten, indem mandir Göner dadurch zu ehren oder auch sie herbeizurufen meinte. Namentlich weißman, daß das Osii issest durch Glockenspiel verkündigt ward, und daß in Athen sichdie Priester der Cybele bei ihren Opftrn der Glocken bedienten. Plinius sagt,