daß es lange vorseiner Zeit Glocken gegeben. Man nannte sie tinilnn>abul,i > undSueton berichtet uns, daß?lugust eine solche vor dem Tenipel des Jupiter aufhän-gen ließ. In der christ. Kirche hingegen bediente man sich der Glocken, die Gemein»den zu versammeln, welche man früher durch Laufe,' hatte zusammenrufen lassen.Nachher schlug man Brcter zusammen, um das Volk zum Gottesdienste einuila-den, daher man diese Breter die heiligen Breter nannte. Paulinus, Bischof zuNola in Campanien , soll in, 4. Iahrb. zuerst den Gebrauch der Kirchenglockeu ein-geführt haben, und daher sollen sich auch die lat. Namen derGlocke, comp.iiu! undi»ch>, schreiben. Im 8.Jahrh, bediente man sich derGlocke» schon in den Klöstern;sie hingen aus dem Kirchdach in einem Gestelle. Gegen das Ende dieses Iahi h.hatten mehre Stadtgemeinden Glocken auf ihren Kirchen. Um 550 wurde ihr Ge-brauch in Frankreich eingeführt. Papst Sabinian -(st. 605) verordnete Zuerst, daßalle Stunden durch Glockenschläge angezeigt würden, um die luu u« <u,,miiicu,», d. i.die Sing- und Betstunden, besser abwarten zu können. 610 belagerte Clotars HeerSenö, als Lupus , Bischof v. Orleanö, die Glocken von St.-Stephan zu läuten be-fahl, worüber Clotar so erschrack, daß er die Belagerung aufhob. Im Anfange des8. Jahrh, sing man an, die Kirchenglockeu zu taufen und ihnen eine» Namen zugeben. In England gab man das Zeichen zum Gottesdienste mit Glocken. ImMorgenlande wurde ihr Gebrauch im 9. Jahrh, eingeführt, in der Schweiz 1020;wann in Deutschland, ist ungewiß. Im 11. Jahrh, bekam der Toni zu Augsburg :2 Glockenthürme. Es scheint, man habe eine Ehre darein gesetzt, große Glocken zuhaben. In Moskau sah und maß W. Cope 1181 eine Glocke, die er auf 4320Centner schätzte. Eine andre Glocke in Moskau wiegt 356 Elnr., und die 1819 neugegossene Glocke wiegt 1600 Etnr., die Zunge allein 18 Ctnr. Auf den pariserDom kam 1680 eine Glocke, die 25 Schuh im Umfange hatte und 340 Ctnr. wog.In Wien wurde 11 Heine Glocke gegossen, die 354 Ctnr., und deren zehnthalb Fußlanger Klöppel 8 Ctnr. wog. Aber die größte Glocke in den östr. Staaten ist zuOllmütz in Mähren in dem mittlern Domthurme; sie wiegt 358 Ctnr. DieErfurter große Glocke, die I. v. Campen goß und V.I. v. Lasphe mir dem NamenSusinine taufte, wiegt 215 Ctnr., ha» über 24 franz. Fuß im Umfang und einen4 Fuß langen Klöppel, der 11 Ctnr. wiegt.
Glockenspiel, eine Erfindung des MittelalterS. Man findet sie häufigauf Thürmen mit der Schlaguhr in Verbindung. Das erste soll 1481 zu Alost inden Niederlanden verfertigt worden sein. Einige Glockenspiele haben Walzen, o,evon Zeit zu Zeit gewechselt werden, und lassen sich nicht nur Tag und Nacht mstdemselben Stücke hören, sondern bezeichnen auch die halben und Viertelstundendurch kürzere Strophen, ja selbst die halben Viertelstunden durch einen einzelnenSchlag. Andre haben eine Art Tangenten, welche die Glocken berühren und nachArt eines Claviers gespielt werden können, jedoch nicht mit den Fingern, sondernmit der Faust, welche um den Schlag auf die Taste mit der gehörigen Kraft thunzu können, mit einem ledernen Überzüge versehen wird. So schwierig auch die Be-handlung ist, so gibt eS doch Glockenspieler, welche dreistimmige Säße ausführen,ja selbst Läufer, Triller und Arpeggios herausbringen. Burney erzählt, der Glo-ckenspieler Scheppen zu Löwen habe mit einem fertigen Diolinspieler gewettet, daßer ein schweres Viylonsolo auf den Glocken ausführen werde, und die Wette ge-wonnen, Pottheff, Organist und Glockenspieler auf dem Rathhauskhurm i» Am-sterdam , erblindete in s. 1. Lebensjahre, erhielt im 31. die erwähnte Stelle undspielte, obgleich jede Taste ein Gewicht von 2 Pfund erfoderte, sein Glockenspielso leicht wie einen Flügel. Er ließ sich 1112 vor Burney mit einigen Fugendarauf hören.
Glogau, preuß.Hauptfestiing in Schlesien , im Regierungsbezirk von Lieg-nitz, ohnweit dcr Oder, hat 11,200Einwoh., darunter 1230 Juden, ist derWitzdesCciiversations-Lericvn. Bd. IV. 47