Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
738
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Gluck

Glosse

OberlandesgerichtSundhat ein lutherisches und ein kathol. Gymnasium und eineHebammenschule. Auf dem Schlosse residirten die Herzoge von Glogau aus demKönigSgeschlechre der Piasten; sie starben 1476 aus, worauf das Fürstenihuman die Krone Bohmen fiel. Der östreichische Commandant in Glogau führte zu-gleich den mililainschen Oberbefehl in Schlesien. Friedrich II. eroberte G. 1741und ließ es noch stärker befestigen. Nach der Schlacht von Zena wurde G. vonden würtembergischen Truppen unter Vandamme und Seckendorf berennt, undvon den, preußischen Commandanten von Reinhard nach geringem Widerständeübergeben. Erst in Folge des mit dem Grafen Artois nach der Restauration derBourbons an» 1t. April 1814 abgeschlossenen Waffenstillstandes kam es anPreußen zurück. Die Stadt hat Weberei, Tabacks - und Siegellackfabrikenund lebhaften Verkehr. Der Dichter Gryphius (s. d.) ist hier geboren.

Glosse, die Erklärung eines unbekannten oder dunkeln, besonders einesveralteten Worts, daher Glossator, der Erklärer solcher Wörter, und Glos-sarium, eine Sammlung solcher Erklärungen. Über diesen wichtigen Theil derältesten Denkmäler unserer Zeit s. A. H. Hoffmann'ü „Althochdeutsche Glossen"1. Sannnl., Breslau 1826, 4.) und C. G. Graff's „Diutiska" (Stuttgart , B. 1,H. 1). Inder Dichtkunst nennt man eineeigneGattung von Gedichten Glossen,die aus der spanischen und portugiesischen Poesie auch in die unsrige übergegangenist. Das Gedicht fängt mit einem Thema in zwei, drei, vier oder mehr Versen an,welche ineöenso vielStrophen »veiter ausgeführt »verden , und von denen am Schlußjeder folgenden Strophe der Reihe nach einer immer wieder erscheint. A. W. undFr. Schlegel, welche diese zierliche und kunstreiche Gattung bei uns zuerst versuchthaben, nennen sie auch Variationen.

G l o v e r (Richard), Dichter, geb. 1712 zu London und in Surrey erzogen,widmete sich dem Handel. Dessenungeachtet verließ ihn seine frühe Neigung zurDichtkunst nicht. 1787 gab er das Heldengedicht „Leonidas" heraus, welchesEben überseht und beurtheilt hat, dem wir aber nur einen sehr mittelmäßige»poetischen Werth beilegen können. In England fand es einen außerordentlichenBeifall , wozu die Umstände viel beitrugen. Zwei Jahre darauf erschien seinGedicht: „l.»,nb » »r llio jiinjtiexr ol'oonuneioo", das, nebst seiner Ballade:„ b'lunrnl lioG'i'z gbon", Einfluß auf die Handclsbegebenheiten der damaligenZeit hatte, indem darin der Narion das Unrecht fühlbar gemacht wurde, welchesSpanien dem englischen Handel zufügte. 1753 erschien s. Trauerspiel „Boadicea",welches einige Mal mit Beifall aufgeführt wurde, und 1761 gab er s. „Medea"heraus, ein nach Art der griechischen Dramen mit Chören versehenes Trauerspiel,auf das er später noch eine Fortsetzung folgen ließ. Nach dem RegierungsantrittGeorgs III. wurde er zum Parlamentsgliede für die Stadt Weymourh gewähl.;m dieser Eigenschaft zeichnete er sich bei mehr als einer Gelegenheit durch seinekraftvolle und überzeugende Beredlsamkeit aus. 1770 vollendete er seine Umarbei-tung des „Leonidas". Er wurde jetzt häufig in Geschäften der londoner Kaufmann-schaft gebraucht, die ein unbedingtes Zutrauen zu seiner Redlichkeit hegte. Intenletzten Jahren s. Lebens arbeitete er an einen» neuen epischenGedicht: „ Nl>i-,,m,1",das auch als Fortsetzung des „Leonidas" angesehen werden kann, aber nicht die letzteVollendung erhalten hat, und 1788 von seiner Tochter, Mrs. Halsat, herausge-geben worden ist. Er starb 1785. Noch erschienen nach seinem Tode, als Auszugaus f. Tagebuche: „Uomoirs »In cole-brntock liteiarr .laicl politieal olininolor"(London 1814,) worin er mit großer Wahrheitsliebe, aber nicht ohne Strenge undBitterkeit, von den Ereignissen und manchen Personen seiner Zeit spricht, und auswelchen man hat beweisen »vollen, daß er der Verfasser der Iuniusbriefe(s. d.) sei.

Gluck (Christoph, Ritter v.). Dieser Tondichter, dem die lyrische Scene

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