Band 
Vierter Band. F bis G.
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Gluck

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ihren Glanz und ihre dramatische Vervollkommnung verdankt, stammte von einerangesehenen Familie in der Oberpfalz , wo er auf dem Dorfe Weißenwangen an derböhmischen Grenze 1114 geb. wurde. Sein Vater war Wägermeister beim Fürste»Lobkowitz . Er widmete sich von Jugend an der Musik und zeigte bedeutende An-lagen ; allein erst seit s. 40. I. ließ er seine unsterblichen Meisterwerke anS Licht tre-ten. In Prag studirte G. die Anfangsgründe der Musik und sang im Chöre mit,bald spielte er trefflich mehre Instrumente. 1138 bereiste er Italien und studirteunter SawMartini dieComposikion. Seine in Mailand geschriebene erste Oper:„ArtaxerreS", wurde daselbst, sowie eine andre: „DemetruiS", in Venedig ge-geben (1142). Eine dritte: „Der Sturz der Giganten", componirte er für die ital .Oper in London , wohin er sich 1145 begeben hatte. Hier hatte der Umgang des1>. Arne und dessen Frau, einer treffliche» Opcrnsangerin, großen Einfluß auf dieEinfachheit seiner Produktionen. Die bisher berührte Periode war in Hinsicht derMenge s. Productionen die fruchtbarste. An 45 Opern wurden von ihm in demZeitraume von 18 I. geschrieben, in allen aber zeigte sich noch nicht die Größe undTiefe, die der Dichter der Töne in s. spätern Werken entwickeln sollte. G. war bis-her dem damals herrschenden Stvl und Geschmack der italienischen Oper gefolgtund fühlte wohl, was eigentlich fehlte, und wie wenig das Ganze seiner Musik aufeigentl. dramat. Werth Anspruch machen konnte. Ein Haupthindernis; zur Errei-chung eines wahrhaft dramatischen Ganzen für den Compoiusten war aber immerdie hergebrachte Seichtigkeit und innere Zusammenhangslosigkeit der lyrischen Dich-tungen, welche er zur Unterlage s. Tonzemalde erhielt. Erst als ihn das Geschickmit einem Manne bekanntmachte, der den Muth und die Kraft hatte, trotz derMode einen andern Weg hierin einzuschlagen, vermochte er auch seinerseits, das-selbe zu thun. Dieser Mann war der Florentiner Ranieri di Calzabigi, den G. inWien kennen lernte, und der dem Componisten eine Reihe Texte lieferte, die durchihren engverbundenen Inhalt und durch die richtige Motivirung der einzelnen Si-tuationen unter einander gar sehr gegen jene leicht zusammengewürfelten Arien,Duette, Dialoge u. s. w. abstachen, bei denen an einen dramatischen Zusammen-hang nicht gedacht, sondern im Gegentheil Alles dem momentanen Effect oder derEitelkeit eines Sängers oder einer Sängerin geopfert wird, die nur, mit Hintan-setzung des Ganzen, in einer einzelnen Situation oder Arie gern glänzen wollen.Die Opern „Alceste", „Orpheus " und „Helena und Paris", welche Gluck von1162 — 69 in Wien schrieb, und die auch daselbst gedruckt wurden, machten inihrer großartigen Neuheit ungeheures Aufsehen unk gründeten mit den spaterfol-genden (ker„Armida" und den beiden Iphigenien) den unsterblichen Ruhm ihresComponisten. Selbst in dem durch lose Speise verwöhnten Italien fand dieernste, erhabene Muse des deutschen Künstlers Anerkennung, und die Theatervon Rom, Parma, Neapel, Mailand und Venedig beeilten sich, G.'S „Helena"und „Orpheus" aufzuführen. An „Alceste " wagte man sich jedoch, wie G. selbstsagt, wegen Schwierigkeit der Aufführung damals in Italien noch nicht. DerKeifall, den diese Opern fanden, war so groß, daß die Bühne in Bologna allein ineinem Winter mit seinem „Orpheus " an 900,000 Lire einnahm. Noch höher stiegder Triumph des Componisten durch seine bereits erwähnten spätern Werke. DerBailli von Rollet, welcher in Wien mit G. bekannt geworden war, unternahm es,Racine'S „Iphigenia " in eine Oper umzuwandeln, und bot seinemFl'eunde denTertzur Composikion an, woraus G. um so lieber einging, da ihn die Idee ergriffen hatte,die franz. Sprache eigne sich besser zum Ausdruck tiefer, kräftiger und männlicherGefühle selbst in der Musik als die italienische: eine Ansicht, welcher Rousseau inBetreff des GelangeS geradezu widersprach, und die auch durch die Zeit, trotz derErfolge, welche G>s Muse auf den franz. Bühnen machte, nicht bestätigt wordenist. Mit eine!' bisher noch nie aufgewendeten Sorgfalt machte sich G. nun aus