Band 
Vierter Band. F bis G.
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746
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durch Christum erworbenen Seligkeit aus, lind es komme daher nur auf den Glau-ben lind sittlichen Werth der Menschen an, ob sie unter die Erwählten oder unter dieVerworfenen gehören sollten. In der neuesten Zeit hat Schleiermacher's Abhand-lung über die Erwählung (in s. „Theol . Zeitschrift", 1. Bd., 1. Hst.) großes In-teresse und mannigfaltige Untersuchungen über diesen Gegenstand erregt. L.

G n a de n r i t ter, s. Ahnen .

Gneis, eine aus Feldspath , Quarz und Glimmer, die im schieferigen Ge-füge verbunden sind, bestehende Felsart der ältesten Gebirgsformationen. DasGefüge wechselt vom Fein - bis zum Grobschieferigen, und die Gemengtheile findensich meist so geordnet, daß Glimmerlagen wechselnd erscheinen mit Lagen, die ausFeldspath und Quarz bestehen. Er führt viel beigemengte Mineralien, geht inGranit, Glimmer- und Thonschiefer, Weißstein, Syenit w. über, ist deutlich ge-schichtet, sehr erzführend (Erzgebirge Sachsens >, sehr weit verbreitet, und bildetsanft erhebende Gebirge ohne Steilheit und ohne groteske Felspartien. Der Gneiswird als ein trefflicher Baustein häufig benutzt.

Gneisenau (Neidhard, Graf v.), seit d. 18. Juni 1825 k. preuß. General-feldniarschall und Generaldirector der Militairstudien, geb. 1160 in Schilda (dasStädtchen Sch ildau zwischen Torgau und Leipzig , oder dasDorf Schild« im luckauerKreise der Niederlaufitz?) bei der Durchreise s. Mutter, einer Ofsiciersfrau, ward nachdem frühen Tode f. Ältern bei s. Großmutter in Würzburg erzogen. Wißbegierigerlernte G. das fürs. Bestimmung Nöthige, vernachlässigte aber die andern Wissen-schaften, besonders Physik und Ökonomie, keineswegs. 1182 ging er als Lieutenantmit 400 M. Ergänzungstruppen von Anspach nach Amerika. Kaum in Halifax an-gelangt, wurden fie, nach geschlossenem Frieden, wieder eingeschifft und kamen 1183nach Anspach zurück. Einige Jahre darauf nahm G. seinen Abschied und trat, alsLieutenant bei der schles.Füselierbrigade, in preuß. Dienste. Die Muße des Garni-sondienstes wandte er zum Studiren der Militairwissenschaften an, wobei ihm dieBibliothek und die Kenntnisse eines schles. Edelmannes trefflich zu statten kamen.Er galt bald für den gelehrtesten Officier beim Regiment, ein Ruhm, den er jedochselbst durch die scherzhafte Äußerung einigermaßen geschmälert hat, daß er derEinzige gewesen wäre, der den Pythagoräischen Lehrsatz habe beweisen können. ImFeldzug 1806 wurden s. Talente bemerkt; s. Monarch suchte ihn als Oberstlieute-nant im April 1801, von Königsberg aus, dem bedrängten Kolberg zu Hülfe. Erübernahm dort an der Stelle des alten, unfähigen Generals Loucadou den Posten alsCommandant, beugte den Folgen der fehlerhaften Maßregeln s. Vorgängers durchein kräftiges und kluges Benehmen vor, schlug durch zweckmäßige Anstalten alle An-griffe des Feindes zurück, und hielt, trotz eines fürchterlichen BombardemeniS, diekleine Festung, welche viele schwache Punkte hat, bis zum tilsiker Frieden. Er warwährend der Belagerung Oberst geworden, nach derselben erhielt er scheinbar s. Ab-schied und schien mißvergnügt nach England zu gehen, während er in der That alsgeheimer Gesandter s. Hofes dort war. 1810 kam er zurück und arbeitete eine Zeitlang im Ministerium. 1813 ward er Generalmajor und Generalguarkiermeister undleitete in dieser Eigenschaft den Rückzug von Lühen bis Breslau so meisterhaft, daßder verfolgende Feind in verschiedenen Gefechten 40 Kanonen verlor, ohne denVer -bündeten eine einzige abgenommen zu haben. Wahrend des Waffenstillstandes be-schäftigte ihn die Ausbildung der Landwehr, und er wurde an der Stelle des verstarb.Scharnhorst Chef des Generalsiabes. Nach dem Waffenstillstände war er beständigbei dem Fcldmarschall Blücher ; die Vernichtung des Macdonald'sefien Corps an derKatzbach, der Übergangbei Wartenburg über die Elbe und der glücklicheErfolg derSchlacht bei Möckern (Leipzig am 16.Oct. waren größteniheils Werke s. Rath-schläge. Er ward Generallieutenant. 1814 nahm er an den Siegen beiBrienne undParis , sowie an der Schlacht bei Monimirail beträchtlichen Antheil; s. Meinung gab