Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
747
JPEG-Download
 

Gnidua

Gnom

747

in dem Kriegsrathe, wo man über das Vordringen nach der Hauptst. berathschlagte,den?lusschlag. Iiach dem pariser Friede» ernannte ihn s. dankbarer König zum ('Ge-neral der Infanterie, erhob ihn in den Grasenstand und gestattete ihm, sich eine Do-maine von 10,000 Thlr. jährl. Eink. auszuwählen (Sommerseburg im Neuhal-dcnslebcnschcn Kreise). 1815 war er es, der das bei Lignv überwundene pr.ufi,Heer nach wenigen Stunden wieder in denStand setzte, eine Schlackt liefern zu kön-nen, und der durch die rasch angeordnete Verfolgung des beiBelle-Alliauce (Water-loo) geschlagenen franz. Heers diesen Sieg zu einem der glänzendsten in der neuernGeschichte machte; er folgte dem Feinde aus dem Fuße bis Paris und nahn, als Mi-nister an dem dortigen Friedensschlüsse Theil. Auch begleitete er Blücher nach Eng-land. Hierauf ward ercommandirenderGen.de« rhein. Armeecorps. Im Frühjahr1810 fühlte er sich theils wegen s. Gesundheit, theils wegen polit. Grünte bewogen,s. Abschied zu fodern. Sei» Monarch gewährte ihm die Erlaubniß, während desFriedens mit ganzem Gehalt nach s. Willen leben zu können, behielt sich aber vor,ihn im Falle eines Kriegs wieder anzustellen. G. begab sich hierauf in die böhm. Bä-der, und sodann aufs. Gitter (GroßerdmannSdorf, zwischen Hirschberg und Schmie-deberg) in Schlesien . Nach Kalckreuth'g Tode (1818) ernannte ihn der König zumGouverneur von Berlin . Aus diese Stelle that G. später Verzicht und lebte aus seinenGütern. Mit genauer Kenntniß Dessen, was dem Heerführer nöthig ist, verbindetG. einen bewundernswürdigen militair. Blick, eine rasche Übersicht und einen durch-dringenden Scharfsinn. Schnell weiß er sich, auch in der bedränatcsten Lage, zu fas-sen, und selbst s. raschesten Entschlüsse tragen das Gepräge der Bestimmtheit, Zweck-mäßigkeit und Ruhe. Nie hat man ihn aufdem ^chlachtfelde verlegen gesehen. Mitdiesen Eigenschaften, die den großen Feldherrn beurkunden, vereinigt er die liebcns-würdiaste Bescheidenheit, und s. Tugenden als Hausvater, s. Talente eines gutenGesellschaftei s zwingen Denen, die ihn als Feldherrn verehren, Achtung für ihn alsMenschen ab. S. s. Biogr. in dem 10. Heft der „Zeitgenossen" und in Behrend'S„Neuhaldenslebenscher Kreischronik" (1826). I'—r.

Gni d us (Knidos), Stadt in der kleinasiatischen Landschaft Karien , einLieblinqSort der Venus, welche davon den Beinamen der knidiscken Göttin erhaltenhat. Sie hatte daselbst drei Tempel. Der eine, den ihr wahrscheinlich die lacedä-monischen Dorier erbaut hakten, hieß der Tempel der Venus Doris; ein zweiterwar ihr unter dem Namen der Venus?lkräa geheiligt; der dritte, der Tempel derkindischen Venus, oder wie die Einw. ihn nannten, der Venus Euplöa (der schiffen-den), verwahrte eins der größten Meisterstücke der Kunst, die marmorne Bildsäuleder Göttin von PraritelcS. Sie ward späterhin nach Konstantinopel geschafft,wo sie in einer Feuersbrunst, 1461, mit unterging.

Gno m. Diesen Namen hat die neuere Mvthologie den Geistern beigelegt,welche ün Schoße der Erde bei den Schätzen der Tiefe wohnen und sie bewachen,Eidgeister, Berggeister, Bergmännchen . Sie können die mannigfaltigsten Gestal-te» annehmen, und bald schön, bald häßlich sein. Doch ist die letzte Gestalt die ih-nen eigenthümliche; nur ihre Weiber, die Gnomiden, sind ursprünglich schön.Rübezahl hat unter ihnen allen durch Musäus's Volksmärchen die größte Berühmt-heit erlangt. Die gemeine Sprache begreift die Erd-, Luft-, Wald - und Wasser-geister unter dem alten gemeinen Namen Kobolde (vgl. d.). Das Vaterlanddieser dichterischen Wesen ist dör Orient und das geheime Reich der kabbalistischenPhantasten. Nach den Erzählungen des Talmud war ein solcher Erdgeist, in derGestalt eines Wurms von der Größe eines Gerstenkorns, dem Salomo bei Er-bauung s. prächtigen Tempels vorzüglich dadurch behülstich, daß er ihm die großenFelsenplatten spaltete und in Tafel» verwandelte, ohne Jemandes Beihülfe. Frei-lich hatte cs dem Salomo viele List und Mühe gekostet, sich seiner zu bemächtige»..In unsere europäischen Gegenden und Köpfe sind diese Spukgestalten mit der Eul-.