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Vierter Band. F bis G.
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Gnome

Gnosis

tur der Prthagoräischckabbalistischen Philosophie, seitRavmundusLullus, von derMitte des 15. bis Anfang d. 16. Jahrh, durch Picus von Mirandola, MarsiliuSFicinus , Paracels-s, Cardanus und Neuchlin eingeführt und empfohlen worden.S. v. Dobeneck: „Des deutschen Mitte'alters Volksglaube" (2 Bde., Berl. 1815).

Gnome (griecb.), eine zuerst bei den ältesten Völkern des Drienis gebräuch-liche Art kurzer, sinnreich, oft bildlich anSgedrückterSprüche, welche irgend eine Be-merkung, eine C'rfabrunq, eine Regel, einen Grundsatz enthalten. Die sogen.Sprüche Salomon'S sind nichts als eine Gnomologie; mehr als die Hälfte vornSirach gehört auch dahin. Viele von Jesu ausgesprochene Gnomen enthalten dieEvangelien, besonders die Bergpredigt bei Matthäus . Jedes Volk legt die Er-gebnisse s. ersten Erfahrungen, Beobachtungen und Entdeckungen in der morali-schen Welt in solche sinnvolle, abgerundete Sprüche nieder. Auch von Ddin hatdie Sänmndische Edda treffliche Sprüche dieftr Art aufbewahrt. Die Griechenhaben Theognis und PhocplideS u. A. m. als Gnomiker (Gnomendichter) aus-zuweisen. S. Brunk's „k 1 ,,e>'»ioi , oetao pn'anoi", auch von andern gesammelt.Die Römer hatten von dem ältern Caro viele Gnomen. Die arabischen Gnomenwaren, wie viele unterer vaterländischen, in Reime gefaßt; die hebräischen machtensich durch ihren ParallelismuS angenehm. Die deutschen Spruchgedichte undPriameln gehören hieher und zeichnen sich durch Kraft und Anschaulichkeit aus.In allen Sprache» ist kräftige oder räihselhafke Kürze ihr Erfodernifi.

Gno m o n, in der Arilhnu-tik, eine solche Zahl, welche zu Quadratzahlenhinzugesetzt wieder eine Quadratzahl gibt; von dieser Art sind alle ungeraden Zah-len, weil sie, addirt zu den Quadratzahlen, immer wieder Quadrate erzeugen, z. B.1 -H 3 — 2 '; 4 -H 5 z- 9 1 — 4' u. s w. Man hat den Gnomonen

auch den Namen Winkelmaße gegeben, weil jede ungerade Zahl das zu ihr gehörigeQuadrat, mit welchem sie zusammen das nächste Quadrat gibt, gleich einem daraufangelegten Winkelmaß umschließt. Ferner bezeichnet man mit diesem Namen aucheinen Sonnenzeiger (s. Sonnenuhr), und ein astronomisches Instrument,mit welchem man die Höhe der Gestirne mißt.

Gnosis (griech.), Kenntniß, höhere Einsicht, vorzugsweise der Name einerReligionsphilosophie, welche die Phantasien und Abenteuerlichkeiten der orientali-schen Reltgionsfvsteme mit den Ideen griechischer Philosophen vereinigte und sicheinen Einfluß auf das Christenthum anmaßte, der die praktische Richtung ihrerTheorien bestimmte. Unstreitig gab es schon zu den Zeiten der Apostel eingebildeteWeise, die sich einer höhern Einsicht von dem Ursprünge derWelt und dem Übel inderWelt rühmten, als der menschliche Verstand, so lange er im Gleichgewichtebleibt, statthaft oder überhaupt nur möglich finden kann. Simon, der Magier,dessen Lucas in der Apostelgeschichte erwähnt, war der Erste unter ihnen. Schonin s. Lehrsätzen entdeckt man Spuren der Ideen, welche allen Lehrern und Freundender Gnosis gemein waren, und das unverkennbare Gepräge ihres orientalischen, in-sonderheit persischen und chaldäischen Ursprungs an sich tragen. Sie lassen sichauf folgende Grundzüge zurückführen. Gott , die höchste Intelligenz, wohnt in derFülle des Lichts, und ist der Urquell alles Guten; die Materie, die rohe chaotischeMasse des Stoffes alter Dinge, ist ewig wie Gott , und der Urquell alles Dösen.Aus beiden Principien sind vor aller Zeit W-sen hervorgegangen, die Äonen genanntund als gottähnliche Geister bezeichnet werden. Die Welt und das Menschenge-schlecht wurden von einem Aon, dem Demiurg, oder wie spätere gnostische Svstemesagen, von mehren Äonen und Engeln aus der Materie geschaffen. Den Körperund die sinnliche Seele des Menschen lum. Psyche) machten die Äonen aus

diesem Stoffe; daher das Böse im Menschen. Gott gab dem Menschen die ver-nünftige Seele, daher der beständige Kampf der Vernunft mit der Sinnlichkeit.Die sogen. Götter der Menschen, wie z. B. Iehova, der Juden Gott , sind nur