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Gnosis
abwich, »nd die Willkür einer philosophirenVn Phantasie verräth, war doch Basi-lideS mit der christlichen Moral einverstanden, und mißbilligte nur das Aussuchen desMärtyrertol eS. Der geheinmißvolle Anstrich und das Spielende der Theorie desB. verschafften ihm viele Anhänger, die ihn aber oft mißverstanden und sich abci-gläubigcn spielen mit Abra.raSgemmen und Amuleken ergaben. Sein Sohn Isi-dor pflanzte s. Sekte fort, die sich im 4. Jahrh, gänzlich verlor. Das SystemesAlexandrinersKarpokrates, der gleichfalls unter HadriansRegiernng blühte, unter-scheidet sich von dem eben dai gestellten nur darin, daß er Christum für einen bloßenMenschen hielt, dessen reinere und stärkere Seele sich nur Dessen, was sie vor ihrerVereinigung mit dem Körper bei (flott gesehen hatte, richtig zu erinnern gewußthabe. Die Kirchenlehrer Clemens von Alexandrien, IrenänS, Eusebius undEpiphaniuS, aus denen überhaupt alle Nachrichten über die (flnostiker geschöpftsind, sagen den moralischen Grundsätzen desKarpokiateS nach, daß er allen Unter-schied guter und böser Handlungen aufgehoben und eine uneingeschränkteFreiheit inder Befriedigung sinnlicher Triebe gelehrt habe. Und allerdings übten f. Anhängerdie abscheulichsten Laster aus und waren an den empörenden VerleumdungenSchuld, welche den Christen dieses Jahrh, von den hndnifche» Schriftstellern imAllgemeinen aufgebürdet wurden. Des Karpokrates berühmtester Schüler warProdikus, der jedoch fälschlich als Urheber der Adamitische» Sekte angegeben wird.(Vgl. Adam ianer.) DieS.'kte der Karpokratianer fand in Ägypten und Italien ,besonders aber auf den Inseln, viel Beifall, verlor sich indeß schon im Anfange d. 3.Jahrh. Das vollständigste und sinnreichste aller gnostischen Systeme hatBalen-tinus, ein gelehrter und beredter Aleyandrin.r, ebenfalls im 2. Jahrh, gebaut. Indas Licht, oder die Fülle, welche alle Gnostiker zur Wohnung des höchsten Gottesmachen, sitzt er 15 männliche und ebenso viel weibliche Äonen, die er durch Vermäh-lungen mit einander nach und nach erzeugen läßt. Der höchste Gott, der Ungebo-reiu, der Urvater, den er auch die Tiefe nennt, ist der erste dieser Äonen, das denkendeStillschweigen sein Weib, der Verstand und die Wahrheit sind ihre Kinder, dieseerzeugten mit einander das Wort und das Leben (im Griechischen weiblich), unddiese den Menschen und die Gemeinde. Diese 8 machen die erste Classe jener 30Äonen aus. Die zweite Classe von 5 Paaren, an deren Ende der Eingeborene,und die dritte von 8 Paaren, an deren Spitze der Tröster steht, stammen aufgleiche Weise von Menschen und der Gemeinde ab, und bestehen wie d e erste auspersonisicirten Begriffen. Die Beamten dieses himmlischen Staats sind 1 an-dre männliche Äonen. HoruS , der die Grenze» des Lichirannis bewacht; Christusund der heilige Geist, welche die übrigen Äonen in ihren Pflichten unterweisen, undJesus , den alle Äonen des Lichtraumö gemeinschaftlich erzeugt, und wie der ganze-Olymp die Pandora mit ihren Gaben herrlich ausgestattet haben. Der letzte weib-licheÄon dritter Classe, die Weisheit, beneidete den Bei stand um seine Wissenschaf-ten, und gebar in der Hitze ihrer ungebändigken Leidenschaft einen weiblichen, unge-stalteten Äon, Ackamoth oderEnthymesiS (Beherzigung, Überlegung), welche in dieFinsterniß der Materie siel und von Christo aus Mitleid gestaltet wurde. Acha-moih sehnte sich nach dem verlorenen himmlischen (sichte; Furcht, Angst, Traurig-keit und Lacken wechselten bei ihr ab; ihre unbefriedigte Sehnsucht brachte dieSeele der Welt und andre Ldeelen hervor, aus ihren Thränen entstand das Wasser,aus ihrem Lachen die helle Materie, die dichtere aus ihrer Traurigkeit. Christus er-barnue sich der Abgefallenen und sandte ihr Jesum, der ihr Wissenschaft mittheilteund sie von ihren Schmerzen befreite. Nach dieser glücklichen Veränderung gebarsie drei Substanzen, eine maternlle, eine geistige und eine scelenartige (wie oben diesinnliche Seele). Aus der letzter» gestaltete sich der Demiurg oder Wclkschöpfer,welcyer, wie beim Basilides, die Himmel mit ihren Engeln aus der seelenartigenSuostanz baute und den obersten dieser Hiinincl zu semein Sitze wählte. Aus der