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Gnosis
materiellen Substanz wurden unter Einfluß von Achamoth's Furcht die Thiere, un-ter Einfluß ihrer Traurigkeit die bösen Geister, deren Fürst der Weltbeherrscher ist,und unter Einfluß ihrer Angst die mit Feuer vermischten Elemente der Welt. DerMensch ist aus allen drei Substanzen gebaut. Der Retter der Menschen, Chri-stus hatte, als er auf Erden erschien, einen sichtbaren Körper aus feinerm Stoffeund war nur aus der geistigen und seelenartigen Substanz zusammengesetzt. Beis. Taufe vereinigte sich der Aon Zesuö mit ihm und belehrte die Menschen. SeineSchicksale und Wohlthaten beschreibt Valeminus ebenso wie SaturninuS , dasEigne aber hat er, daß, wenn zuletzt alles Geistige von der Materie befreit sein wür-de, Achamoth sich im göttlichen Lichtraum mit Jesu vereinigen und die guten See-len zu sich ziehen, der Himmel des Demiurgs die sittlichem aufnehmen, und dieWelt im Feuer untergehen werde. Die Partei des Valentinus, welche sich gegendie Mitte d. 2.Jahrh. zu Rom , und besonders auf Cypern erhob, zeichnete sichdurch strenge Sitten aus, wurde die zahlreichste unter allen gnvstischenSckten unddauerte bis in d. 4. Jahrh. fort. Marcion von Sinope und Cerdo, ein Syrer, bil-deten mit Hinweglaffung vieles Abenteuerlichen der frühern gnostischen Systemeein wohlgeordnetes Lehrgebäude, dessen Hauptmerkmal die Verwerfung des AltenTest. und die Einmischung jüdischer Ideen in das Christenthum ist. Marcion un-terscheidet zwei höchste Giundwesen, den wahren Gott und den Teufel: der wahreGott hat auch nach ihm viele Geister erzeugt, unter ihnen den Weltschöpser, den ge-rechten Gott und Gesetzgeber der Zudem Dieser hat Christum durch die Prophe-ten verheißen lassen; der Zesus aber, der wirklich erschienen und der wahre Ei loserist, war der Sohn des wahren guten Gottes, und nicht jener jüdische Messias . Die-ser eigenthümliche Lehrsatz Marcion's veranlaßte seine Trennung von der alr-.katho-lischenKirche, in der Tcrtullian besonders die Würde des Alten Test. glücklich gegenihn verfocht. Die Partei der Marcioniten wurde indeß sehr ansehnlich, sie hattebis zum Anfange d. 5. Jahrh, in Italien, Syrien, Arabien und Ägypten zahlreicheGemeinden und eigne Bischöfe, auch behauptete sie den Ruhm unsträflicher Sitten,indem sie nach der Vorschrift ihres Wlifterö das Fleischeffen, das Wemirinken undden Ehestand vermied, um mit der Materie so wenig als möglich gemein zu haben.Zweifelhaft ist es aber, daß Marcion und Cerdo auch die Stifter der Sekte gewesensei» sollen, die gegen dasEnde d. 2. Jahrh. u. d. N. D ph il en (s. d.) oder Schlan-gcnbrüder entstand, und wegen der Ähnlichkeit ihrer Theogonie nur der Valentini«scheu unter die Gnostiker gerechnet wurde. In derselben Periode trat euch derdurch s. Harmonie der vier Evangelien und s. Rede gegen die Griechen oder Heidenschon vorher berühmte Tatianus aus Assyrien zum Gnosticismus über und stifteteeine Sekte, deren Anhänger nach einem s. Schüler, Sevenaner, wegen ihrer hartenDiät Enkraliren (Enthaltsame), Hydroparastatcn (Wassertrinker,) unk weil sie demBesitze ihrer Güter entsagten, Apoiaktite» genannt wurden. Auch BardesancS,ein Syrer, und der Afrikaner HermogeneS, welche unter der Regierung des KaisersCommoduS vom Lehrbegriffe des Christenthums abwichen und Sekten stifteten,streifen wegen ihrer Hypothesen über die Ursachen des Bösen in der Welt an denGnosticismus an. Überhaupt ivar es bei teni philosophischen Streben jenes Zeit-alters, bei der Sucht nach dem Wunderbaren, welche die damals in hohen» Gradeverweichlichten Völker des römischen Reichs ergriffen hatte, und bei der Mode, sichtieferer Einsichten in die Geheimnisse der Natur und Gottheit zu rühmen, nicht zuverwundern, daß eine Rebgionsphilvsbphie, welche sich die glänzendsten Partien derPlatonischen aneignete, und der Einbildungskraft ebenso sehr als dem Dünkel ge-heimer Weisheit Nahrung gab, einen so ausgebreiteten Beifall fand. Auch Gut-gesinnte nahm sie durch die Strenge ihrer Sitienlchre und ihrer Seelenheilkunde fürsich ein; die Gnostiker waren die Pietisten d. 3. und 4. Jahrh. Die kathol. Kir-che, die ihre Lehren verketzerte, ließ doch dem Wandel der Marcicnitischen und Tg-