Band 
Vierter Band. F bis G.
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Goa

lianischen Gnostiker Gerechtigkeit widerfahren und nahm selbst von ihren IrrlehrenVeranlassung, die Regel des rechten Glaubens fester zu bestimme». Seit dem 6.Jak» h. gab es keine gnostischen Sekten mehr, aber von den Grundzügen ihrer Ema-naiionslebre erscheint Manches in spätern Philosophien wieder, die mit ihnen ausgleichen Quellen schöpften. Platon's lebendige Darstellung hatte den Ideen derGottheit etwas Substantielles gegeben, das die Gnostiker auf ihre Äonen übertru-gen, und Leibnitz'S Effulgnraüonen (Ausstrahlungen) Gottes, Ploucguet's realeRepräsentationen (Herstellungen) Gottes, Lt.-Martin'S Bilder und Spieg-4 n.dgl. sind, wie jene Äonen, ein Beweis, daß die Versuche des menschlichen Bei stan-des, die Schöpfung und das Entstehen unvollkommener Wesen aus den vollkom-mensten zu erklären, immer aus ähnliche Ergebnisse hinausliefen. Man vergl. dieSchriften von Lewald und Neander, besonders des Letzter» „Genetische Entwicke-lung der vornehmsten gnostischen Systeme" (Berl. 1818); II. Is. I. Schnndt„Über die Verwandtschaft der gnostisch-theosophischen Lehren mit den Religions-systemen des Orients, vorzüglich dem Buddhaismus" (Lpz. 1828,1.), und M. I.Matter'S von derAkad. d. Insehr. gekrönte „IIG. erit>>zuv elu Onuslioirine cw."(Pai iö 1828, 2 Bde. und 1 Bd. lithogr. Bl.) 12.

G o a, portugiesisches Gouvernement, Insel und Stadt, an der Westküstevon Dekan in Vorderindien, da, wo die westl. Besitzungen der Marotten und derBriten am nördl. Ende von Kanara aneinandergrenzen. Die Insel, ehedem Tis-suari, war von einem arabischen Volksstamme bewohnt, als Albuguergue 1510 dieStadt mit den Halbinseln Bardes und Salsette unterwarf. Der Fluß Mandona,unter den Indiern fast so hoch geehrt als der Ganges , scheidet die Insel vom festenLande, und zwei Meerarme umfassen sie auf den andern Seiten. Sie hak einender geräumigsten Häfen Indienü und ist seit 1559 der Sitz des Oberbefehlshabersder portug. Besitzungen in dem indischen Meere und des Erzbischvfs und Primasvon Indien . Während der Regenzeit vom Juni bis gegen den Oct. verschlännnendie Landffuten den Hafen, sodaß die Schifffahrt gehindert wird. Der Hafen, wel-cher nur den Portugiesen offen steht, ist durch Thürme und Zustelle beschützt. Andenselben grenzt der Hafen Murmugon, welcher durch einen andern Zonal gebildetwird, der Goa und die Halbinsel Salsette scheidet; er nimmt die aus Europa kom-menden Schiffe auf, wenn der erstere vei schlämmtest. Die Stadt hat Mangel ansüßem Wasser, das vom festen Lande hingebracht wird. Die Lust ist ungesund.Zu dcrZeit, als die Portugiesen in Indien herrschten, konnte keine Lttadt in diesenGegenden mit Goa verglichen werden, und wenige in Europa waren schöner ge-baut. Die noch vorhandenen öffentlichen Gebäude sind stumme Zeugen ihrer ver-schwundenen Herrlichkeit. Außer dem Vicekönig, unter dessen Befehlen Allesstand, was die Portugiesen vom Vorgebirge der guten Hoffnung bis Maeao inZhina besaßen, hatten hier die Verwaltungsbehörden ihren Sitz. Die Macht desGlaubenSgerichkS in Goa erstreckte sich ehedem über alle Portugiesen in Indien und die eingebornen Zhristen, ausgenommen den Vicekönig, den Erzbischof unddessen Vicar . In neuern Zeiten ward die Gewalt der Inguisition sehr beschränkt;1815 erfolgte ihre gänzliche Aufhebung und die öffentliche Verbrennung ihrer Pa-piere. Als der größte Theil derporkugies. Besitzungen in die Gewalt der Holländerund Engländer fiel, da gerieth auch Goa in Verfall. Jetzt enthält dieses Gouver-nement, nebst den Bezirken von Diu und Daman in der Provinz Guzurate, 223OM. mit 417,000 Einw. Die Verödung der Stadt Alkgoa nahm zu, als iinAnfange des vorigen Jahrh, eine Seuche ausbrach, weßhalb die meisten Portugiesensich auf dem Lande niederließen und Neugoa anlegten. Die geborenen Portugiesenmachen jetzt die geringste Zahl der Einw. aus, die Mestizen die größte. Aligoa hat4000, Neugoa 20,000 E. Der große Handel ist in den Hände» der Zhristen, derkleine wird von Juden und Banianen getrieben. Auch der Zwischenhandel an den