Goldoni
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mittelbar in Tiegeln, mit oder ohne Zusatz von Borax, und setzt alsdann Salpekeroder auch Sublimat zu, wenn das Gold nur eine Spur von unedlen Metallen eni-halten sollte. Sonst wird der Regulus auf dem Trcidherde oder aus dem Test nutBlei abgetrieben. Goldschlieche werden entweder verguickt oder mit kiesigen Erzenin die Roharbeit (s. Silber) gegeben. Maische Kupferkiese werden oft so entgol-det, oaß der erhaltene Rohstein mit Bleiglanzen aus einem Flammenofeuherd alif-gesetzt, eingeschmolzen und durch einen Zusatz von regulinischem Eisen niedergeschla-gen wird. Die goldhaltigen Arsenikerze werden wie die goldhaltigen Schwefelkiesebehandelt. — Der Werth des jährt. gcwonnenenGoldeS beträgt ungefähr 20 Mill.Thaler; davon liefern: Europa ungefähr 1,300,000 Thlr., Ilordasien (vgl. Ural )14 Niill. Thlr. und Amerika 17,200,000 Thlr.
G o l d m a ch e r k u n st, s. Alchymie.
Goldenes Vließ, s. Iason und )l r g o n a u te n. — Orden desgoldenen Vließes und der drei goldenen Vließe, s. Vließ (dasgoldene).
Goldene Zahl, s. Calender.
Goldgulden, s. Gulden.
Goldoni (Carls), der berühmteste Italien . Lustspieldichter des 18. Jahrh.,wurde 1707 i» Venedig geb., wo sei» Großvater, cinModeneser, eine Art von Ge-neralpachter der sämmtlichen im venetionische» Gebiete liegenden Güter des Herzogsvon Massa und Carrara war. Der Tod dieses in seiner Art genialen Mannes, wel-cher nur den Aufwand zu sehr liebte, versetzte die Familie in ökonomische Verlegen-heit. Julius G., der Vater unsers Dichters, verließ daher Venedig und begab sichnach Rom . Seine Gattin, eine geb. salvioni, eine geistreiche, lebhafte Frau, bliebmit ihren Kindern, ein paar Knaben, zurück, und widmete sich ausschließend der Er-ziehung ihres ältesten Sohnes, dessen früh sich aussprechenter Geist ihn zu ihremLiebling machte. Der lebhafte Carlo zeigte früh Geschmack an theatralischen Vorstel-lungen. Er las Alles, was er in dieser Hinsicht habhaft werderz konnte, besonders dieWerke des bellebtenKonrödiendichtersCiccogn i ni, und kaum 8 I. alt, sing er an,eine Komödie zu schassen, die das Erstaunen der Verwandten erregte. Man sendeteeine Abschrift an den Vater, der unterdessen sich in einen Mediciner umgewandeltund in Perugia niedergelassen halte. Entzückt über den Geist seines ältesten Soh-nes, verlangte er ihn bei sich zu haben; die Mutter mußte einwilligen. Barer undSohn errichteten »un ein kleines gesellschaftliches Theater. Bekanntlich durfte aberzu jener Zeit in den päpstlichen Staaten kein Frauenzimmer aus der Bühne erschei-nen; deßwegen übertrug man dem jungen G. meist die Mädchenrollen, die er auchbei seinem hübschen Äußern recht gut ausführte, und z. B. in Gigli's berühmter„8oiaII>na >Ii lMn bilonc" (s.Gigli) Nlit großem Beifall auftrat. Er genoß da-bz» den Unterricht der Jesuiten; später machte er in Rimini bei den Dominicanernseinen humanistischen CursuS. Die Steifheit seines eigensinnigen Lehrers verleideteihm hier den Aufenthalt; eine herumwandernde Schauspielerkruppe zog ihn destomehr an. Er sah Frauenzimmer auf dem Theater und ward hingerissen. Die Ko-mödianten gewannen ihn gleichfalls lieb; und er entschloß sich, ihnen heimlich nachChiozza zu folgen, wo damals seine wieder zusammenlebenden Ältern wohnten. Sieverziehen dem Jünglinge den leichtsinnigen Streich; der Vater bestimmte nun seinenSohn zur Medicin und nahm ihn fleißig bei seinen Krankenbesuchen mit. Dies ge-fiel aber G. noch weniger; er erhielt endlich die Einwilligung derÄltern, sich imnaben Venedig der Rechtökunde widmen zu dürfen. Bald darauf verschaffte ihmein Verwandter eine Freistelle im päpstl. Collegium auf der Universität zu Pavia .So ward G. abermals in eine neue Welt verseht. Seine Commiliionen im Colle-gium waren meist hinge und ziemlich lockere Abbes; G. folgte ihrem Beispiel. DieJurisprudenz wurde als Nebensache betrieben, desto eifriger das Tanzen, Reiten,