Band 
Vierter Band. F bis G.
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Goldoni

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Fechten, die Musik und das Spiel. Doch versäumte der wißbegierige Jüngling da-bei nickt, seinen theilt mit nützlichen Dingen zu bereichern; und seine sich immermehr entwickelnden dichterischen und rednerischen Anlagen erwarben ihm mancheFreunde, aber auch Feinde, denn der Witz, welcher ihm zu robote stand, traf oftsehr scharf. Einst schrieb er auf Antrieb einiger jungen Leute, die ihn nachher ver-riethen, eine sawriscbe Attellane, worin er mehre Individuen aus angesehenen Fa-milien inPavia dem (bespotte preisgab. Die Folge war, daß er aus dein Colleginmund selbst aus der Stadt verwiesen wurde. Er reiste nach Chiozza, um die Aller»um Verzeihung zu bitten. Sein Vater nahm ihn nun mit nach Udine (im Friaul ),wo G. ernster als in Pavia sich den Wissenschaften widmete, jedoch nebenher nochmanchen leichtsinnigen Lkreich trieb und deßwegen verschiedentlich den Aufenthaltandern mußte, bis er zu dem Vicekanzler des Criminalgerichts in Chiozza alsSe-eretair kam. Er folgte diesem Heamten nach Feltre , wo er, 22 I. alt, eine An-stellung erhielt und sich feinem Amte mitEifer widmete. Die Buhne war in dieserZeit seine einzige Erholung; eine leidliche Truppe spielte in Feltre ; ein Liebhaber-theater im Palaste des Gouverneurs, bei welchem er mit auftrat, fesselte ihn abernoch mehr. Bald ernannte man ihn zuniss ireckordessstben, und errichtetem»! nichtallein ein Paar Dpern von Melastasio zum Behuf der Aufführung ohne Musik ein,sonder» schrieb auch 2 Lustspiele („Der gute Vater" und „Die Sängerin"), dieebenso vielen Beifall fanden wie sein Spiel. Sein Vater wurde indeß als Arzt zuBagnacarvllo in der Legation Ravenna angestellt, und verlangte, sein Sohn sollebei ihm leben. G. gehorchte; aber kaum daselbst angekommen, starb der Vater undhinterließ dieFamilie in mißlichen Umstanden. Jetzt beschloß der junge Mann, sichernstlich der Jurisprudenz zu widmen. Er disputirte in Padua und ging daraufnach Venedig , um zu advocire». Die Clienten fanden sich jedoch nur sparsam ein,und genöthigt, sich nach andern» Erwerb umzuthun, schrieb G. kleine Almanache,von denen einige Beifall fanden, begann eine Oper („Amalasunke") u. dgl. Derglückliche Ausgang eines Processes, in welchem der erste Advocat Venedigs fein Geg-ner war, erwarb ihm Ruf, und es hätte vielleichtAlles gut gehen mögen, waren nichtdurch einen unglücklichen Liebeshandel neue Verwickelungen erfolgt. Ein übereiltgegebenes Eheversprechen stürzte ihn in endlose ökonomische Sorgen. Er verließVenedig und ging nach Mailand , s. Dper „Amalasunte" als einzige Habe mit sichnehmend. -Leine Hoffnung, durch dieselbe hier sein Glück zu machen, scheiterte.Der berühmte Länger Eaffarelli empfing ihn mit jenem bäuerischen Stolze, der ge-feierten Histrionen so leicht eigen wird, und einer der Directoren der Dper ließ ihmfreundlich bemerken, daß das Stück nicht in Musik gesetzt werden könne. Traurigverbrannte G. das Manuscript, nicht wissend, was er beginnen follre; der Residentder Republik Venedig »ahm sich indessen seiner an, und der Dichter arbeitete nunseni musikalisches Intermezzo: „Der venetianische Gondoline", aus, das Beifallfand und das erste Stück war, welches G. bekanntmachte. Die Kriegsereignissein Italien , 173?, wirkten auch störend auf des Dichters Arbeite», der bald in Cre-mona. bald in Pizzighewne, bald in Parma lebte, von Marodeure» geplündert ward,in Verona zu einer Komödiantentruppe stieß, mit dieser wieder nach Venedig kain,und hier durch Aufführung seines während dieser Zeit geschriebenen Trauerspiels„Bclisar", Ruf und Namen erwarb. Eme zweite Tragödie, „Rosamunde", miß-fiel dagegen, und der Vers, jetzt wieder in leidlichen Verhältnissen, ging nun miteiner andern Truppe, die fast nichts als Stücke von ihm aufführte, nach Padua .So wanderte er bis 1736 unstät mit den Unflaten herum in einem ewigen Taumelvon Intriguen und Zerstreuungen lebend, bis er sich in Genua mit der Tochter einesNotars verehlichte und nach Venedig zog, wo er nun erst begann, das Fach drama-tischer Dichtungen zu cultiviren, in welchem er sich auszeichnen soll'.e, das der Cha-rakter- und Littenstücke nämlich, worin Mokiere, den er um diese Zeit anfing zu