Band 
Vierter Band. F bis G.
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Goldoni

studiren, ihm Vorbild war. Der herrschend, Geschmack in seinem Vaterland, anden Maskenstücken und der eptemporirten Komödie legte aber seinem Vorhaben,das Theater in dieser Hinsicht zu reformiren, große Hindernisse in den Weg, und ersah sich deßwegen oft genöthigt, der alten Gewohnheit desPublicums und der Schau-spieler — unter denen damals der berühmte Arlequin Sacchi mit s. Gesellschaft inVenedig glänzte— nachzugeben. 1139 wurde er zum genuesischen Consul in Ve-nedig ernannt: ein Posten, dem er zwar mit Geschick und Fleiß vorstand, der ihmaber wenig oder nichts einbrachte, sodaß der Dichter 1141 sich in die Nothwendig-keit verseht sah, Venedig abermals zu verlassen, um anderwärts ein Auskommen zusuchen. Er begab sich mit seiner Familie nach Bologna, Modena und Rimini , woer für die dortigen Schauspielergesellschaften arbeitete, und sich leidlich befand, bisihn östr. Husaren auf dem Wege nach Pesaro rein ausplünderten; ein schurkischerPostillon ließ ihn und s. Gattin unterwegs auf freiem Felde sihen, und fuhr davon.Auf seinem Rücken trug G. s. Gattin durch einige ausgetretene Flüsse, und krohaller Hindernisse im Hauptquartiere der Ostreicher anlangend, erhielt er sein ihm ge-raubtes Eigenthum zurück. In Rimini übernahm nun G. die Direction des Thea-ters und lebte einige Zeit in Wohlhabenheit und Behaglichkeit. Dann ging er nachFlorenz und Siena, wo er gute Aufnahme fand. In Pisa bewogen ihn die Arka-dier, deren Sitzung er beiwohnte, zu den Rechten zurückzukehren. Zahlreiche Kund-schaft ward dem wiedergeborenen Advocaten. Da hörte Sacchi dies? Veränderungund beschwor ihn um neue Stücke. G. arbeitete nun des Nachts für die Bühne,während er am Tage Rechtshändcl verfocht, und je mehr -Stücke er dem Directornach Venedig sendete, desto mehr begehrte Sacchi, der meistens auch die Gegenständedazu gab. In derselben Zeit ernannten ihn die Arkadier u. d. N. Polisseno Fegeiozu ihrem Mitgliete. Eine Zurücksetzung, die ihm in Pisa widerfuhr, bewog ihn,die Rechtsgelehrsamkeit noch einmal zu verlassen und einer Schauspielergesellschaft,die ihn als Theaterdichter annahm, nach Mantua zu folgen. Von hier kam er nachkjähriger Abwesenheit wieder nach Venedig . Nun begann er, für das Theater San-Angelo arbeitend, den Riesenkampf mir dem eingewurzelten Geschmack an Arlequi-naden und improvisieren Stücken. Seinem Genie und seiner ungemeinen schrift-stellerischen Fruchtbarkeit gelang es endlich, eine neue Ära in der Kunst herauszufüh-ren. Doch Sorgen und Arger warfen ihn aufs Krankenlager; der Directeur wardLurch seinen Fleiß reich, er blieb arm, und als er eine billige Vergütung seiner an,gestrengten Arbeiten federte, erhielt er nichts als die magere Erlaubniß, alle Jahreeinen Band s. Werke herausgeben zu dürfen. Dennoch blieb er seinen Verbindlich-keiten treu, folgte der Gesellschaft nach Turin und ging erst nach Ablaufs. Contract-zeit zum Theater St.-Luca über, zugleich eine neue Ausg. s. Werke aufSubscrip-tion besorgend, wodurch sich s. Unistände verbesserten, zugleich aber auch s. Gegner,die Verfechter der alten llon>m e<I i:> ciell'.i, le, neuen Stoss zu Verlästerungen fanden.1158 nach Parma an den HofDon Philipps berufen, dichtete er einige Opern, dievon Duni und Piccini in Musik gesetzt wurden. 1161 riefen ihn die ital . Schau-spieler nach Paris , wo mehre s. Stücke ungemeinen Beifall fanden. Durch dieDau-phine erhielt er die Stelle eines LectorS und Lehrers der ital . Sprache bei den Töch-tern Ludwigs XV.; allein durch den Tod des Dauphins, der Dauphine und desKönigs von Polen , wurde wegen der Hoftrauer s. Amt und s. Gehalt suSpendirt.Erst nach 3 Jahren gab man ihm einen Iahrgehalt von 3600 Livres. Beim Aüs-bruche der Revolution aber verlor der 85jährige Dichter seine, auf die Civilliste desKönigs angewiesene, Pension, und das Decret des Nationalconvents von, 1. Jan.1193, welches ihm aufChenier's Antrag für die Folge den entzogenen Gehaltsicherte und ihm den Rückstand auszuzahlen gebot, fand ihn schon im Sterben. Erverschied den Tag darauf im beinahe vollendeten 86. Jahre. Seine Witwe erhieltden rückständigen Gehalt und eine Pension. G.'s Verdienste um das ital. Theater