Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
759
JPEG-Download
 

'59

Goldschlüger

sind nicht zu verkennen. Diele s. zahlreichen Stücke erhalten sich noch aufden Büh-nen s. Vaterlandes, und in Übersetzungen auch auf denen des Auslandes, wiez.B.„Der Diener zweier Herren", „Der Schwätzer", „Der Lügner" u.a. Unter denvielen Ausgaben seiner Werke isi die zu Lucca 1800, in 26Bdn. die vollständigste.Übersetzungen und Bearbeitungen einzelner Stücke von ihm gibt es in> Französischen,Deutschen und Englischen. Neuere Lusispieldichter schöpfen noch oft ihre Stoffeaus der reichen Fundgrube s. Laune und s. Weltbeobachtung, welche letztere ihn be-sonders in den Stand sehte, sich i» den verschiedenartigsten Genres, und meist mirGlück, zu versuchen. Doch sagte seinem Talente das Charakter-und Intrigue,istückam mehrsten zu, und man muß hier sowol die Reichhaltigkeit s. Ersindungsgade i»Betreff der Anlage, die immer, trotz s. vielen Schreibens, neu war, als die großeNaturgemäßheik und Treue der Zeichnung s. Charaktere in jeder Situation bewun-dern. Die von ihm verfaßten Memoiren zur Geschichte s. Lebens und des Theaterss. Zeit sind ins Englische und ins Deutsche übers., auch in der zu Paris herausgek.„tlcüli-Liirn, (!<;< l>ir,ii<>irk->i-III l ,!i>c„„iii,,„--' , etwas verkürzt, ausgenommenworden. G. schrieb sie in franz. Sprache, in der er auch ein Paar Lustspiele dichtete,wovon das E>ne(„bl- I»»,, , n iin-ntm,»»,") 1771 in Fontainebleau und Paris mitgroßen, Beifall gegeben ward und sich aus dem Repertoire erhalten hat. Zu G.'sheftigst, » Gegnern in Italien gehörte Gozzi (vgl. d.), der, reich mit Witz begabt,nicht allein den Derdränger der Maske» auf der Scene mit Epigrammen und Im-promptus überschüttete, sondern auch in s. Eifer für die (äaminecliu ü.-U' mw dieganze Akademie der Granelleschi in Venedig gegen ihn aufwiegelte: ein Verfahren,welches G. edelmüthig in s. Memoiren mit Stillschweigen übergeht. S. L. Carre,

I>, vit,, e su Iv cli <l- 0»!>loi>i" (Venedig 1824 fg., 3 Bde.);Dom. Calvi „Hella vil» ili t). k4«I<I«ui a «lollt! sue coniiiwilio" (Mail. 1828);lind Ferd. Meneghezzi: ^llells Vita o (lull« upore cll 6o!cl<>lii, älcmarvi«i», ie>,e .,s>>>lo^eiiel>e e oiiiioln " (Mail. 1827). Doch bleiben immer G. seigne Memoiren die anziehendste Schilderung seines Lebens.

Goldschläger, ein Künstler, der das Gold in möglichst dünne Blättchen,zum Behuf des Dergoldens u. s. w., verwandelt. Das Gold muß rein sein; daherbedient man sich gemeiniglich des Dukatengoldes, welches mit Dorap in einem Tie-gel geschmolzen und dann in den Zahnelnguß oder ein starkes viereckiges Eisen ein-gegoffen wird. Die nun entstandenen Goldzähne oder vierkantigen Prismen wei -den auf die Ziehmaschine oder das Ziehwerk gebracht, dubch starke eiserne Walzendurchgepreßt und dergestalt in immer dünnere Blätter verwandelt. Es muß aberdas Gold jedes Mal vorher geglüht werden. Die Blätter oder die Bänder, die aufsolche Weise entstanden sind, werden auf dem Amboß noch ebener geschlagen unddann mit der Schere in kleinere Platten geschnitten, die gewöhnlich einen Zoll insGevierte halten und 61 Gran wiegen. Damit diese noch weiter ausgedehnt wer-den, so legt man sie in die Quetschform, welche ein Buch ist von 3 O.uadraIchlund150 Blättern alten Pergaments. In dieses Buch eingelegt bringt man die Gold-platten auf einen marmornen Amboß, worauf sie mit dem Werkhammer so langegeschlagen werden, bis sie 2 Ämadrakzoll ausgedehnt worden. Dann sind die Blät-ter ungefähr so dick wie Papier ; sie werden nun in einer eisernen V chachtel wiedergeglüht und in eine zweite größere Quetschform gebracht, wo sie bis auf 41 Zollausgedehnt werden. Jetzt zerschneidet man die Goldblätter in 2 gleich: Theile, so,daß aus 150 Blättern 300 entstehen. Sie muffen nun alle genau abgewogen wer-den, eheste in die dritte oder Dünnquetfche kommen, wo sie von neuem auf 3Zollausgedehnt werden. Dann theilt der Goldschläger jedes Blatt kreuzweise und erhälthierdurch von jedem 4 kleine Blätter, deren jedes 11 Lduadratzoll groß ist. Über-haupt hat er nun 1200 Goldblättchen erhalten. Diese bringt er in die Hauisorm.Dies sind Bücher, die aus Rindsdärmen bestehen. Man zieht nämlich die äußere