Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
760
JPEG-Download
 

7«0

Goldsilüth

Haut der Gedärme ab und legt sie, wählend sie noch feucht sind, mit ihren weichenSeiten aufeinander, die nun bald zusammenklebe». Dann werden sie in einerFormgestreckt, das Fett und die Unreinlichkeiten abgeschabt, zwischen weichem Papier ge-schlagen, damit alles Fett sich in das Papier ziehe, mit Aufgüssen von starken Ge-würzen durchnäßt, endlich getrocknet und gepreßt. Bor dem Gebrauche werten siemitGvpspulver abgerieben, damit das Gold sich nicht an die Häute hänge. Zwischendiesen Häuten schlägt man dann die Gokdblälter so lange, bis sie die nöthige Dünnehaben. Sie werden hierauf mit der Werkzange in 4 Theile zerrissen und pon Neuemso lange geschlagen, bis sie, gegen das Licht gehalten, grün durchschimmern. End-lich werden diese Blättchen durch die Spannzange befestigt und mit der Werkzangeein Blatt nach dem andern abgezogen und auf ein Kissen gelegt, worauf sie dannnnt dem Karren oder 2 scharfen stählernen Klingen, die durch Schrauben zusam-mengehalten sind, zerschnitten und zum Verkauf zwischen Blätter rothes Papiergelegt werden. Aus dem feinsten Golde gemacht und etwas über 2z Zoll im Qua-drat, beträgt die Dicke eines solchen BlättchenS den 24,000. Theil einer Linie, undes wiegt den 21,000. Theil eines Lothes.

Goldsniith (Oliver), war 1728 zu Pallas in der irländ. GrafschaftLcng-ford geboren. Sein Baker, ein armer Landgeistlicher von der bischöfi. Kirche, be-stimmte ihn für die Handlung; aber schon in s. 7. Jahre zeigte sich s. vorherrschendeNeignng zur Poesie. Dadurch zog er die Aufnierksamkeit s. Oheims auf sich, der ihndem Unterrichte des Schulhalterü zu Elphim übergab. Hier entschied ein witzigerEinfall f. Glück. Er tanzte einst, und ward von dem dazu aufspielenden jungenMenschen wegen s. Häßlichkeit mit Äsop verglichen; Alles lachte über den Einfall,als plötzlich Oliver innehielt und mit 2 aus dem Stegreif gemachten Versen:

O höret an, was dort mein Herold singt!

Der Affe spielet, und Aesopus springt:

den Spott auf den Urheber zurückwarf. Einige anwesende Verwandte, angeseheneGeistliche, beschlossen, ihn auf gemeinschafkl. Kosten auf die Universität zu schicken.Nachdem er die Schulen zu Athlone und Edgeworthrown besucht hatte, ging er 1744nach Dublin , wo ihn die Strenge s. Lehrers bewog, in der Fremde s. Glück zu ver-suchen. Er ging mit Einem Schilling in der Tasche zum Thore hinaus, allein derHunger ließ ihn bald s. Vorsah aufgeben; s. ältester Bruder söhnte ihn mit dem Leh-rer aus. 1749 ward er Büchelor. Seine Verwandten bemühten sich vergebens,ihm in der dischösi. Kirche eine Anstellung zu verschaffen; s. Jugendstreiche hattenihn in ein nachtheiliges Licht gestellt; auch hegte er selbst ganz entgegengesetzte Nei-gungen. Nachdem er 1 Jahr lang Hofmeister gewesen, wollte er nach Amerika gehen, aber auch dieser Plan scheiterte, und nach k Wochen kehrte er, von Allem ent-blößt, zu s. Mutter zurück. Nun ward er, s. Wunsche gemäß, 1752 nach Edin-burg geschickt, um Medicin zu studircn. An regelmäßigen Fleiß konnte er sich auchhier nicht gewöhnen; er litt oft an Kränklichkeit, öfter an Geldmangel. Hierausging er nach Leyden und studirle daselbst 1 Jahr lang, besonders Chemie. Alleiner gerieth in Gesellschaften, wo er sich dem Spiel ergab. Als er einst eine große ge-wonnene Lumnie verloren hatte, entschloß er sich, Holland zu verlassen. EinFreundschoß ihm das nöthige Geld vor, das G. thörichterweise anwandte, s. Onkel Blu-menzwiebeln zu kaufen. Nichtsdestoweniger machte er sich auf, Europa zu Fuß zudurchwandern. Man sagt, daß er theils in den Klöstern durch s. Fertigkeit im Dis-putiern, theils durch s. Flötenspiel in den Dörfern sich Unterhalt zu verschaffen ge-wußt habe. So durcbpilgerte er Flandern, einen Theil von Frankreich und Deutsch-land, und betrat die Schweiz , wo die Schönheiten der Natur die Blüthe s. dichteri-scheiiAnlagen ausschlössen und ereiuenTheil s. „Wanderers" schrieb. Zu Genf warder der Führer cinesjungen Engländers, der mit einem großen Vermögen sich auf Rei-se» bilden wollte. Aber des schmutzigen Geizes s. Zöglings bald müde, verließ er ihn