Golgatha Golkonda 761
und ging nach Padua , wo er 6 Monate blieb und v. der Arzneikunde ward. DerTod s. DnkelS rief ihn in s. Vaterland zurück. Er landete zu Dover 1751, unvsah sich bald in der drückendsten Dürftigkeit. Unter erdichtetem Namen gelang esihm, bei einer kleinen Schule angestellt zu werden. Dieser elenden Lage bald über-drüssig , versuchte er als Apothekergehülfe fortzukommen. Endlich nahm ihn einChemiker in sein Laboratorium auf und fand an ihm einen überaus nützlichen Ge-hülfen. Er ernährte sich jetzt theils als Arzt, theils als-Lchriftsteller, und lebte kärg-lich, aber unabhängig und fröhlich, als ihm ein Freund den Vorschlag machte, dieAufsicht über eine Schule, der s. Vater vorstand, während dessen Krankheit zu über-nehmen, wogegen derselbe sich verbindlich machte, ihn einigen indischen Dircctorenzu empfehlen und ihm eine Stelle als Arzt bei der osiind. Compagnie zu verschaffen.G. nahm den Antrag an und erhielt 1758 eine Bestallung als Arzt bei einer ostind.Fackorei. Aber dieses glänzende Glück hatte sich ihm kaum dargeboten, als er es ausAbscheu vor einem geregelten Amtöleben aufgab. Damals lernte er Grifsith, denHerauSg. des „Vloxtbiv revic-v", kennen, und wart von demselben eingeladen,Mitarbeiter zu w.-rden, "wofür er Wohnung, Tisch und einen guten Gehalt habensollte. In dieser Verbindung lebteG. 8. Monate, woraufersich von Grifsith trennteund s. ,,bä>>i»ii)' <>l llx> piereut sMlu <>l luslr !,u<l lit<'X>tx>e i» büiixpe". 1759,herausgab. Er bewohnte damals in der äußersten Dürftigkeit ein armseliges S tüb-chen im dritten Stockwerke, bezog aber bald eine anständigere Wohnung und schriebs. „V'i<-X, ob ^Vä.Iielidd". Während derselben Zeit schrieb er, um s. täglichen Be-dürfnisse zu bestreiken, die „k.i'IIx s o>> t>u<ssis!> b,slor>" und den „(Üti?c-I> <ü tbo,vo, !(>", der anfangs in einer Reihe von Briefen in dem Charakter eines chinesischenPhilosophen in dem „I.u-I^or" erschien. Schon früher balle er ein „b.-xlv'« ixopn-7.in<-" und ein Wochenblatt ,,'I'bo lwe" geschrieben. Die besten jener zerstreutenStücke sind 1765 u. d. T. zusammen erschienen. Der Beifall, womit
s. dichterischen Werke aufgenommen wurden, reizte ihn an, auch für das Theater zuarbeiten, er schrieb ,.'l'!>e ^„.xl-x-iiurc,! „xxG, und machte mit diesem und an-dern Stücken bedeutendes Glück. 1769 erschien s. Gedicht ,,'I'Iic llcscrlcxl vil-l.ige". In dieselbe Zeit fällt s. ..Ilislorv okbüi^l.'nxG und s. ..klom.in Innlui)"(deutsch, 2. A„ Würzburg 1820). Auf Verwendung s Freunde ward er zum Pros.der alten Geschichte bei der engl. Malerakademie ernannt. 1770 machte er eineReise nach Paris , schrieb darauf s. ..Ilislor^ ok tlieesrtli ,inck <ininir>te<l rxituro"(1774),nächstdem s. scherzhaften GedichteImuixsti ok vcnisor," und..ket.i-ii-ilxiu", und war mit dem Plane zu einem allgem. Wörterbuche der Künste undWissenschaften beschäftigt, als er 1774 am Nervenfieber starb. G. besaß beivielemVerstand eine ebenso lebhaft auffassende als schöpferische Phantasie; ein ieges zar-tes Gefühl; daher bei wissenschaftlichen Gegenständen mehr eine helle Ansickt alseine tiefe Einsicht, niehr ein Auffassen der interessantesten Seiten als aller zur Sachegehörigen, aber ein Helles, leichtes, schönes Darstellen des hell, leicht und schön An-geschauten und Aufgefaßten;—in derDichtkunst Lebendigkeit, Wahrheit, Gemüthund Laune; — im Welileben einen edeln, auf geistige Vorzüge begründeten Ehrgeiz,nächstdem die liebenswürdigsten Züge eines thätigen Wohlwollensund einer herzlichenSehnsucht nach Vaterland und Freundschaft; dabei war aber ein trauriger Mangelan praktische» Grundsätzen sichtbar, daher kein festes, bestimmtes Handeln, keineWeltklugheit, daher so manche Verlegenheit, so manche Dergchung, und ein zufrüher Tod. Seine Freunde errichteten ihm ein Denkmal in der Westminsterabtei,in dem sogen. I'oei,, Onrnor. mit einer von Johnson verfaßten Inschrift.
Golgatha, s. Calvarienberg.
G o ! k o n d a, auf der Halbinsel diesseits des Ganges , zwischen den FlüssenBurda und Kistna, britischer Vasallenstaat des Nizam (Königs) von Dekan (4500,OM., 10 Mill. Einw.), in dessen Provinz Hyderabad , mit der Hauptst. unh