Band 
Vierter Band. F bis G.
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Golowriin

Gonfaloniere

Residenz d. N. (200,000 E.), auch das Fort Golkonda liegt. Es ist berühmt durchseine Diainaniengruben.

Golownin (W. M.), kaiserl. russ. Commodore, bekannt durch s. Ge-fangenschaft in und durch s. Nachrichten über Japan , war als k. russ. lEeecapi-tam, mit der Kriegsftoop Diane 1811 aus dem Hafen von Kamtschatka gesegelt,um die Lage der südlichen kurilischen Inseln, welche die Japaner beherrschen, zubestimmen. In der Mitte des Juni kam er an die nordwestl. Küste von Eilte, pu,nahm hier einen russischen Kurilen als Dolmetscher mit, und landete den 5. Juliauf der Insel Kunaschier, der 20. in der kurilischen Kette. Hier wurde er feindseligempfangen, dann aber, durch ein freundschaftliches Betragen sicher gestellt, nebsts. 7 Begleitern (2 Ofsicieren, 4 Matrosen und dem Dolmetscher) verhaftet undnach der Hauptstadt MatSinai geführt, jedoch gut behandelt. Dies geschah, weilHr. v. Resanoff 2 russ. SchiffScapitainen, die zur russ.-amerikan. Compagnie ge-hörten, den Auftrag gegeben hatte, die japanischen Küsten zu verheeren, zu plün-dern, die Tempel zu berauben und die Dörfer anzuzünden, um sich für den einge-bildeten Schimpf zu rächen, den er durch die Kälte, mit welcher ihn die japanischeRegierung als russ. Gesandten abgewiesen hatte, erlitten zu haben glaubte. Dessen-ungeachtet erhielten G. und s. Mitgefangene» vor» Volke Beweise der gutmüthig-sten Theilnahme; die Regierung aber hörte nicht auf, sie mit argwöhnischen Ver-hören zu guälen. Doch gestattete man ihnen zuletzt die Freiheit auszugehen. DieJapaner waren höflich und wißbegierig; selbst ein Mitglied der dortigen Akademieder Wissenschaften ließ sich von den russ. Ofsicieren in der europ. Mathematik undPhysik unterrichten. Ein japanischer Philolog bemühte sich, ein japanisch.russ.Wörterbuch abzufassen. Endlich bewirkten die von drei japanischeil Gouver-neurs für die Gefangenen erstatteten günstigen Berichte nach zwei Jahren derenFreilassung. Auch Cap. Rikord, der unterdessen die Diane commandirt und sicheines vornehmen Japanesen bemächtigt hatte, den er zurückbrachte und in Freiheilsehte, trug dazu bei. Die Gefangene» erhielten jetzt alles Eigenthum wieder, undman entließ sie (Nov. 1813) beschenkt an Bord der Diane, die im Hafen von Awat-scha ankerte. Mehre Japanesen erließen an sie Glückswünschungsschreiben, und derOberpriester ordnete fünftägige öffentliche Gebete um eine glückliche Reife an. Die.Hili,iitiva ot INV ouzttivil) in chipii», cluiiii^ tli«vears 1811—1813"; undim Anhange ,,ch» acoount ok vnv.iuez I > .liip.iN kn piruniii- tl>6 irlt'.iS,; »l tlx:.nitlinr :,ucl bis camp-inion.,", von Cap. Rikord (London 1817, 2 Bde.; aus d.Russ. von Schulz, 2 Thle., Leipz. 1817) beweisen, daß G. ein guter Beobachterist; indessen konnten s. statistischen Nachrichten über Japan weder so vollständignoch so genau sein, als des (1812 zu Paris verst.) Tüsingh Werk über Japan ,durch welches Kämpfer und Thunberg ergänzt werden. (Es erschien sranz. und insEngl übers. von Schober! m. Kpf. udd. T: ,, Mustr-iiiou, London

1822.) — Noch hat G. eine Geschichte der Schiffbrüchc in russ. Sprache heraus-gegeben. Jetzt ist dieser Seefahrer Mitglied des ReichsadmiralitärscollegiumS;auch arbeitet er mit an der neuen Seecharte, welche das Eismeer, die Beringsstraßemit der Küste von Nordostasien und Nordwestamerika darstellt. Ihm zu Ehrenhaben russische Seefahrer einen von ihm an der Nordwestküste von Amerika ent-deckten Sund Golowningsund genannt.

Gomarus, Gomaristen, s. Refsrmirte Kirche.

Gonfalo niere, das Oberhaupt der ehemaligen Republik Lucca ; aufdeutsch so viel als Banneicherr. Er ward aus dem Adel gewählt und verwaltetesein Amt nicht länger als 2 Monate, ohne andere Vortheile davon zu haben alsdie Ehre und freie Tafel. Erst nach 6 Jahren konnte dieselbe Person wieder ge-wählt werden. — Go nfalonier« des päpstlichen Stuhls war ein Ti-tel der Herzoge von Parma.