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Gonzaga (Familie)
Dem Schwanken s. Vaterlandes zwischen mehren mächtigen Familien machte (I I.Aug. 1328) Lodovico G. ein Ende, nachdem sich s. Söhne, besonders der kühneFilippino, durch Privatrache gereizt, MantuaS mit 800 Fußgängern und 500 Rei-tern bemächtigt, das überhaupt der Stadt, Passerino de Bonacofsi, im Kampf ge-tobtet und dessen Anhänger vertrieben hatten. Kaiser Ludwig der Baier ernannteden nunmehrigen Capitano von Mantua , Ludwig !. von Gonzaga, zum kaiserl.Dicar. Er starb 1360 im 93. I. Unter dessen I)achkommen erhielt Ioh. FranzG. 1432 die Stadt mit ihrem Gebiete u. d. T. eines Marguisats (Markgrafschaft)vorn Kaiser «igismund zu Lehn. Darauf theilte sich das Haus Gonzaga durchdie 3 Söhne Ludwigs III.: Friedrich, Ioh. Franz und Rudolf, in 3 Li-nien. Don Friedrich stammten die Markgrafen von Mantua ab, die 1530 un-ter Friedrich II. und Karl V. zu Herzogen erhoben wurden, und 1726 ausstarben;von Ioh. Franz und Rudolf stammten die Herzoge von Sabioneta und vonCastig-lione, deren Fürstenthümer der Kaiser 1692 einzog. Eine neue Linie des HausesGonzaga bildete sich, als Friedrich, Bruder Friedrichs I I., Guastalla zu seinen! An-theil bekam; diese Linie erlosch 1746. Die merkwürdigsten Glieder dieser Familie,die Deutschland 2 Kaiserinnen und Polen eüieKönigin gab, und von der noch 18202 Abkömmlinge aus einer Seitenlinie (Vescovati) zu Mantua im Privakstandelebten, sind: Ludwigs I. Sohn, Filippino, ein ausgezeichneter Held, der 1358ohne Erben starb. Sein 2. Bruder Guido oder Guy wurde 1360 der zweite Ca-pitano von Mantua , der jüngsteBruder, Perrino oderFeldriuo, war der Stamm-vater der Grafen von Novellara, welche Linie mit Camillo G. 1728 erlosch. Guidohatte 2 iVöhne, Ugolino und Ludwig. Von letzterm stammt Franz G., derdritte Capitano von Mantua , ein wackerer Kriegsheld. Gleich benchmt durchKricgSthaten wurde s. Sohn Ioh. Franz. der s. Vater 1107 als Capitano folgte.Er machte sich um Kaiser Wigismund sehr verdient, weßhalb ihn dieser zum Mark-grafen von Mantua ernannte, in welcher Würde ihm s. ältester .Lohn Lud-wig III., genannt der Türke (geb. 1414, st. 1478), folgte, welcher den Vaternoch an Kriegsruhm übertraf, sodann s. Enkel Friedrich I. (st. 1484) und dessenSohn Franz II. (st. 1519). Friedrich II., Sohn von Franz II. , wurde vonKarl V. am 25. März 1530 zum Herzog von Mantua erhoben und mit der Mark-grafschaft Montferrat belehnt. Die Würde erbte auf s. Nachkommen fort. Ihmfolgte 1540 s. Sohn Franz III. ; diesem, der 1550 ohne Nachkommen starb, s.Bruder Wilhelm (geb. 1536, st. 1587), dessen Sohn und Nachfolger, Vincent I.,in den ungarischen Kriegen gegen die Türken sich sehr auszeichnete. Er hinterließ1612 3 Söhne, Franz I V. (st. 1612), Ferdinand I V. , den Cardinal (st. 1626),und Vincent II. (st. 1627), die einander schnell in der Regierung folgten, undsämmtlich ohne männliche Nachkommen starben. Mit ihnen erlosch die regierendeLinie. Der nächste Erbe wäre der Herzog v. Revers, Karl I., von G. gewesen;aber im Hinterhalt stand auch der Herzog von Guastalla, Ferdinand II. , mit An-sprüchen auf die ganze Erbschaft, und der Herzog Karl Emanuel von Savoycn mitAnsprüchen auf Montferrat. Die Rechte des Hauses von Revers waren ziemlichklar, denn der Herzog Ludwig v. Revers, Vater von Karl l., war ein Großvaters-Bruder von Herzog Franz II., und hatte, als er nach Frankreich ging, aufdie Erb-folge nicht Verzicht gethan. Frankreich, Venedig und der Papst unterstützten ihn,denn alle drei wünschten, endlich ein Ende der spanisch-östr. Übermacht zu sehen, unddieser Fall konnte entscheiden. Spanien und Östreich unterstützten hingegen dengrundlosen Anspruch des Herzogs von Savoyen, woraus sich der mantuanische Erb-folgekrieg entspann, der endlich nach Richelieu '« Wunsche beendigt wurde, denn derKaiser mußte den Herzog Karl v. Revers mit Mantua und Montferrat beleh-nen; 1631 gelangte er zum ruhigen Besitze, und ihm folgte 1637 s. Enkel Karl I I l.(Karl II. war 1631 bereits bei Lebzeiten s. Vaters gestorben), während dessen Re-