Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
765
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Gorani

GvrdiuS

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gierung das Fürstenihum s. völlige Unabhängigkeit erhielt (st. 1665). Allein s.Sehn und Nachfolger, Karl I V.. nahm in Mantua franz. Garnison ein und tratim spanischen Erbfolgekrieg auf Frankreichs -itdeite. Deßhalb erklärte Kaiser Io-sepb >. ihn in die Reichsacbk, in welcher er 1108 zu Padua starb. Östreich bliebim Besitze s. Landes, und Momferrat wurde an Savoyen überlassen. Viele ausdieser berühmten Dynastie haben sich als Helden ausgezeichnet, andre durch Liebefür Künste, Wissenschaften und Alterthümer. Ludwig G. schickte Pierro Tremamit Briefen und Gold überhäuft an Petrarca nach Frankreich , um ihn zu bewegen,zu ihm zu kommen. Ein andrer Ludwig G., der um 15-19 starb, war Dichter;Cesare errichtete 1565 die Akademie >1«-.»!' invaIiiii, und mehre legten Galerienvon Gemälden und Antcken an, Giulio Romano eröffnete unter ihnen eine aus-gebreitete Malerschule, und viele berühmte Künstler fanden Unterstützung und Ehre.Auch Frauen aus dieser Familie haben sich in gleicherHinsichtausgezeichnet. BarbaG. beredete ihren Gemahl, Herzog Eberhard von Würtemberg, zur Stiftung derUniversität Tübingen, Isabelle G.,Gemahlin des Herzogs von Urbino , nannteSansovino die Mutter der Wissenschaften; von LucretiaG., der unglücklichenGemahlin von Paolo Mansrone, hat man eine Sammlung Briete (1552, die je-doch Havni dem Hortensto Landi zuschreibt). Unter Denen, die sich durch Einflußauf die Staatsbegebenheiten einen Namen gemacht, zeichnet sich aus Louise Ma-rie, T. Herzogs Karl, vermählt an die Könige von Polen Wladislaus und Kasi-mir , st. 166". Ihre Schwester Anna, Gemahlin des pfälzischen PrinzenEduard, spickte eine Zeit lang am franz. Hofe eine bedeutende Rolle. Lcke starb zuParis 1H84, 68 I. alt, und aus ihrem Nachlaß erschienen die anziehenden „l>16->»«»i>-< <!',1>>I1>'ü>'dun/riguls" (London und Paris 1186).

Gorani (Joseph, Graf v.), ein politischer Schriftsteller, geb. 1140 zuMailand , aus eineralten Familie, von der die Straße, in welcher sie wohnte, denNamen führte. Dieser w ssenschaftlich gebildete Mann gehörte zu einem lirerarischenTlubb, das Taffeehaus genannt, der mit Voltaire, Diderot, d'Alembert und demBaron Holbach in Briefwechsel stand. Er gab u. d. T. ,,I.e u.cklG, eine Zeit-schrift über Gegenstände der bürgerlichen Verwaltung heraus. Der Tlubb ver-sammele sich gewöhnlich bei dem Grafen Derri, dem Vers. der „Römischen Nächte".Mitglieder desselben waren Lambertenghi, der Abbe Paul Frist und der Graf B«c-cana, der hier s.berühmtesWerk „über Verbrechen und Strafen" entwarf. Zos.Baretti bcstritt jene Zeitschrift in einer periodischen Schrift: ,,lru8i!> lc-llei-n i-, '(die Geißel). Der Tlubb vertheidigte späteihin die Sache der franz. Revolution;G. am heftigsten. In den Werken s. reifern Alters über Philosophie, StaatSwirth-schaft und öffentliche Erziehung athmet ein demokratischer Geist. Dieser Art sindauch s. geheimen Memoiren über Italien (äl«-»»»,«» -.«-crel» cl ei nig»«-» s», le»e«n»L ck'tu.lie", 3 Bde., Paris 1193); vorzüglich über Neapel , eine Abhand-lung über den Despotiemus, und f Untersuchung über die Wissenschaft der Regie-rung. Seine Grundsätze über Freiheit und Gleichheit, über die Rechte des Volksund über die Aufhebung der GeburtSunterscheidungen veranlaßten, daß er aus derListe des mailänd. AtelS gestrichen und s. Vermögen eingezogen wurde, wogegenihm die Nationalversammlung den Titel eines franz. Bürgere ertheilte. G. begabsich 1192 nach Frankreich, von hier 1194 nach Genf , wo er um 1822 gestorben ist.

Gordischer Knoten, s. Alexander und GordiuS.

G o r d i u s, ein Landmann, wurde auf den Thron von Phrpgien erhoben.Als nämlich eine Empörung auSgcbrcchen war, und die Bewokner das Orakel we-gen eines neuen Königs befragten, bestimmte dasselbe Denjenigen, der auf d-mRückweg ihnen auf einem Wagen begegnen würde, um den Tempel des Jupiter zu besuchen. Dies war G., welcher aus Dankbarkeit s. Wagen t«m Jupiter weihteund an der Deichsel desselben einen so künstlichen Knoten befestigte, daß das Orakel