766 Gorgonen
demjenigen die Herrschaft der Welt versprach, der ihn auflösen würde. Er bautedie Residenz,?. Gordium. ?lls?llepander nach Gordium kam und die Unmöglich:keit sah, den Knoten aufzulösen, zerhieb er ihn mit dem Schwerte.
Gorgonen, drei Töchter des Phorkys oder GorgoseinesSohnS desTy-phon und der Echidna) und der Cero, welche Euryale, S t h e n o und M e d u sahießen. Die ersten beiden waren unsterblich und mit ewiger Tugend geschmückt;Medusa allein, vorzugsweise die Gorgo (Gvrgone) genannt, gehörte zu den Sterb-lichen. Sie wohnten im äußersten Westen am Ocean, in der Nachbarschaft derNacht und der HeSperiden, nach A. auch auf den gorgadischen Inseln im äthiop.Meere, Sie werden geflügelt und um Haupt und Hüften mitEchlangen gegürtet ab-gebildet. Jeder, den ihr Blick traf, wurde in Stein verwandelt. Perseus erlegte diezüngstevon ihnen, dieMedusa, deren seht ecklichesHauptaufdem SchildederMmcrvafleh befindet. Nach Heyne möchte diese Fabel ein phöniz, Schiffermärchen sein.
G ö r l i tz, Kreisst. im preuß. Regierungsbezirke Liegnitz der Provinz Schle-sien, in der Oberlausitz , gehört zur 3. Milikairabtheilung; liegt am linken Ufer derNeiße , hat 10,300 E. und 1080 H., eine große schöne Hauptkirche mit einer treff-lichen Orgel, beträchtliche Tuchmanufacturcn (jährlich werden an 10,000 StückTuch gefertigt, und die Ausfuhr aller Tücher und Leinwände betrug 1196 gegen280,000 Thlr.), nicht minder Leinwand-, Band-und Ledermanufacturen, auch star-ken Leinwandhandel. Vor dem Nicolaühor istaufeinem Berge, bei der kleinen Kirchezum heil. Kreuz, das heil. Grab, welches Georg Emerich, Bürgermeister der Stadt,nach dem Modelle des heil. Grabes zu Jerusalem , wo er 1400 und 1410 gewesenwar, 1489 erbauen ließ. Emerich starb 150'. G. ist der Sitz der oberlausitzerGesellschaft der Wissenschaften, mit einer Bibliothek und wichtigen Sammlungen.Noch sind die Rathsbibliothek, die des Gymnasiums, dasArchiv, die milde» An-stalten u. s. w. zu bemerken. In der Nähe dieser Vtadt liegt isolirt und kegelför-mig ein 1304 par. Fuß hoher Granit-und Vasallberg, die Landskrone , wel-cher eine treffliche Aussicht gewährt. S. Pros. Büsching's „Alterthümer der StadtGorlitz" (welche schon un 12. Jahrh, vorhanden war) (Görlitz 1825).
Görres (Johann Joseph), geb. zu Koblenz am 25. Januar 1776, Sohneines Kaufmanns, erhielt s. Bildung in dem akadem. Gymnasium s. Vaterstadt,und studirle vorzüglich Geschichte, Geographie und Naturwissenschaften. Auch einsatyrischer Geist entwickelte sich in ihm, und Lehrer wie Mitschüler entgingen deu»-sclben nicht. Der Krieg 1793 sg., in welchem Koblenz bald von dieser, bald vonjener Armee besetzt war, störte G.'S Studien. Wie alle feurige Kopfe, wendeieauch er sich Zur Politik und zu den Ideen, welche die ftanz. Revolution herbeigeführthatten, und die man in Koblenz , dem Hauprvcreinigungspunkle der Emigi lrien1789—92, richtiger beurtheilen konnte als anderwärts. Noch nicht 20 I. alt,zeigte G. Rednerralent in Clubbg und Volksversammlungen. Auch schrieb er ei»Journal: „das röche Blatt", das ganz den Stempel s. politischen Eharakterstrug. Seine feste Unparteilichkeit gegen alle öffentliche Personen, sie mochten ein-geborene oder eingedrungene sein, s. verständiges und zugleich kraftvolles Auftreten,sowie s. Uneigennützigkeu, gewannen ihm alle Herzen. Indeß fand sich der (vorige)Kurfürst von Hessen ,n einem Aufsätze beleidigt; und G.'s Blakt wurde unterdrückt.Es lebte aber u. d. T. „Rübezahl im blauen Gewände" wieder auf, bis es G. selbstausgab. Das linke Rheinufer wurde damals durch oft wechselnde Regierungscom-missairemir vieler Willkür administrirt. So erlaubte sich 1799 der commandirendeGeneral Leval, die Mitglieder der Municipalität ganz willkürlich abzusehen. G.machte ihm an der Sp tze der patriotischen Partei Gegenvorstellungen. Als diesenicht fruchteten, wurde beschlossen, ihre Beschwerden dein VolksrepräseütantenLa-canal in Mainz vorzutragen. Allein Leval ließ G. und die ihn begleitenden Patrio-ten auf der Landstraße anhalten und zurückbringen, ohne daß Man für diese Gewalt-