GörreS
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that Genugthuung hätte erhalten können. Solchen Anmaßungen und überhauptder Ungewißheit, welche über dem politischen Schicksal derRheingegenden schwebte,ein Ende zu machen, wurde von der patriotischen Panel des linken Rheinufers be-schlossen, in Paris die Vereinigung dieser Lande mit Frankreich nachzusuchen. G.ging an der Spitze einer Deputation im Nov. 1199 nach Paris . Sie konnte aber,da eben die Revolution des 18. Brumaire eingetreten war, nicht einmal zu einerAudienz beim ersten Consul gelangen. G. veranlaßte daher ihre Zurückberufungund gab in einer kleinen Schrift: „Resultate meiner Sendung nach Paris ", sei-nen Mitbürgern einen getreuen Bericht darüber. Das öffentliche Leben war ihmjetzt völlig zuwider geworden, und er nahm die Stelle eines Lehrers der Natur-geschichte und Physik bei der Secondairschule in Koblenz an. Die Naturphilo-sophie wurde sein Lieblingsstudium. Zn diese Zeit fallen s. „Aphorismen überOiganologie" (1802); „Organvloqie" (1805), und „Glaube und Wissen"(1800). 1806 ging G. nach Heidelberg , wo er durch seinen geistreichen Vertragviele Zuhörer fand. Er lebte hier mit Brentano, Arnim u. A. und gab sich ganzdem Studium des MiktelalterS hin. Mit beiden gab er die „Einsiedlerzeitung"und die „Deutschen Volksbücher" heraus. 1808 kehrte er nach Koblenz zurück, woman ihm s. Leh, erstelle offen gehalten hatte. Mit Erfolg hatte er in Heidelberg diepersische Sprache studirr, wovon s. „Mythengcschichte der asiatischen Welt" unddas „Heldenbuch tes Zran" den Beweis liefern. Die Wendung der Kriegsbegeben-heiten in Rußland fachte auch bei G. den erloschenen Muth wieder an. Er wurdeMitglied des Tugendbundes, und als am 1. Zan. 1814 die deutschen Armeen überden Rhein gingen, leinte ei dieMännerzumTheilpersönlich kennen, mit deiren er injenem Bunde sich vereint harre. E ne Zeitschrift zur Erweckung des deutschen Sin-nes schien besonders in den Rheingegenden, die durch viele Bande an Frankreich hin-gen, ein großes Bedürfniß. So entstand im Febr. 1814 der „Rheinische Mercur",ein Blatt, wie man es in Deutschland »och nicht gesehen hatte. Dasselbe erhielt durchkraftvolle und eigenthümliche Sprache, durch deutsche patriotische Gesinnung, durchConseguenz der Grundsätze, durch Aufklärung über die wichtigsten Fragen, die Po-litik des Tages und die Zeitgeschichte betreffend, auf die öffentliche Meinung einenso entschiede»--» Einfluß, daß sogar die Franzosen den „Mercur" !-> nie,,,,- pni.--
nannten, und die engl.Tageblätter denselben jedes Mal fast vollständig über-setzt lieferten. G. verstand es nicht öderer verschmähte es, einzulenken, als sichGegenwirkungen Zeigten, die mit dem Geiste des „Rheinischen MercurS" nn Wi-dersprüche standen. Lo wurde das Blatt im Febr. 1816 verboten. Jetzt ging G.mir s. Familie nochmals nach Heidelberg , um die Schätze der alten Zeit, welchevon Rom zurückgekommen waren, zu benutzen. Späte, hin kehrte er nach Koblenz zurück und war bei dcr Hungersnolh 1811 an der Spitze eines Bürgervereins sehrthätig. Der Aufenthalt des Sraatskanzlers in Engers 1818 gab Veranlassungzu der Adresse der Stadt und Landschaft Koblenz vvm 12. Zan., welche die Wünschedes Landes dem Fürsten vortrug. Hierbei ist nachzuholen, daß G. von dem Ge-neralgouverneur des Mittelrheins, ZustuS Grüner, zum Dwecror des öffentlichenUnterrichts in s. Gouvernement ernannt worden war. Hierüber traten späterhinmancherlei Reibungen ein, und der Gehalt blieb unbezahlt, bis der Sraaiskanzleralle Rückstände auszahlen ließ. Jene Adresse von G. aber wurde vorn König nichtgnädig aufgenommen, und G. hätte, wenn Berechnungen der Klugheit in s. Cha-rakter gelegen hätten, als prcuß. Unterihan einen gemäßigiern Ton annehmen sol-len, als es von ihm geschah. Die Ermordung Kotzebne's durch Sand, der AngriffaufIbell durch Löninz, dieBcsorgmß deinagog scher Umtriebe m Deutschland : allediese Umstände und die Gegenwirkungen, welche man von mehr als einer Leite zuerblicken glaubte, hatten eine große Gährung in den Gemüthern hervorgebracht.G. glaubte dabei kein umhäliger Zuschauer sein zu dürfen, und so entstand 1810