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Görz (Georg Heinrich, Freiherr v.)
die Schrift: „Deutschland und die Revolution", die von Scheffer in Paris insFranr. übers. wurde. Sie erregte in Berlin ein solches Mißfallen, daß der Befehleinheilt wurde, den Vers. auf eine Festung zu bringen. Allein G. stoh nach Frank-reich , wo er Schutz fand, insofern er sich, gab man ihm zu verstehen, ruhig verhal-te» würde. Die Artikel, welche bei s. Ankunft in Frankreich über den Umfang unddie Grenzen dieses Schutzes Zwischen G. und den pariser Zeitungen nach ihren ver-schiedenen politischen Farben gewechselt wurden, hatten selbst ein wissenschaftlichesInteresse. G. verweilte, nachdem er sich vergebens erboten hatte, in s. Heimathzurückzukehren, insofern man ihn vor s. natürlichen Richter (die koblenzer Assise mitihren Geschworenen) stellen wolle, in Strasburg , bis der Tod des Herzogst».Berryden franz. Ministern Gewalt gab, verdächtige Personen nach Willkür einsperrenzu können: eure Gewalt, die, der franz. Verfassung zuwider, G. so aufregte, daßernach der Schweiz ging, wo die Bibliotheken von St. Gallen, Schaffhausen undZürich ihm Hülfsmittel für s. historischen Forschungen darboten. 1821 erschienenvon ihm in Stuttgart: „Europa und die Revolution" und „In Sachen der Rhein-provinzen und in eigner Angelegenheit": Schriften, die ihre Bewunderer wie ihreFeinde fanden. Man verbot solche hin und wieder in Deutschland ; was man sichhätte ersparen können, da die mystische Sprache, welche in allen Schriften v. G.herrscht, die meisten Leser abschreckt, sie bis an das Ende zu lesen. Wer nicht alleFächer des tiefsten menschlichen Wissens durchgearbeitet hat und in der Mvthologieder alten und neuen Welt so bekannt ist als der Vers., wird in G's. Schriften, s.an Bildern überschwenglich reichen Sprache wegen, Vieles unverständlich und imGanzen ohne Belehrung finden, wenn er auch «eiten in ihnen sollte bewundernMüssen. Don ultramontanen Ansichten befangen, erkühnte sich G., die „Kirchen-Verbesserung einen zweiten Sündensall" zu nennen! Über s. Schrift: „Die heiligeAllianz und die Völker auf dem Congreß zu Verona ", müssen wir dasselbe Unheilfälle». G. lebte 1827 in Franks, a. M. und schrieb dle,,Standredean den König Lud-wig', ferner „Emanuel Swedenborg , s. Visionen und s. Verhältniß zur Kirche"(Swasb. 1827). In demselben I. ward er als Pros. der allgem. und Lireraturge-schichte bei der neuen Universität in München angestellt.
G ö r z (Georg Heinrich, Areih. v.), aus der alten Familie derer v. Schlitz,genannt v. Görz, Geh.-Rach und Hofmarschall des Herzogs Christian August vonHolstein, kam nach Stralsund zu Karl XII. als dieser aus der Türkei zurückge-kehrt war. Der unternehmende, kenntnißreiche Mann gefiel dem Könige so wohl,daß Karl ihn in seine Staatsdienste nahm, und bald an die Spitze der Geschäftestellte. Je verzweifelter die Lage Schwedens schien, desto umfassender waren G.'SPlane, es zu retten, und desto rastloser s. Thätigkeit. (S.Karl XII. ) SeinStreben war, alle denkbare Hülssguellen zu öffnen und durch thätige Fortsetzungdes Krieges einen erträglichen Frieden zu erhalten. Wer konnte es in der damali-gen Lage tadeln, wenn statt der Münze Münzzeichen gemacht wurden, die einst wie-der eingelöst werden sollten? Friede war G.'s Plan, dies zeigen auch seine Ünter-handlungen mit Rußland , die einem glücklichen Ende nahe waren, als Karl, durchneue Hoffnungen ermuthigt, in Norwegen einbrach. Kaum aber war Karl vorFriedrichshall (11. Dec. 1718) gefallen, als der Haß des Ritterstandes und derThronfolgen» an dem ausländischen Minister Rache nahm. Man verhaftete G.und klagte ihn an, er habe dem König Karl den Senat und alle Collegien verhaßtgemacht, ihn zu verderblichen Unternehmungen verleitet, besonders zu dem unglück-lichen Zuge nach Norwegen , er habe schlechte Münze eingeführt und die ihm anver-trauten Summen übel verwalket. Ohne auf s. Entgegnungen zu achten, ward erverurtheilt und am 28.Febr. 1719 enthauptet. G. verfertigte sich selbst die Grab-schrift: älor- lkgiü, ticken in regeln, ent invrs m«a (des Königs Tod, Treue ge-gen den König, ist mein Tod), und starb mit der Standhaftigkeit eines Helden.