Görz (Johann Eusiach, Graf v ) Goslar 769
Görz (Johann Eustach, Grafv.). Dieser Staatsmann, geb. 1137 in Lerhessische», Normals reichsritterschaftlichen Herrschaft Schliß, hatte mit s. 13. I.das Earolinum zu Braunschweig besucht und später sich zu Lenden und Ltraisburg(hier war Schöpstin s. Lehrer in der Ltaatengeschichte, dem Staasrechte u. s. w.)gebildet. Er wurde in Weimar angestellt, trat aber 1156 als Kammerjunker undRegierungsrath in golhaische Dienste. 1161 folgte er der Einladung der HerzoginAmalia von Weimar, die Erziehung ihrer -Lohne , des nachmaligen GroßherzogSKarl August und Konstantins, zu übernehmen. Nicht ohne Mißtrauen ins.Kräftetrat der 24jährige Jüngling dieses schwierige Geschäft an, das er 14 I. lang mitdem glücklichsten Erfolge fortführte. Er begleitete (.Zöglinge nachIena, nachKarlü-ruhe und nach Paris . Hierauf ward er 1115, 3 Monate vor dem RegierungsantrittKarl Augusts, ehrenvoll mit einer lebenslänglichen Pension entlassen. Er blieb in-deß in Weimar, begleitete den Herzog zu s. Vermählung nach Karlsruhe , ward aufkurze Zeit Oberhofmeister der jungen Herzogin und lebte ohne Amt, als sich ihm1118 eine höhere Laufbahn öffnete. Friedrich >>., der ihn kennen gelernt hatte,wählte ihn zu s. geheimen Geschäftsträger in München und Zweibrücken , um »achdes Kurfürsten von Baiern , Map. Iosphs, Tode 1111, zu verhindern, daß derNachfolgerund dessen Agnaten in die Theilung Baierns einwilligten. Da der Kur-fürst von der Pfalz bereits eingewilligt hatte, wandte sich G. sogleich an den Herzogvon Zweibrücken und hinderte dadurch dessen Beitritt zu dem Vertrage mir Ostreich.Friedrich erhob ihn hierauf zum wirklichen SkaatSininister und Ornudunutr,- <l>- M-pn'Nuttb,'. Kaum war G. „ach Berlin zurückgekehrt, als der König ihn zu s. Ge-sandten am Petersburger Hofe ernannte. In dieser Eigenschaft verlebte er 6 I. inPetersburg, und nurmitMühe erlangte er1185 s. Abberufung. Friedrich II. starb.Um dieselbe Zeit brach.» die Unruhen der Patriotenparkei in Holland aus. G. wardvon Friedrich Wilhelm II. zur Beilegung derselben dahin gesandt, scheiterte jedochin dieser Angelegenheit, wie er vorausgesehen hatte, theils an den entgegenwirkendenRänken des versailler Hofes, theils an dem Ubermuthe der Patrioten, dem eine kräf-tige Sprache entgegenzusetzen ihm ausdrücklich untersagt war. Er blieb nun einJahr ohne Anstellung. Aber im Aug. 1188 ward er zum Reichstagsgesandken inRegensburg ernannt. Diesen Posten bekleidete er mit Auszeichnung bis 1806. Indieser Zeit wohnte er dem rastadier FriedenScongreße und der zur Vollziehung desluneviller Friedens in Regensburg zusammengetretenen außerordentlichen Reichs-deputation bei, wobei er sich um s. Monarchen und einzelne deutsche Fürsten verdient»nachte. Nach dem tilsiter Frieden nahm er s. Abschied und begab sich nach Regens-burg . Hier starb er den 1. Aug. 1821. Schätzbar sind s. „UKuoiro, liiztori,;. cksI.l ix-gpiciuüo» cn 1118" (Frkf. a. M. und Paris 1812); und s. ,IIeui. et aoliz.antluuitch. rrüiliüi o»x ucnpttüiitious gni out prueeelü le z iertllgue elo la l'ologuu^(Weimar 1810), sowie s. „öleuu. ou preoe-i lnrturig. seil la noutnelito .-ereuäe"(Basel 1801). 'Aus s. hinterlassenen Papieren erschienen 1821 fg. bei Eotta: „DesGrafen v. Görz hist. und polit. Denkwürdigkeiten" (2 Thle.).
Goslar, Stadt im Königr. Hanover (Landdrostei Hildesheim ), am nördl.Fuße des Harzes, mit 1280 H. und 5800 E., hat 4 Pfarrkirchen, enge Gassen,unansehnliche Häuser. Lie war (bis 1803) die älteste und einst mächtige freieReichsstadt, kam von Preu-ßen 1801 an Westfalen und 1815 an Hanover . DieReste von dem ehemal. Kaiserhause sind ein Magazin. Das alte Reichsstist Simo-nis und Iukä, für Augnst'ner-Kanoniei, 1010 vonHeinrichlll. gestiftet, ohne archi-tektonischen Werth, ist abgebrochen. Haupinahrungszweige sind: Brauerei, Frucbt-handel und der Bergbau im nahen Rammeksberge (s. t.), der zu ) Hanover und zu s Braunschweig gehört, dessen Communionbergamc ebenfalls in G. s. Sitzhat, und dessen Erze auf derMarienhütte zu Ocker, auf derSophien- u. Iuliushüttebei Langelsheim (m derNahe von G.) und in den beiden Vitriolhütten in der StadtCvnversations-Lepicon. Bd. IV. ^9