Band 
Vierter Band. F bis G.
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Gotha

derlos, und ihre Länder fielen 1683 an Altenburg und Weimar . Hierauf theil-,ten 1610 die 3, von der zahlreichen Nachkommenschaft des Herzogs Johann vonder weimarischen Linie noch übrigen Prinzen, Wilhelm, Albert und Ernst, ihresämmtlichen Länder, und Ernst erhielt denjenigen Theil, in welchem Gotha derHaupkort war. Nach dem Aussterben der altenburgischen Linie in der Persondes jungen Herzogs Friedrich Wilhelm III., 1672, nahm er als nächster Agnatsämmtliche altenburgische Lande in Anspruch, und nöthigte die weimarsscheLinie, welche gleiche Rechte zu haben behauptete, gegen einige Abtretungen zueinem Vergleich. So ward Herzog Ernst I. (s. d.), mit dem Beinamen derFromme, Stifter des gochaischen Gesammthauses. Zwar hatte er verordnet,daß s. Lande nicht getheilt, sondern gemeinschaftlich von s. 7 Söhnen regiertwerden sollten; allein nach s. 1675 erfolgten Tode theilten diese dennoch dasLand, und so entstanden 7 Zweige des gochaischen Gesammthauses: Gotha , Ko-burg, Meiningen , Röinhild, Eisenberg, Htldburghausen und Laalfeld, von denenaber Koburg, Eisenberg und Romhtld in ihren Stiftern ausstarben. Bei dieserTheilung erhielt Herzogs Ei nst ältester -Lohn, Friedrich l., das Fürstenlh. Gotha und den größten Theil von Altenburg . Er war der Stifter des Hauses G. undführte das Recht der Erstgeburt unter s. Nachkommen ein. Nach s. Tode (1691)regierte s. Sohn Friedrich >>., bis 1732, hierauf dessen Sohn Friedrich III. bis1772, der auch unter den Drangsalen des siebenjährigen Krieges den Wohlstands. Landes zu erhalten wußte. Ihm folgte der weise, gerechte und menschenfreund-liche Herzog Ernst !!. (s. d.), bis 1801. Nach diesem s Sohn, Herzog (EmilLeopold) August (s. d.), geb. 1772, gest. 1822. Diesem folgte s. Bruder, HerzogFriedrich I V., geb. 1771, mir welchem am 11. Febr. 1825 die Speciallinie G. er-losch. In Italien hakte er sich bei einem frühern Aufenthalte zur kgthol. Religiongewandt, gab aber gleich nach dem Antritte s. Regierung seinen Unterthaneneine Verstcherungsacte. Das Herzogthum G. gehört zu den wenigen deutschen Ländern, in welchen an der alten ständischen Verfassung nichts geändert wordenist. Nach dem Theilungsvertrage vom 15. Nov. 1826 ist das Herzogthum G.(ohne das Amt Kranichfeld und ohne den bisher gochaischen Antheil an Römhild )an ten Herzog Ernst von S.-Koburg, und das Fürstenlhum Altenburg (ohnedas Amt Kamburg und einige Parcellen) an den Herzog Friedrich von es.-Hild-burghausen, nunmehr Herzog von S.-Altcnburg, gekommen. Im Jahre1829 erhielt das Fmstenihum G. mit Koburg (s.d.) eine gemeinschaftliche Ver-waltung. Es zählt gegenwärtig auf 28 lAM. 86,811 E. — Die Hptst. Gotha (1310 H., 12000 E.) liegt an einer Anhöhe an der Leine, in einer schönen Ge-gend. Das aus dem Gipfel des Berges gelegene Residcnzschloß Friedensteiu hatschöne Gartenanlagen. Das 1821 eröffnete Museuln enthält die 150,000 Bde.starke und an Manuscripten reiche Bibliothek, das Münzcabinet, eins der voll-ständigsten in Europa , nebst einer schönen numismatischen Bibliothek, das orien-talische Museum (von Seezen und Anthing), die Kunst- und Naturalienkam-mer und eine Gemäldegalerie (reich an Kranach's u. a. Bildern der a'tdeut-schen^Schule). Hr. v. Schlotheim ist Oberaufseher. G. hat ein Gymnasium,ein Lchulmeisterseminarium (das älteste in Deutschland ), eine Sonntagsschulefür Gesellen und Lehrlinge; überdies viel Fabricatur und Handel. Bei G.liegt die von Herzog Ernst II. erbaute Sternwarte (der Seebcrg), für welchedieser Fürst ein Capital von 40,000 Thlrn. aussetzte. Dies Institut gehörteunter des Obersten v. Zach und unter des Hrn. v. Lindenau Aufsicht zu denvorzüglichsten in Deutschland . Der 1823 gestiftete Gewerbverein für das Her-zogth. G. veranstaltete 1821 die erste Ausstellung inländischer GewerbSerzeug-nisse. Bei Gotha entdeckte Hofrath Glenke durch Bohrversuche ein Steinsalz-lager 650 Fuß tief, und legte 1828 die Saline Lrnsthalle an.