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übel' die Häupter der Andern emporragt; die Zeit aber ändert sich, und er erscheintdann, was er ist. Nicht also bei G., der nicht bloß von der Zeit empfing, sondernihr auch reichlich gab. Zu Hunderten liegen die Nachahmungen Gölhe'scher Werkeim Grabe der Vergessenheit beisammen, die Muster G.'S aber kennt, liest, bewuiudert man noch heute; die Perioden, in welchen „Götz", „Werther", „Meister"n. a. eigentlich Mode waren, sind vorüber; allein „Geh", „Werther". „Meister"haben dadurch nicht verloren. Beweises genug, daß sie nicht allein durch den zwei-deutigen Reiz der Neuheit entzücken, sondern durch innern tiefen Gehalt, durcheigne Vortrefflichkeit durch Das, was allen gebildeten Zeiten und Völkern gilt.
Liest man G.'S von ihm selbst beschriebenes Lebe», so findet man, daß des Va-ters Liebe für Kunst und Literatur, eine würdige häusliche Umgebung, sowie die Va-terstadt mit ihren Denkmälern und Sehenswürdigkeiten, das rege Leben der jährl.wiederkehrenden Messen, die Pracht von Josephs II. Krönung, anregend und be-geisternd schon auf das Gemüth des Knaben wirkte, der durch schnelles Ergreifen,Verarbeiten und Festhalten sehr bald dem Unterricht, über dessen Art, sowie überdie Masse s. Leclüre man ihn selbst hören muß, entwuchs. Kinderkrankheiten ver-mehrten den Hang des Knaben zum Nachdenken. Dieser brachte ihn auch auf denGedanken, sich dem Gott der Natur auf eine eigne Weife zu nähern, die zwar son-derbar genug, aber nicht eben unpoerisch war. Unter solchen Umständen hatte ersei» X. I. angetreten, als der siebenjähr. Krieg ausbrach, der s. weitere Ausbildungmannigfaltig förderte, besonders als die Franzosen Frankfurt besetzten. Graf vonThorane, Iäeuten->nt .In,!!«! beim frant. Heere in Deutschland , nahm s. Woh-nung ini Hause von G.'S Altern und beschäftigte, als Kunstfreund, die frankfurterMaler und Mekaz von Darmstadt für sich. Da G. diese Männer von f. Jugendan oft in ihren Werkstätten besucht hatte, auch der Graf ihn gern um sich leidenmochte, so war er bei den 'Aufgaben, Herathschlagungen, Bestellungen und Ablie-ferungen gegenwärtig,'und eröffnete auch wol, wenn Skizzen und Entwürfe einge-reicht wurden, seine Meinung. Unter A. verfertigte er einen Aussatz, worin er 12Bilder beschrieb, welche die Geschichte Josephs darstellen sollten; einige davonwurden ausgeführt. Übte er auf diese Weise Kunstsinn und Kunsturthcil, so wares ferner kein geringer Vortheil für ihn, das Französische praktisch zu erlernen undmittelst desselben (da man ein franz. Theater in Frankfurt errichtet hatte) zu einerDramaturgie auf einem Wege zu gelangen, der für ihn ersprießlicher war als jederandre. Endlich kam der Friede heran, und G., der angehende Jüngling, machteimmer schnellere Fortschritte in s. Bildung. Zeichnen, Musik, Untersuchung natür-licher Gegenstände, die Anfangsgründe der Rechtswissenschaft und Lodprachkundebeschäftigten ihn abwechselnd. Zum Behuf der letzter» erfand er einen Roman vonsechs bis sieben Geschwistern, die sich in ebenso vieb n Sprachen Nachricht von ihrenZuständen und Empsindungen mittheilten. Das gebrauchte Zudendcuksch des Jüng-sten führte ihn auf die Erlernung des Hebräischen, worin er eS zwar nicht weitbrachte , das aber den Vortheil hatte, daß, bei aller sonstigen Zerstreuung, seinGeist unds.Gefühle sich in den morgenländischenGegenden dos ersten Buchs Mosisauf einem Punkte vereinigten. Er ging daher bald an ei» Ausmalen biblischer, nurim Umriß angegebener Charaktere und Begebenheiten, und die Geschichte Josephswar sein erstes poetisches Werk. Erfahrung erwarb cr sich theils im Umgänge mitniehren bedeutenden Männern, theils inBesorgung mancher Geschaffte fürs. Vater.Konnte nrn noch irgend Etwas Poesie in das Leben des jungen Dichters bringen,so war es dieMbe, die, wie bei jeder uiiverdorbcnen Zugend eine geistige Wentungnahm. Leider sollte die Rosenzeit dieser unschuldigen Liebe durch Nebenumständeauf eine höchst unangenehme Weise enden; allein der Eindruck derselben hat nichtunbedeutend auf des Dichters Schilderungen der Weiblichkeit gewirkt. Besondersscheint ihm die Gestalt der Geliebten bei Egmont's Klärchen vorgeschwebt zu