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baben. und im „Faust" bat er st, bis auf den Nanten verberrlicht — Gretchen.Den Sturm der eisten L-idenscbaft raubt, ibni Schlaf, Ruh-' und Gesundheit.Eins indes; hatt, er nach s. Genesung doch aewonnen: höhere Selbständigkeit. Mitarößerm Eifer bei eilet, er sich nun aus die Akademie vor. Nach dem Plane s. Va-ters ging er nach Leipzia, wo Gottsched noch lebte, Ernesti aber und Geliert s. Blickevorzüglich auf sieb zogen. Bald war aber hier von einem ^ttudienplan nicht dieRede. Mit der Philosophie hatte er schon früher, da er sich mit der Geschichte der«selben beschäftigte, nicht einig werde» können, jetzt kam es ihm wunderlich vor, daßer die Geistesoperationen, die er von Jugend auf mit der größten Bequemlichkeitverrichtet, so vereinzeln und gleichsam zerstören sollte, um den rechten Gebrauch der-selben einzusehen. Von dem Dinge, von der Welt, von Gott glaubte er ungefährebenso viel zu wissen als der Lehrer selbst. Mit den juridischen Collegien ging esbald eb.'iiso, und er gewann schon damals die Ansicht, die er nachher in einer Scenedes „Faust" so meisterhaft geschildert hak. Selbst die Poesie würde ihm, wegengroßer Widersprüche in den Geschmacksurtheilen, verleidet worden sein, wenn erdiestr anders als mit sich hätte entsagen können. Die damalige literarische Epocheentwickelte sich aus den vorhergehenden durch Widerspruch. Im Theoretischen derPoesie kappte man noch gar sehr im Finstern und hielt sich meist an Nebendinge;im Praktische» sah es schon besser aus, denn der deutsche Frei - und Frohsinn regtesich, und geniale Werke entsprangen. Um sich aus ihrer wässerigen Epoche heraus-zureißen, sahen die Deutschen kein andres Mittel als Bestimmtheit, Präcision undKürze swozu die Muster Englands, welche jetzt statt der französischen galten, nichtwenig beitnigen). G. lernte unter solchen Umständen das Bedeutende des -Lüoffsund das Gedrängte der Behandlung mehr und mehr schätzen, ohne sich jedoch klarmachen zu können, wo jenes zu suchen und wie dieses zu erreichen sei. Bei dergroßen Beschränktheit s. Zustandes aber sah er sich genöthigt, wenn er zu s. Gedich-ten eine wahre Unterlage, Empsindung und Reflexion verlangte, in s. eignen Bu-sen zu greifen. Foderte er zu poetischer Darstellung eine unmittelbare Anschauungdes Gegenstandes, so durfte er nicht aus dem Kreise heraustreten, der ihm em In-teresse einzuflößen geeignet war. lind so begann diejenige Richtung, von der er seingan zes Leben hindurch nicht abweiche» konnte, Dasjenige nämlich, was ihn erfreuteoder quälte, oder sonst beschäftigte, in ein Bild, ein Gedicht zu verwandeln, umsowol s. Begriffe von den äußern Dingen zu berichtigen als sich im Innern deßhalbzu beruhigen. Die Gabe hierzu war Niemandem nöthiger als ihm, den s. Naturimmerfort aus einem Äußersten ins andre warf. Alles, was daher von ihm bekanntgeworden, sind gleichsam nur Bruchstücke einer großen Beichte, welche s. Biogra-phie vollständig macht. In jener Zeit entstand aus solche Weise „Die Laune desVerliebten", an dessen unschuldigem 'Wesen man zugleich den Drang einer siedendenLeidenschaft gewahr wird. Allein früher schon hakte ihn eine bedeutende, drangvolleWelt angesprochen. Bei s. Geschichte mit Gretchen, und an den Folgen derselben,hatte er zeitig in die Irrgänge geblickt, mit welchen die bürgerliche Gesellschaft unter-höhlt ist, Religion, Sitte, Gesetz, Stand, Verhältniße, Gewohnheit, Alles be-herrscht nur die Oberfläche des städtischen Daseins: im Äußern Alles reinlich undanständig genug, im Innern desto müiler. Um sich hierüber Luft zu verschaffen,entwarf er mehre Scha I'iele. „Die Mitschuldigen" sind das einzig fertig gewor-dene. Unter jenen ernsten, für einen jungen Menschen fürchterlichen Erfahrungenentwickelte sich aber in ihm auch ein verwegener Humor, der sich dem Augenblicküberlegen fühlt; nicht allein keine Gefahr scheut, sondern sie vi-'lmehr muthwilligherbeilockt. Stoffe, die einem solchen Humor angemessen gewesen wäre», ergriffund behandelte er jedoch erst später. Immer erschienen ihm die Angelegenheiten desHerzens als die wichtigsten, und er ermüdete nicht, über Flüchtigkeit der Neigun-gen, Wandelbarkeit des menschlichen Wesens, sittliche Sinnlichkeit, und über das