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welche sich durch meisterhafte Darstellung auszeichnen. Unbillig hat mandemWerkeden Dorwurf der Unsittlichkeit gemacht. Eduard soll ja ebenso wenig Muster füruns sein, als ehedem Werther. Fast möchte man sagen, daß sich in G.'s Werkenalle drei Stvle der griech. Plastik zeigen, in der ersten Periode der große, aber harte,in der zweiten der schöne, in der dritten der zierliche. Das schönsteGeschenk, das Ostuns in neuester Zeit gemacht hat, ist s. Biographie. Er zeigt darin ganz s. Offenheit,Wahrheit, Redlichkeit. Viel hat G. auch kür die bildenden Künste, für Schauspiel-kunst, für Naturbeobachtung geleistet. Zu Hinsicht auf bildende Künste und Schau-spielkunst nicht bloß als Schriftsteller, sondern auch ermunternd, befördernd. Wich-tig waren in dieser Hinsicht die weimarischen Kunstausstellungen und das weimarischeTheater unter Ost's Leitung; Pffanzschulen derKunst, wie sie mir beiG.'sMazimenund liberaler Ost'sinnung gedeihen konnle». lind sollte man nicht auch der mannig-faltigen architektonischen und Gartenanlagen in und um Weimar , niü tDessen end-lich gedenken, was durch Weimar von Jena ausging? Vielfach hat G. durch diesAlles, bald selbst ausführend, bald anregend, durch Lehre und Beispiel, auf seine Na-tion gewirkt. Daß er nicht überall das Höchste erreicht und Manches verfehlt ha-be» kann, ist sehr natürlich und kann ihm nicht zum Vorwurf gereichen.
Indem Ost aber fortgefahren, mannigfach die vaterländische Kunst ».Wissen-schaft zu berühren, haben die neuern Schöpfungen i» Beziehung auf seinen eignenGeist, dessen Auffassung und Verständniß noch bei weitem nicht vollendet scheint,uns um so mehr befähigt, manchen tiefern Blick zu wagen, um nach und nach denganzen Mann zu ergründe», da wir in seinen Arbeiten mehr als nur die Früchte derletzten 6 oder st Jahre erhalten haben, weil» auch dieselben erst in dieser Zeit zurReift gekommen sind. Das Zögern des Vers mit ihrer Herausgabe vermehrt dieBerechtigung, das Licht zu benutzen, welches sie auf die frühern Äußerungswcisenseines Geistes zurückwerfen. Der Dichtung und Darstellung gehören unter denneuern Arbeiten an der „Westöstliche Divan" und der l.Bd. des Romans „Wil-helm Meisters Wanderjahre ". Schon diese 2 Bücher enthalten Vieles, was reinbelehrend zu nennen ist. Noch mehr findet sich dessen in den beiden Theilen, welche desDichters Lebenserinneriingen fortsetzen, demnächst auch in einzelnen Gedickten,welche als heitere Unterbrechungen des ernster» VortragS die reinwissenschaftlichenWerke zieren. Der Zweck dieser letzter« Werke ist Kunststudium und Naturstudium.Jenem ist die in kleinern Lieferungen erscheinende Schrift für „Kunst und Alter-thum" gewidmet, die einer frühern, „Rhein und Main" genannt, folgte. Mitder Narurbekrachtung beschäftigen sich die Beiträge „Zur Naturwissenschaft über-haupt, insbesondere zur Morphologie", deren erster Band geschlossen ist. — Nachden vorliegenden Resultaten hat wahrend der letzter» Jahre G.'S wissenschaftlicheThätigkeit über die schaffende und darstellende das Übergewicht gewonnen. Die jetzthervorragenden wissenschaftlichen Werke G.'s sind reich an Ausschlüssen über Ge-genstände des objectiven Wissens und enthalten zugleich Aufklärungen über die tiefeNatur ihres Verfassers. Bemühungen für Dplik und Farbenlehre, für die Erklä-rung der Erscheinungen des Lichts, für Mineralogie, Geognosie und Botanik, fürAnatomie, Phvsiologie und Astronomie, für Wetterkunde und für manche den ge-nannten sich anschließende Gegenstände kündigten allen diesen Wissenschaften eineneue hoffnungsvolle Bahn an. In allen seinen letzter» Werken, den künstlerischenwie den wissenschaftlichen, zeigt sich G. in wachsender Übereinstimmung mit dem Le-ben und mit den Gegenstände» des Wissens. Die Lehrjahre erscheinen als ein Ver-NiittelungSversuch mit dem Leben in seiner Ganzheit, aber nicht als ein unbedingtgelungener Versuch. Wie derDichter noch zweifelt, um souiehr, ze näher er den Re-sultaten der Bildung nickt, so zweifelt auch sein Werk, und das Schönste, was wirvon den Situationen und Ansichten erwanen, wird oft von einer unbezwinglich her-vorbrechenden Ironie verschüttet. Eine Bildung, die Nichts zu bilden findet, die