F84 Golhcnburg Gott
tinopel erzogen, war ein so großer Freund der schönen Künste, daß er die Würd ' ei-nes >-»,»>.-5 »iwniinm rcruin (Kunstgraf, Oberaufseher über die Kunstwerke) er-richtete, der auf die Bildsäulen achte» mußte, daß sie nicht verletzt oder geraubt wür-den, und einem öffentlichen Baumeister die Erhaltung der alten Gebäude auftrug.Nicht nur ließ er zu Rom verschiedene öffentliche Gebäude erneuern, sondern auchandre «tädte mit neuen verzieren. (Vgl. Baukunst.) S. Manso'S „Geschichtedes ostgoihische»Reichs in Italien " (Breslau 1824), und Aschbach's „Geschichteder Westgothen" (Frankfurt a. M. 1821).
Gothenbnrg (Göthaborg, NOOH., 25,000 E.), eine 1607 von KarlIX.angelegte, nach Holland. Art gebaute Eee- und Handelsstadt in Westgothland, andem Ausfluß der Goihelbe in die Nordsee, nach Stockholm die beträchtlichste undwohlhabendste Stadt in ganz Schweden . Hier haben ihren Sitz ein Landeshaupt-mann und Obercommandant, eine Admiralität und Fortüicativnsbrigade, ein Ma-nufactur-und Hallgericht und em Bischof, unter dessen Aufsicht das Gymnasiumnebst seiner wohleingerichteten Bibliothek steht. Bedeutend sind die Manufactnrenvon Segeltuch, Tauwerk, Leder, sowie die Zuckerrafsiuerien; außerdem fabricirtman seidene Zeuche, Strümpfe, Bänder, Cattun , Seife und Taback. Die SchleusevonTrolhätka (Götacanal) erleichtert durch dseFahrr aufder Gothelbe nach demWe-nersee den Verkehr mit dem innern Lande. Über 1200 schweb, u. a. Fahrzeuge be-suchen jahrl. den Hafen, der gut und sicher, aber nur für kleinere Fahrzeuge brauch-bar ist; größere landen in einiger Entfernung. Die 1732 gestiftete vstind. Compa-gnie beschränkt sich meistens auf den Handel mit China . Wichtig ist die Hcrmgs-sischerei. EeitAushören der Continemalsperre hat der Handel in G. abgenommen,und vield engl. und deutsche Handelshäuser haben sich von da hinweggezogen. G.hat mehrmals (zuletzt 1802 und 1804) durch Feuersbrünste sehr gelitten.
Gott und Götter. Unter Gott denkt sich die gereifte Vernunft das ein-zige, nothwendige, von der Welt verschiedene Wesen, dessen unendlicher Verstandund heiliger Wille der Grund von dem Dasein derWelt und ihrer Einrichtung, undvon dem Wü klichwerden des höcbstcnGuteS ist, dessen Erwartung die Vernunft nichtaufgeben kann, ohne mit sich selbst in Widerstreit zu gerathen. So muß Gott ge-dacht werden, wenn der Glaube an ihn die Bedürfnisse der Vernunft befriedige» soll.Als ein nothwendiges, d. h. als ein solches Wesen, welches den Grund seines Da-seins in sich selbst trägt, muß er gedacht weiden, weil nur ein solchesWesen dasDa-sein derWelt erklärbar macht; unendlichen Verstand muß man ihm beilegen, weilnur durch diesen die alle menschliche Einsicht und Fassungskraft übersteigende Welt-einrichtnug begreiflich wird, und heiligen Willen muß man Gott zuschreiben, weilnur unter dieser Voraussetzung von ihm erwartet werden kann, daß er die vernünfti-ge Naturen zu höherer sittlicher Reife führen und Glückseligkeit und Leiden nachMaßgabe der Schuld und des Verdienstes austheilen werde. Die Idee Gottes, desSchöpfers der Welt, des Gesetzgebers der vernünftigen Wesen lind des RegiererS derinenschl. Dinge, ist das Höchste, was die Vernunft erreichen kann, der Grund allerüber das Irdische sich erhebenden Hoffnung und die wirksamste Triebfeder zurPflicht-ersulluug. Das System, welches die Realität dieser Idee anerkennt, heißt Theis-mus oder Deismus , das entgegengesetzte Atheismus; die Lehre Derer, welche,wie Spinoza und einige Philosophen aus der neuesten schule, Gott und Welt fürDasselbe halten, damit aber im Grunde die das Bedürfniß der Vernunft befriedi-gende Idee Gottes aufheben, wirdPantkeismus genannt. D-scartes, Leibnitz ,Wolf, Reimarus und Kant, obgleich Letzterer die vor ihm gewöhnlichen metaphy-sischen Beweise für das Dasein Gottes in ihrer Unzulänglichkeit darstellte, haben sichfür deii Theismus entschieden, und da durch Schelling's Identitätsphilosophie dieIdee eines von der Welt verschiedenen, die Welt mit Weisheit und Güte regie-renden GciteS gefährdet zu sein schien, so hat zuletzt Iacobi in seinem Buche über