Band 
Vierter Band. F bis G.
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785
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Gott

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Gott und die göttlichen Dinge den Theismus, mit Rücksicht auf die abweichende»Dorstellungsarten einiger neuen Philosophen zu vertheidigen gesucht. Die wichtig--sie» Beweise für das Dasein Gottes sind der onrologische, der kosmologische, derphvsikotheologische und der moralische. Der ontologische schließt von der Noth-wendigkeit, ein höchstes und vollkommenes Wesen zu denken, auf dessen wirklichesSein. Er ist von Anselm von Tanterbury, später von Descartes ausgebildet wor-den. Der kosmologische Beweis beruht aufFolgendcm: Alles in dem Gebieteder erkennbaren Wirklichkeit erscheint uns als gegründet und bedingt, d. h. Alles,was vorhanden ist, hat den Grund seines Daseins nicht in sich selbst, sondern ist vonandern früher vorhandene» Ursachen abhängig. Die Vernunft kann sich nichts Be-dingtes ohne eine Bedingung, nichts Gegründetes ohne einen Grund denken, dasGesetz des zureichenden Grundes nölbigt sie, jede Wirkung auf eine Ursache zurück-zuführen. Indem nun die Vernunft von einer Erscheinung zu der andern, voneinem Grunde z» dem andern zurückgeht, gelangt sie zu der Idee eines Urgrundes,welcher gleichsam der Träger aller Dinge sei, zu der Idee eines unbedingten undnothwendigen Wesens, d. h. eines Wesens, welches in keiner Ursache bedingt undgegründet ist, den Grund seines Daseins in sich selbst tragt, und als der letzte Grundaller Erscheinungen, als der Punkt, von welchem alle Rcihefolgen der Erscheinun-gen ausgehen, zu betrachten ist. Leibnitz , Clarke, Wolf führten diese» Beweisaus. Der phosikotheologische Beweis beruht auf der in der Natur wahr-nehmbaren Ordnung und Zweckmäßigkeit. Da nämlich, wo Zweckmäßigkeit wahr-genommen wird, muß man ein Handeln nach Ideen voraussehen und darum an-nehmen, daß der Grund der Welt, weil in ihren Einrichtungen ein weiser Plan und'Absicht sich offenbaren, in einem »ach Ideen, nach Vorstellung von Mitteln undZweck handelnden Wesen einhalten sei. Dergleichen Einrichtungen der Natur, indenen Regelmäßigkeit und Zweckmäßigkeit auf die unverkennbarste Weise sich ankün-digen, sind z. B. die Axebewegungen der Planeten und die dadurch bewirkte Entste-hung des Nichts und der Wärme, der Tages - und der Jahreszeiten, die Kugelformder Erde, ohne welche alles Land um den Äguator überschwemmt, und alles Lond-on den Polen dürre sein würde, das Gleichgewicht der Südsee mit der Nordsee , derfüllen Meeres mit dem atlantischen, des festen Landes der neuen Welt mit dem festenLande der alten Welt, die gleichmäßige Vertheilung der Erde und des Waffe, 6 undandre Einrichtungen des Erdplancten, ferner die wechselseitige Beziehung der geistigen Vermögen des Menschen zu einander, die Harmonie zwischen dem Geistigen undS innlichen s. Wesens und der Bau des menschlichen Leibes, dessen Theile alle mitdem Zwecke der Erhaltung zusammenhängen, die Mittel der naturgemäßen Erhal-tung der Lebenden jeder Gattung, das ziemlich gleiche Verhältniß der Geschlechterund eine Menge andrer Erscheinungen, mit deren Beschreibung sich viele phvsiko-tbeologischc Schriften, unter denen besonders die von Derham, Trembley, Bonnct,ReimaruS und Sander gerühmt werden, sich beschäftigen. Diese und andre Erschei-nungen nun nöthigen denMenschen, dasein er nicht die in der Natur wabrnehmbareOrdnung und Zweckmäßigkeit auf sich selbst beruhen lassen will, einen Welturhebervon unendlicher Macht und Weisheit anmnebmen, da sich, auch bei der Voraus-setzung einer ewigen Materie, doch die Entstehung der Formen der Dinge ohneein Handeln nach Idee» nicht erklären läßt. Die Natur ist der Spiegel und derAbglanz Gottes, und darum führt die Naturbetrachtung den Menschen, der dasVerlangen nach dem Höher» und Göttlichen im Herzen trägt, zu Gott, und wenner aufErscheinungrn trifft, an denen er keine Spuren von Weisheit und Gore ent-deckt, so erwägt er, daß er nur einen kleinen Tbeil des großen Ganzen übe: sihe, daß,wen» das gegenwärtige Leben ein Zustand der Tugendübung sein soll, die vernünfti-gen Wesen in einem Systeme von Kräften sich befinden müssen, welche ihren Nei-gungen entgegenwirke» und Reizungen zur Sünde enthalten, und daß es vcrnünf-Eonversatioilö - Lericon. Bd. IV. 50