Gotlcr
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Gott und s. Regierung erhoben. Indem aber der Polytheismus in der ganzen al-ten Welk herrscble, ward bei einem für unbedeutend gehaltenen, von den gebildetenNat-onen des Alterthums wenig gekannten Volke die allgemeine Verbreitung desvernunftgemäßen Glaubens an Gott und seine Regierung vorbereitet. Zwar dachtensich die Juden, ebenso wie andre Volker der vorchristlichen Zeit, Iehova nur als einvernünfkigsinnlichek Wesen von großer Macht und Hoheit, da sie aber nur einenGott verehrten, so konnten hier die religiösen Vorstellungen weit leichter veredeltund endlich bis zu der, den Bedürsmss'n der gereiften Vernunft genügenden, IdeeGottes ausgebildet werden, und darum war der Monotheismus der Juden, ihrGlaube an Einen Gott, von so großerWichtigkeit, daß es höchst glaublich ist, daßGott selbst für die Erhaltung dieses Glaubens gesorgt habe. Nach einer allmäli-gen, durch mehre Jahrh, fortlaufenden Vorbereitung gelang es dem großen Stifterdes Christenthums, auf den Monotheismus s. Volkes den völlig vernunftgemäßen,alle Bedürfnisse des Verstandes und des Herzens befriedigende» Glauben an Gottund seine Regierung zu gründen, welcher durch dieAuSbreikungderKircheaufeinengroßen Theil des Menschengeschlechts überging. Aus dem Juden- und Christen-,thunie schöpfte Mohammed s., wenn auch nicht vollkommen ,einen, doch weit überdie Vorstellungen der polytheistischen Völker erhabenen religiösen Begriffe, und soward auch durch den Islamismus (s. Mohammed) der Glaube an EinenGott unter einem großen Theile der Menschheit verbreitet. dl.
Götter (Friedrich Wilhelm), geb. 1746 zu Gotha , empfing die sorgfältig-ste Bildung durch Privatlehrer. Der fähige Knabe versuchte sich zuerst in kleinendramatischen Stücken in französischer Sprache, die einen besondern Reiz für ihnhatte. 1783 fg. studirte er zu Gottingen die Rechte. Hier machte er Bekannt-schaft mit dem Schauspieler Eckhof, und errichtete nach dem Weggange der Acker-mann'scheri Gesellschaft ein GesellschaftSiheater. 1766 trat er zu Gotha als zwei-ter Archivar in hcrzogl. Dienste. 1767 ging er als Legationssecretair nachWetzlar,folgte aber im nächsten Jahre der Einladung, zwei junge Edelleute auf die Univer-sität Götlingen zu fuhren. Damals unternahm er mir Boje die Herausgabe des„Götting. Musenalmanachs" und empfahl sich durch verschiedene lyrische Stücke.1769 kehrte er nach Gotha und 1770 auf seinen Posten nach Wehlar zurück, wo erzwei I. blieb, nach welchen er in Gotha bei der geheimen Kanzlei angestellt wurde.InWetzlar fand er nicht nur die Ackermatm'schc Gesellschaft wieder, sondern aucheinen Kreis jungerMänner, die mit ihm an Bildung und Talent wetteiferten; un-ter diesen waren Göthe und der junge Jerusalem . 1774 machte G. eine Gesund-heitsreise nachLyor. Hier lernte er das sranz. Theater, für das er von jeher einegroße Vorliebe gehegt hatte, näher kennen. In den nächsten 12 I. nach s. Rück-kehr entstanden seine vorzüglichsten dramatischen Arbeiten. Lessings, Weiße's u. A.Vorgang, deren Bemühen die deutsche Schaubühne umwandelte, und die trefflicheSchauspielcrgeftllschaft, welche Gotha vor allen Städten Deutschlands damals be-saß, befeuerten s. Liebe für die dramatische Kunst. -Lchou vor Errichtung des Hof-theaters in Gotha hatte er auch h er auf einer Privatbühne s. treffliches Spiel ge-zeigt. Außerdem besaß er das Talent des ImprovisirenS in einem seltenen Gradeund sprach bisweilen mit einer unbeschreiblichen Leichtigkeit in Versen, die zumTheil vortrefflich und vollkommen gerundet aus s. Munde kamen. 1780 verheira-thete sich G. und lebte seitdem, kleine Reisen abgerechnet, beständig in s. Vaterstadt,wo er 1797 im 53. I. s. Lebens starb. Obgleich G. die schöne Literatur der Fran-zosen , Engländer und Italiener kannte, so sagten s. vielleicht etwas überverfe-ner-ten Natur doch am meisten die Werke der erster» zu. Sie waren es, deren geglät-tete Zierlichkeit er sich bis auf das Mechanische der Poesie zu eigen machte. DieStoffe s. Poesien sammelte er auf fremdem Boden, behandelte sie aber in der Aus-führung mit freier Willkür. Er versuchte sich in jeder Gattung der dramatischen
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