Band 
Vierter Band. F bis G.
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788
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788 Götterlchro Gottesdienst

Kunst, im Trauerspiel, Lustspiel, Singspiel und in der Passe. Seine übrigenPoesien, im Fache der Epistel, des Liedes, der Erzählung und Elegie, zeichnen sichdurch den reinen gebildeten Ausdruck zarter und edler Gefühle, schalkhafte Launeund eine gefällige Lebensphilosophie aus. In allen s. Werken zeigt sich glatter alseinen Meister in der Verskunst. Er selbst hat herausgegeben: „Gedichte" (2 Bde.,1787 und 1788); „Singspiele", 1. Ddchn. (1778); „Schauspiele" (1795),und einzelne theatralische Arbeiten, meist Ubersetzunoen. Nach seinem Todeerschien 1802 ein 8. Bd. Gedichte, auch d. T.: „Literarischer Nachlaß u. s.w.", mit des Vers. Biograpkie pon Schlichtegroll .

Gbtterlehre, s. Mythen, Mythologie.

Gatte rspeise, in der Mythologie der Griechen und Römer

ein süßer und balsamischer Saft, der in der seligen Insel desBeeanuS quoll undden Göttern znr Erhaltung der Unsterblichkeit, gewöhnlich als B peise, aber auch alsTrank, der jedoch mit demNektar (s. d.) nicht zu verwechseln ist, und alsSalbediente. Menschen, denen davon mitgetheilt wurde, erhielten dadurch Schönheit,Stärke, Behendigkeit, kun etwas von Göttlichkeit.

Gottesdienst, richtiger Gottes Verehrung genannt, umfaßt alledie Handlungen, welche unmittelbar entweder religiöse Gefühle ausdrücken oderdie Hervorbringung derselben bezwecken. Solche Religionshandlungen aber, welcheentweder durch die Vorschrift eines Religionssttfters, oder durch die Sitte, oderdurch die Übereinkunft einer kirchlichen Gesellschaft eingeführt worden sind und regel-mäßig wiederholt zu werden pflegen, werden gottesdienstliche oder religiöseGebräuche genannt. Der Gottesdienst kann entweder Privatgoktesdienst oderei» öffentlicher sein, und da die Menschen nur zu leicht das Göttliche vergessen, daVereinigung Vieler zu Einem Zwecke das Gemüth stärker ergreift, und viele Reli-gionshantlungen nur da stattfinden können, wo Viele sich versammeln, so hat einzweckmäßig eingerichteter öffentlicher Gottesdienst, wo die Rede des Predigers undder Gesang der Gemeinde das religiöse Gefühl auf eine würdige Weise aussprichtund anregt, auch Musik und bildende Künste das Göttliche darstellen, einen hohenWerth. Die Verschiedenheit der Gottesdienste, mit denen uns die Religionsge-schichle bekanntmacht, hat ihren Grund in der Verschiedenheit der religiösen Vor-stellungen, obgleich aueb die Verschiedenheit in den Charaktere» der Völker, i» ihrenVerfassungen, in den Erzeugnissen ihrer Länder und ihres Kunstfleißes, sowiemanche andre Umstände beigetragen haben, dem Cnltu? jedes Volks ein eigenthüm-liches Gepräge zu geben. Der unvollkommenste, des Namens kaum Werthe Got-tesdienst ist der, welche» sich auf äußere Gegenstände, die als Ursachen des Wohlsund des Wehes betrachtet werden, bezieht, und es drückt dieser Fetischen dienst nurBegehren und Verabscheuen, Furcht und Hoffnung aus, lind kann auf die Sitt-lichkeit gar keinen Einfluß äußern. Eine vollkommnere Art des Gottesdienstes istdie, welche auf menschenähnliche Wesen bezogen wird, und da diesen Göttern, sounvollkommen man sie sich auch vorstellen mag, doch moralische Eigenschaften zuge-schrieben werden, so kann er nicht ohne allenEinfluß auf dieSitie» der Völker blei-ben. Es besteht diese Art des Gottesdienstes hauptsächlich in Hpfern, Reinigungen,Gelübden und Büßungen, und da man sich die Götter meist als unsichtbar zu den-ken pflegt, so wird er zunächst auf dieSvmbole derGöttcr bezogen und ist dabei'mit Bilderdienst verbunden. Der würdigste Gottesdienst aber ist der, welcher sichauf den Glauben an einen allmächtigen und heilige», über alle menschliche Beschrän-kung erhabenen Weltregierer gründet, auf den Glauben an Gott und s. Regierung,welchen das Christenthum in der Welt ausgebreitet hat. Unverkennbar war derGottesdienst der Christen im apostolischen Zeitalter eine sittlich-religiöse Anstalt,ganz darauf berechnet , durch Ermahnung, durch Gebet, den unmittelbaren Aus-druck des zu Gott erhobenen Gefühls in Worten, durch das Vorlesen der heiligen