^1)2 Gottorp Gottsched sIohaiiir Cyrisroph)
sich G. ftüh durch die Vielseitigkeit der Vorlesungen, vorzüglich in der philosophi-schen Facultät, ausgezeichnet; das politische und historische Lnudium hat hier im-mer vorzüglich geblüht. Es verdankt G. diese Richtung zunächst dein Minister v.Münchhausen, dem unsterblichen (Gründer der Universität, dann einzelnen irefflichenMännern, die in gleichem Geiste die Angelegenheiten derUmversität gelenkt haben,wie Brandes. Vater und -Lohn, und der hochverdiente Hevne. Dazu wirkte nochdie hohe Liberalität der Regierung, die nie das echte wissenschaftliche Forschen undStreben beschränkte. Der anständige Ton, der von jeher zu Göllingen in dem wis-senschaftlichen Thun und Treiben herrschte, wirkte aus den Ton unter den Studi-renden zurück, wozu auch wol der Umstand mit beigetragen haben mag, daß hierein Zusanimenfiuß von jungen Männern aus den Hähern Ständen sich fand, wieer nur selten auf andern deutschen Universitäten gefunden wird. Eine vorzüglicheStütze, die, auch abgesehen von den trefflichen Lehrern, in deren Auswahl die ha-növ. Regierung mit der größten Sorgfalt zu Werke gegangen, der Universität einedauernde Blüthe verspricht, besitzt G. den mit köiugl. Freigebigkeit dvtirlen undfortwährend unterhaltene» wissenschaftliche» Anstalten aller Art, worunter der Bi-bliothek der erste Platz gebührt, die unter des sel. Hevne Leitung bereits sich zu einerder ersten von Europa erhob und fortwährend in gleich erfreulichem Wachsthumebegriffen ist. (S. Bibliotheken.) So ist es gekommen, daß die Zahl der^rudirende» zu Göttingen , trotz einzelner zum Theil durch die Zeitumstände her-beigeführten Unterbrechungen, stets beträchtlich war. In dem Sommersemester1825, zählte G. j5t5 Individuen, darunter 80? Ausländer. Unter diesen warenetwa WO Nassauer und 150 Braunschweiger mit begriffen. Im 1.1820 hattesich die Zahl der ^ludirenden vermindert. Vgl. Pütter'S „Götlingische Gelehr-rengeschichte" (bis 1188), von -Laalseld bis 1820 fortges, Brandes'sBeschreibung,1802, und (Wallis ) „Almanach der (Wo, «in August.." (1821 sg.); ferner Reuß's„klcius>>! utus 8uuivi. >'<-». »civil ll. 6uttiug. a. 1751 — 1808" (Gott . 1808, 4,).
Gottorp, s. Holstein.
Gotksched (Johann Christoph), geb. 1700 zu Iuditenkirch bei Königs-berg in Preußen, empfing von s. Vater, Prediger daselbst, den ersten Unterrichtin Sprachen und Wissenschaften und bezog schon 171t die Universität Königs-berg. Seme Neigung zog ihn bald von der Theologie, für welche er bestimmt war,zu dein -Ltudilim derPhilolophie, der schönen Wissenschaften und Sprachen. Erließ bereus hier einige akadem. Abhandlungen philosophischen Inhalts lind Gedichtedrucken, ward 1723 Magister und begab sich, um dem Mililairzwange zu entge-hen, 1724 nach Leipzig , wo ihn der königsberger Magistrat mit einem Stipendiumunterstützte. Hier gewann er die Zuneigung des berühmten Polyhistors, Zoh.Barkh. Menke, der ihm die Erziehung f, Kinder anvertraute. Er hielt Vorlesun-gen über die schönen Wissenschaften und bekämpfte darin den damaligen, durch denLoyenstein'schen Schwulst verderbten Geschmack, wogegen er die Alten und deren ver-meintliche Nachfolger, die Franzosen , anpries. 1728 erwählte ihn die poetische Ge-sellschaft in Leipzig zu ihrem Senior. Schon im folg. I. bildete er dieselbe in dieLeipziger deutsche Gesellschaft um, deren Einfluß auf die deutsche Literatur damalsbedeutend war. In der Folge entsagte G. dieser Gesellschaft und stiftete eine neue,welche sich die Gesellschaft der freien Künste nannte. 1728 gab er den ersten Ent-wurf s. nachher weiter ausgeführten Redekunst, und 1729 zum erstenMal s. „Kri-tische Dichtkunst" heraus. Beide Werke unterscheiden sich Vortheilhaft von denherrschenden Lehrbüchern jenerZeit, insofern sie die Verunstaltung der spräche durchden Gebrauch ausländ. Wörter rügen und dem in der Poesie herrschend gewordenenSchwulst entgegenarbeiten. In demf. I. besuchte G. s. Vaterland, wo er s. nach-herige Gattin kennen lernte. 1730 wurde er außerordentlicher Professor der Phi-losophie und Dichtkunst. Er gab jetzt s. „Beiträge zur kritischen Geschichte der deut-