^94 Götz Götze
Zwar sind ihre Gedichte und ihre Übersetzungen fremder Dichterwerke von gerin-gem Werthe; dagegen aber zeige» ihre noch jetzt anziehenden Briefe sie alszärtliche Tocbter, tugendhafte Gattin, gute Hauofrau, treue Freundin und Ver-traute der Musen.
Götz (Johann NicolauS), Dichter, geb. 1721 zu Worms , studirte 1739fg. Theologie zu Halle. Hier führte ihn die gleiche Neigung mit Uz und Gleimzusammen; mit Erster»? übte er sich in poetischen Arbeiten. 1742 ward erHauslehrer und HauSprediger bei dem Frech. v. Kalckreuth, Commandanteis vonEmden. Zwei I. darauf berief ihn die verwitw. Gräfin v. Strahlenheim zum«Lchloßprediger nach Forbach in Lothringen , und zugleich zum Hofmeister ihrerEnkel. Diese waren Ofstciere bei dem Regimente des frain. Feldmarschalls,Grafen v. Sparre; er befand sich mit ihnen abwechselnd in Saarlouis, Metz und Strasburg, begleitete sie 1746 auf die Rüterakademie nach Luneville undward 1747 Feldprediger bei dem Regimente Roval-Allemand. Hierauf warder Pfarrer zu Hornbach im Zweibrückischen, 1754 Oberpfarrer und Inspectorin Meisenheim, 1761 Pfarrer und Ccnsistoiualajskssor in Winterburg , und end-lich 1766 baden-durlachischer Superintendent der evangelisch-lutherischen Kirchenund Schulen der Ämter Kirchberg, Winterburg ui.d Sprendlingen , als welcherer 1781 starb. Am Vortheilhaftesten zeigt sich G. in dem scherzhaften und em-pfindungsvollen Liede, das sinnliche Freuden und Leiden schildert; auch verdienter Beifall in der Ode, Elegie und Idylle, in der poetischen Erzählung und indem Sinngedichte. Bis auf wenige Ausnahme» empfehlen sich alle durch Fein-heit, Leichtigkeit, Zierlichkeit und sanftes Gefühl. Dem Willen des Dichtersgemäß, ward s. sämmtl. poetischer Nachlaß Ramler übergeben, der ihn u. demTitel „Vermischte Gedichte von I. N. Götz" (Manheim 1785), herausgab, sichaber wabrscheinlich manche Änderungen erlaubte, die wol nicht alle eines gleichenDankes werth sind. S. die kritischen Briefe von Doß über G. und Ramler.
Götze ist jeder Gegenstand göttlicher Verehrung von dem Standpunkte Des-sen aus betrachtet, der diesen Gegenstand einer solchen Verehrung für unwürdighält. So nennen wir, die wir an Einen Gott glauben, Alle, welche nicbt diesenEinen Gott, sondern entweder irgend eine Creatur oder ein Geschöpf der P hantasieanbeten, Götzendiener, und drücken dadurch zugleich die Meinung aus, welchewir von dem Gegenstände ihrer Anbetung haben. Selbst irdische Dinge, wie Gold,Wollust, nennen wir Götzen, wenn sie das höchste Ziel aller Bestrebungen'einesMenschen werden, der ihnen Alles aufopfert, was vernünftige Menschen für dasSchätzenswertheste in sich halten. Im engern Sinne bezeichnet man durch Götzendie Bilder der Götter, welche in den Tempeln aufgestellt, und denen Ehrenbezeigun-gen erwiesen wurde». Daher kann man die Statt-: n der heidnischen Gottheiten,welche in den Sammlungen von Alterthümern und Kunstwerken aufbewahrt wer-den, Götzen nennen, in Rücksicht auf Das, was sie in den Tempeln der Heidenwaren. Der Mensch muß eine hohe Stufe geistiger Bildung erhalten haben, wem?er aufhören soll, sich s. Gott durch Bilder sichtbar zu machen. Ldcho» das eineVerbot: Du sollst dir kein Bild uoch Gleichniß von Gott machen, spricht daher füreine sehr hohe AuSbildungDesien, der es zuerst unternahm, einen Gottesdienst ohneGottesbild bei einem ganzen Volke einzuführen; es war bekanntlich Moses; unddie Geschichte der häufigen Rückfälle s. Volks in die verbotene Bilderonbetung istein Beweis, wie schwer es halten müsse, den Menschen bei einer bloß geistigen Got-tesverehrung fest zu halten. Wie in der Gotttüverehrung überhaupt, so hat sichganz besonders in den Götzenbildern die Beschäftigung, der Charakter, die Bildungder verschiedenen Völker auf das deutlichste ausgedrückt. Don dem roden, nur we-nig behauenen Klotz und Stein, bis zum Jupiter OlympiuS und der Minerva desPhidias , welch eine wunderbare Reihe von Bildern des Göttlichen! Die abscheulich -