Gouda
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Götze (Johann Melchior)
sten, unanständigsten Mißgestalten, die ungeheuersten Zusammensetzungen vonThieren, unk selbst von Thier und Mensch behaupteten ebenso gut ihre Plätze aufden Altären und in den Heiligthümern, als die unübertroffensten Ideale der Phan-tasie und der Kunst. Leicht zu begreifen ist es, wie gebildete Volker ihre Götternicht würdiger im Bilde darstellen zu können glaubten als durch riesenhafte undidealisch schöne Nachahmung der Menschengestalt; desto schwerer aber fällt es, einegenugthuende Erklärung davon zu geben, wie es selbst bei der unvollkommenstenVorstellung von dem Göttlichen möglich gewesen ist, einen würdigen Ausdruck des-selben in Zerrbildern und scheußlichen Schreckgestalten zu finden.
Götze (Johann Melchior), Senior des Ministeriums zu Hamburg , einu. d. N. des Zionswächters zu s. Zeit bekannter Polemiker oder Streittheolog. Erwar zu Halberstatt am 16. Dct. 1117 geb., studiere zu Jena und Halle, ward1711 Adjunct des Ministeriums zu Ascherslcben, 1750 zweiter Prediger an derheil. Geistkirche zu Magdeburg , 1752 Pastor, 1755 Pastor an der Katbarinen-kirche zu Hamburg , 1760 Senior, und starb den 19. Mai 1786. Er hatte aufalle Diejenigen, welche Aufklärung zu befördern suchten, ein wachsames Auge.Basedow, Alberti (ein helldenkeuder College G.'S), Büsching, Göthe (wegen der„Leiden Werthers"), Bahrdt und Seniler waren die vorzüglichsten Gegenstände s.Kampflust. Er hat viel geschrieben, u. A. Predigten und Streitschriften, die mitRecht vergessen sind. Seine Vertheidigung und s. ausführliche „Vertheidigungder ComplutenfischenBibel gegen Wetstein und Seniler" (Hamburg 1765), sowies. „Versuch einer Historie der gedruckten niedersäcbsischeu Bibeln vom I. 1470—>1621" (Halle 1775), Verzeichnis s. Sammlung seltener und merkwürdiger Bi-beln in verschiedenen Sprachen mit kritischen und literarischen Anmerkungen (Halle1777) und die Fortsetzung (1779) beurkunden ihn mdeß, auch nach dem Zeugnisses. Gegner, als einen Mann nicht ohne Kopf und Kenntnisse. Seine Neigung, injeder, von der (einigen abweichenden, theologischen Ansicht Socinianismus (s.So-tt inianer) zu wittern und dagegen zu warnen, gab zu mancher lächerlichen Anek-dote Veranlassung.
Götze (Johann August Ephraim ), der jüngere Bruder des Vorigen, geb. zuHalberstadt den 28. Mai 1731, starb am 27. Juni 1793 als Hofdiaconus derStiftskirche zu O.uedlinburg. In s. frühern Jahren war die Theologie sein Haupt-studium. Bei den Streitigkeiten, welche s Bruder mit den angesehensten Theolo-gen führte, ergriffet keine Partei, sondern forschte selbst der Wahrheit nach lindwarnte s. Bruder vor den Ausbrüchen einer unmäßigen Hitze, schort über 40 I.alt, wurde er durch zufällige Versuche mit dem Mikroskop veranlaßt, sich den natur-historischen Wissenschaften zu ergeben, und er machte darin solche Fortschritte, daßer bald unter die vorzüglichsten Naturhistoriker Deutschlands gezählt wurde. Er warein Mann von seltener Thätigkeit; mit einer glücklichen Beurtheilungskraft verbander ein äußerst treues Gedächtniß und eine ungemeine Lebhaftigkeit des Geistes, beiwelcher es ihm unmöglich ward, einen angefangenen Plan unvollendet zu lassen.Außer einigen gelehrten Werken, vorzüglich über die Eingeweidewürmer, die seinenRuhm bei der Nachwelt sichern, hat er in Volksschriften, die u. d. N. des „Nütz-lichen Allerlei", „Cornelius", „Natur, Menschenleben und Vorsehung" bekanntsind, unstreitig das Meiste dazu beigetragen, daß der Glaube an übernatürliche Er-eignisse und verjährt.' Vorurtheile im Reich der Natur immer mehr vei schwand.
Gouda oder Ter G ouw, Stadt am FlusseGouewe, einem ^sselcanal,in Südholland , hat 1000 H. (darunter die St.-Iohanni?kirche mit den schönstenGlasgemälden) und 12.000 Einw. Der Hauptnahrungszweig derselben, die Ver-fertigung khönerner Tabackspfeifen, beschäftigt noch jetzt 2100 Arbeiter, die jährlichfür 11 Mill. Holland. Gulden (833,333 Thlr.) Waare liefern. Diese Fabricationist ein merkwürdiges Beispiel des ehemaligen GewerbfleißeS der Holländer, indem