Band 
Vierter Band. F bis G.
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Gozzi (Carlo, Graf)

gegen 0!., aber sie waren einem so gewandten, erfindungsreichen, an Witz und Launeunerschöpflichen Gegner nicht gewachsen. Einen gewaltigen Aufruhr erregte G. gNnu, siegst, i,>ll»5,i per l'uuu» hjzextile" (1157), welche er in einer-Sitzungder Granellesch i(s. d.fg.'A.), als deren Wortführer gegen dn> Feinde der Spracb-rcinheit und des Geschmacks er sich ansah, vorgelesen und s. Freunde Farserü zuge-eignet hatte. T ieser ließ sie in Paris drucken und verbreitete sie unerwartet in Ve-nedig . Goldoni trat in einem großen Gedicht in Terzinen dagegen auf, zog sich in-deß dadurch nur neuen Spott von G. zu. Diese Ldlreitigkeiten führten G. auf eineneue Gattung von Lustspielen, die nach Willkür rein phantastisch sein oder sich mitden Pfeilen derLatyre waffne» konnten. Eacchi, der treffliche Harlekin Italiens ,und s. in der >üü!' ausgezeichnete Gesellschaft war durch Goldoni

dem Untergänge nahe gebracht. G. machte ihre Sache zu der seinige» und schriebunentgeltlich für sie. Sein erstes Ltück, das nur eine Al t von Prolog war, hatteim Earneval 1761 einen ausnehmenden Erfolg. Statt aus dem bürgerl. Lebenschöpfte G. s. Stoff aus den Feenmärchen, womit Ammen und Wärterinnen dieKinder zu unterhalte» pflegen, und so benutzte er das Märchen von den 3 Po.ne-ranzen zu einem PrologIhei Eröffnung des Theater^ und zu einer unerschöpflichenQuelle von satyrischen Streichen gegen die Schauspieler, die nur nachbeten können,was ihnen der Autor vorschreibt, und gegen die Auroren, denen Erfindung, Feuerund Genie fehlt, die immer schreiben wollen, aber immer schlecht schreiben u. s. w.Zu dem Ganzen, das durch 3 Acte durchgeführt wurde, machte er nur den Ent-n urf. Auf ähnliche Weise benutzte er das Märchen vom Raben zu einem Lustspielin 5 Acten. Es ist größtentheils ausgeführt und mit ernsthaften, rührenden undselbst pathetischen Scenen gemischt. „Turandot, Prinzessin von Ehina", durchSchiller'sBearbcitung auch aufunsererBühne bekannt, gefiel nicht minder, obgleichsie mehr phantastisch als wunderbar, und das Wunderbare weniger populair und be-lustigend ist. Desto mehr erfüllte der „König Hirsch", der im Jan. 1762 auf dieBuhne kam, alle Bedingungen dieser neuen Gattung, die allerdings durch dasTalent der Schauspieler ungemein gehoben wurde. Noch 6 Feenmärchen (I' u>be)folgten: „die Frau Schlange", „Zobeis" (die er eine ckr^>>>!b, nannte,

und deren Stoff und Styl sich zuweilen bis zum Tragischen erhebt); „Das dunkel-blaue Ungeheuer"; „Die glücklichen Bettler" (I'7-,bu tiuIocnoio.,), deren Schau-platz Samarkand ist. „Das schön grüne Vögelchen" (von allen das kühnste Lust-spiel), und „Der König der Geister". In allen diesen dramarisirten Feenmärchenbrachte G. die sämmtlichen Masken an und ließ ihnen die sreieste Entwickelung. Essind, sagt A. W. Schlegel, Stucke auf den Effect, wenn es je dergleichen gegebenhat, von kecker Anlage, noch mehr phantastisch als romantisch, wiewol G. zuerstunter den iial. Lustspieldichtern Gefühl für Ehre und Liebe zeigt. Die Ausführungist keineswegs künstlerisch ausgebildet, sondern nach Art einer Skizze Angeworfen.Er ist bei aller grillenhaften Kühnheit sehr volksmäßig und folgt dem Geschmack s.Landsleute in robusten Situationen. Die so stark aufgetragene Wunderlichkeit derMaskenrollen diente dem abenteuerlichen Wunderbaren der Feenmärchen vortrefflichzum Gegensatz. Die Willkür der Darstellung ging in dem ernsthaften Theile wieim deigesellien Lcherz gleich weit über die natürliche Wahrheit hinaus. G. hattehierin fast Zufällig einen Fund gethan, dessen tiefere Bedeutung er vielleicht selbstnicht einsah; die prosaischen aus dem Stegreife spielenden Masken bilden einen treff-lichen Gegensatz des poetischen Theils und sind gleichsam ein in die Darstellung selbsthineingelegtes, mehr oder weniger leise angedeutetesEingeständniß der übertreiben-den Einseiligkeit desselben in dem Antheil der Phantasie und Empfindung, wodurchdas Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Aber aller dieser Vorzüge ungeachtethaben G. S Märchen doch nur einen vorübergehenden Eindruck gemacht und keinebleibenden Spuren hinterlassen. In der Gesellschaft Sacchi entstanden Uneinigkei-