Band 
Vierter Band. F bis G.
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Gozzi (Gasparo, Graf)

ten, die G. vergeblich beizulegen suchte. Mehre Mitglieder verließen sie. Eineneue erste Schauspielerin, Signora Ricci, die mehr den Namen als das Talentdazu hatte, trat l 771 in die Gesellschaft und gewann G. dergestalt für sich, daß ersie unter s. besonder» Schutz nahm. Um ihr tragische Rollen, die ihr am Meistenzusagten, zu verschaffen, unternahm G. neue Arbeiten. Er übersetzte den „Fayel"von Arnaud, den „Graf Essep" von Thomas Corneille, den „Gustav Wasa "von Piron, und bearbeitete nach dem Spanischen die „Philosophische Prinzessin",den „Triumph der Freundschaft" („II Oivulwi-o:>ii>i>->>"), „Doris", „Die ent-waffnete Rache", l><»>,u> reixlü-aiiv.-,"), den „Sturz der Donna Elvira",„Das öffentliche Gehennniß", Time» Pardo" ic. Auch hier hat er meist dieital. Maoken eingewebt, ihre Scenen aber unausgeführt gelassen. Das letztge-nannte Stuck kam 1786 auf die Bühne und wurde von ihm, mit einigen an-dern zu verschiedenen Zeiten gearbeiteten, 1791 herausgegeben, nachdem er schon1772 eine AuSg. s. Werke in 8 Bdn. besorgt hatte. Außer s. dramatischenArbeiten enthalt diese Aukg. eine Übersetzung der Satvren des Boileau, ein mo-ralisch-sairrisches Gedicht, betitelt ein romantisches Epos in Okta-

ven, „t., .U.n tG, lü/i,,,.'," betitelt und auch aus dem Sagenkreise Karls des Gr.und s. Ritter gezogen, die „'17, > tau-,", ein Gedicht in Oktave» u. d. T.: „II i„lto.lcU,' >„„>iu!I> <',>i.t,'ll„,,r", eine Einleitung zu den Schriften der Akademie derGranelleschi, verschiedene satyrische und scherzhafte Stücke gegen Chiari und Gol-doni, und endlich Novellen. G. schrieb über sich selbst „Kruioiie ii,ui,!i ,lrll^e!i„ üi t7,i>» ll,>//>", welche durch die Eigenthümlichkeit seines Charakters unds. Darstellung gleich anziehend sind. Er starb in den ersten Z. des 19. Jahrh.

Gozzi (Gasparo, Graf), geb. zu Venedig 1713, der älteste Bruder des Vo-rigen, zeichnete sich ebenfalls in der Literatur aus. Petrarca s Dichtungen machtenauf Gasparo, dessen Charakter sich zum Stillen und Schwärmerischen neigte, einen»»gemeinen Eindruck. Er studirke sie immerwährend, und die Bekanntschaft mit derDichterin Louise Dergalli gab ihm Llloff, sie nachzuahmen. Bald verband er sichfür immer mit dieser poetischen Freundin. Da diese thätige und umsichtige Fraudie finanzielle Zerrüttung der sonst reich gewesenen Familie nicht aufhalten konnte,übernahm Gasparo, von ihr dazu veranlaßt, das Theater Sr.-Angelo, wodurchjedoch neue Verwickelungen herbeigeführt wurden, die am Ende, obschon Mad. G.sich allein mit dem Geschäfte der Direction befaßte, und ihr Gatte sich um nichts be-kümmerte, durch das ewige Rennen und Lausen im Hause und Umherziehen in denverschiedenen Quartieren der Stadt, für ihren Gatten so lästig wurden, daz> er plötz-lich den Entschluß faßte, sich um jeden Preis Ruhe zu verschaffen. Er nahm seinePapiere, miethete sich in aller Stille eine kleine abgelegene Wohnung und vergrubsich daselbst zwischen s. Büchern, von nun an bloß s. Studien lebend. Einige dra-matische Versuche, sowol in der Tragödie als Komödie, fanden nur getheilte» Bei-fall; desto mehr s. moralischen und kritisch en Abhandlungen. G. galt für einen derausgezeichnetsten Kritiker und der reinsten und elegantesten Stylisten Italiens , wiedies z. B. s. Würdigung und Abweisung der sogenannte» „Briefe von Virgil" überDanke, von dem Epjesuiren Bettinelli, beweist. Überhaupt kämpfte er beständiggegen den zu s. Zeit in Italien here »brechenden Ungeschmack, und wies immer aufdie Schriftsteller aus der guten Zeit, einen Dante, Petra, ca, Ariosto u. s. w. hin,weßwegen er auch in die Gesellschaft der Granelleschi aufaeuointüen wurde, die den-selben Zweck theils durch Ernst, theils durch Spoit und Saiyre, öfters auch durchburleske Spielereien und Larzi zu erreichen suchte. Daher gaben sich die geistrei-chen Männer, welche diesen Verein in Venedig bildeten, obigen Namen, der (vonGranelli, einem Provinzialismus) so viel als Schalksnarren oder dgl. bedeutet. Zugleicher Zeit versah G. das Amt eines Censors und Aufsehers über die Buchtrucke-relen in Venedig , und die kleinen Einkünfte, die dies abwarf, reichten eben hin, ihm