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Vierter Band. F bis G.
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Grab

GracchuS

fortzuhelfen. Später trug man ihm von Padua aus ein ehrenvolleres und einträg-licheres Geschäft auf. Die Universität dieser Stadt sollte in allen ihren Theilen einevöllige Reform erfahren, und G. ward ersuche, einen Plan dazu zu entwerfen. Ein(behalt von 600 Dukaten jährlich, so lange die Sache bis zur völligen Ausführungdauerte, und außerdem mehre Gralificalionen, waren der Lohn. G. rettete sichdadurch aus den Verwickelungen, in welche ihn die Theaterspeculakion s. Gattingestürzt hatte, und verlebte einige angenehme ^jahre in Padua , während welcher Zeiter auch s. Frau verlor, die er, trotz dem vielfältig gemachten Kummer, aufrichtig be-trauerte. Zurückgekehrt nach Venedig , wo der Senat, in Betracht seiner Dienste inPadua , ihm den größten Theil seines dortige» Gehaltes ließ, ward er durch Kränk-lichkeit genöthigt, die feuchte Lust dieses Ortes zu meiden; er ging deßhalb wiedernach Padua , wo er sich mit einer alten Freundin, einer Mad. Ccnet, die ihm stets vielSorgfalt erwiese» hatte, aus Dankbarkeit verband. Bald darauf starb er 73 I. alt,26.Dec. 1786. Als Kritiker zeichnete sich G. durch Tiefe und Schärfe des Urtheilssowol wie durch Unparteilichkeit und Bescheidenheit aus. Sein „sliuO i/i,, >l,>Pi -n,-titüii s«»-ii 0, nu»!,', iu> nennen-, <li 1)->,,lo clu," (Venedig 1758, 4.) kannein Muster in dieser Hinsicht genannt werden. Außer andern Schriften hat manauch noch „tftxno in coi>i I> in >>>>«>" (Venedig 1759, 6Bde.) von ihm, die meistaus Übertragungen franz. Trauer- und Lustspiele bestehen. 1'. 0. .

Grab, heiliges, s. Heiliges Grab und Gürlitz.

Grabmal, s. Denkmal.

GracchuS (Tiberius Scmpronius und Casus ), zwei Römer, die, indemsie die Republik erneuen und das Wohl des Volks fest begründen wollten, Anlaß zuden bürgerlichen Unruhen in Rom gaben, deren Opfer sie selbst wurden. TiberiuSSempronius GracchuS , etwa 9 I. alter als s. Bruder, war ein Man» von aroßenTalenten und schätzbaren Eigenschaften. Er sowol als s. Bruder erhielten von ihrertrefflichen Mutter -— früh verloren sie ihren Vater — Cornelia, T. des großen äl-tern Scipio, eine sorgfältige Erziehung; in spätern Jahren hatte griech. Philosophieihren Geist gebildet und veredelt. Ihre Familie gehörte zu den edelsten unk vor-nehmsten Roms. Tiberius hatte sich früher als Krieger ausgezeichnet; unter An-führung s. Schwagers, des sungcrn Scipio, war er bei der Eroberung Karthagosder Erste auf den Mauern der brennenden Statt. Schon als Jüngling wurde erin das Collegium der Augurn aufgenommen: eine Würde, die gewöhnlich nur ver-diente Staatsmänner belohnte. Er ward bierauf Quäflor des ConsülsMancinus,der damals das kleine, aber tapfere und frciheitliebende Volk der Numaminer inSpanien bekriegte. Hier rettete des jungen G. hohes Ansehen, in dein er selbst beidiesen Feinten Roms stand, durch einen Vertrag, der, ohne schimpflich zu sein, denNumantinern ihrellnabhängigkeit zusicherte, viele Bürger; ja sie gaben dem O.uä-stor seine nebst dein Gepäck verlorenen Rechnungen und Papiere mit rübrende» Ach-tungsbezeigungen zurück. Aber der römische Senat vernichtete den Vertrag undbeschloß, um diese Verletzung des Völkerrechts einigermaßen zu rechtfertigen, alleDiejenigen, welche ihn geschloffen halten, den Numantinern auszuliefern; auchward der jüngere Scipio mit einem neuen Heere gegen Numantia abgeschickt. Dasgroße Ansehen jedoch, dessen G. schon damals genoß, rettete ihn von einer so schmäh-lichen Behandlung, und am Ende ward nurMancinuS, den aber die Numantiner»»gekränkt entließen, ausgeliefert. Dieser Vorfall gab seinem politischen Leben diebestimmte Richtung, als Gegner des Senars für das Volk zu handeln. Er bewarbsich um die Würde eines Volkstribunen, die seine Person, während er sie bekleidete,unverletzlich machte, und ihn in den Stand fehle, seine großen Entwürfe zum Bestendes Volks auf gesetzlichem Weae auszuführen. Das tiefe Elend des größer» Tbestsdes souverainen römischen Volks, das er besonders bei s. letzten Reise von der Pro-vinz nach der Hauptstadt bemerkt hatte, führte ihn auf den Gedanken, die Anzahl