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zahlreich, Volkshaufen dasForum, der Senat versammelte sich in dem nahe gelege,nen Tempel der Treue (Fidcö). Vergebens suchte Tiber zu dem tobenden Volks--Hausen zu reden; um anzudeuten, sein Leben sei in Gefahr, zeigte er aufs. Kopf.Sofort schrieen s. Feinde, er habe das Diadem gefedert. Grundlos, fast lächerlichwar diese Anschuldigung; aber was glaubt die Leidenschaft nicht, wenn von demverhaßten Feinte die Rede ist? Scipio Nasica , aus einer der vornehmsten Fa-milien, gewesener Consul, großer Grundbesitzer und daher leidenschaftlicher Aristo-krat, erhob sich, von den Consuln fodernd: „daß sie Gewalt brauchen möchten";und als diese mit weiser Mäßigung es ablehnten, rief er, zur Wuth erhitzt: „Werdie Republik lieb hat, folge mir nach", und verließ mit s. Anhängern in stürmischerEile d'e Curie. Der ganze Haufe, mehrenchcils Senatoren und gewesene Magi-strate, bewaffnete sich mir Stöcken, Keulen und dergl. und that emen Angriff aufdas Volk, das mehr aus Achtung für die hohe Würde dieser Männer als ausFurcht ihnen Platz machte; wenige setzten sich zur Wehr. So entstand ein Hand-gemenge, in welchem Tiber selbst mir 300 seiner Anhänger erschlagen wurde. Abermit diesen! ersten Bürgerbkvte konnte die einmal erregte Gährung unmöglich gefülltwerten. Es bildete sich eine demokratische Partei, als Gegnerin des SenalS, diesich ebenfalls mir schonungsloser Heftigkeit zu verfahren berechtigt hielt. Die kühn-sten Wortführer drängten sich zum Tribunat, mit G.'s ehrwürdigem Namen ihreehrgeizigen Entwürfe bedeckend. So erschütterte der Doltstribun Carbo 2 Jahrenach Tiber '» Tode durch neue Vorschläge die Ruhe des Staais. Ein andrer Dolks-häuptling, Fulvius Flaccus — Carbo trat späterhin wieder zu der aristokratischenPartei über — ward selbst Consul, und würde in diesem hohen Posten große Un-ruhen erregt haben, da er den Bundesgenossen große Versprechungen that, hätteihm nicht der Senat einen Oberbefehl in Gallien gegeben. Auch gab die fort-dauernde, obwol wenig wirksame Ausführung des Sempronischen Gesetzes, das durchTiber s Tod keineswegs aufgehoben war, den Unruhen immer neue Nahrung. Andie Stelle deö ermordeten Tiber war LiciniuS CrassuS , Schwiegervater des CafusG., erwählt; und als dieser starb, bildeten Carbo, Fulvius Flaccus und Cafus G.die zur Ausführung des Gesetzes bestimmte Commission. So hatten sich die Par-teien mit abwechselndem Erfolge bekämpft, als dewjünaere G., lOZahre nach demTode s. Bruders (Z. R. K30), das Tribunat erhielt. Mit vielseitiger» und glänzen-der» Talenten als sein Bruder, verband er eine stürmische, den Zuhörer fortreißendeBeredtsamkeit. Als Tribun erneuerte er zuvörderst das Gesetz seines Bruders; errächte sein Andenken, indem er mehre der heftigsten Gegner desselben aus der Stadtvertrieb. Zugleich sitzte er das Gesetz durch: „daß den Dürftigen in Rom ein Ge-wisses an Getreide monatlich vertheilt werden solle", und durch ein andres Gesetzerleichterte er den Kriegsdienst und sicherte tenSvldaten außer d»m Scld auch Klei-dung. Zugleich ließ er mehre Heerstraßen durch Italien ziehen. Das Volk faßteeinen grenzenlosen Enthusiasmus für s. Liebling, s. Gegner waren geschreckt und be-täubt, so wurde es ihm leicht, die Erneuerung s. Würde für das folgende Jahr zu.erhallen. Sein Versuch, 300 Ritter in den Senat zu bringen, scheiterte, dagegenwurden auf s. Antrag den Senatoren die Gerichte genommen und dem Ritterstandübertragen. So entstand ein neuer politischer Stand im römischen Staate, der,zwischen Senat und Volk in der Mitte stehend, auf die folgende Geschichte denwichtigsten Einfluß gehabt hat. Der Senat griff jetzt zu einem neuen, aber sichernMittel, G. zu stürzen. Ein gewonnener Tribun, LiviuS Drusus , wußte durch nochgrößere Versprechungen das Volk von Cajus abwendig zumachen und sich und demSenate noch größere Popularität zu verschaffen. Daher geschah es, daß G. dasdritte Tribunat nicht erhielt, wogegen einer seiner heftigsten Feinde, OpimiuS, zumConsul erwählt ward. Ein Tumult, in welchem ein Lictor des Consuls erschlagenward, gab dem Senate Gelegenheit, die Consuln zu ermächtigen, mit gewaffneter