Band 
Vierter Band. F bis G.
Seite
806
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lind eine Zeitsecunde 800 Fuß. Auf jede Zeitsecunde, um die man sich in derÜbertragung der Länge irrt, irrt man sich also um 800 Fuß. Bei einer Entfer»nung von 127 Meilen die Zeit bis auf 2 oder 3 Secunden sicher mit Raketen oderBlickfeuern zu übertragen, ist eine in der Astronomie fast unauflösliche Aufgabe, undwährend man bei den Dreiecken auf einem solchen Bogen nur etwa 200 Fuß Unge-wißheit hat, hat man im astronomischen Theile der Messung vielleicht eine Ungewiß-heit von 2000 Fuß. — Die ältern franz. Gradmessungen leitete, im Norden,Maupertuis ; im Süden aber Bouguer. Ausführlichere Notizen über die Grad-messungen gibtDelambre in s. „-6<itrn»n,nie". III. Cap. 36; eine gemeinfaßlicheBeschreib, der Operation aber findet sich in Bode's „Anleit. zur allgem. Kenntnißder Erdkugel^, 2. A., Berl. 1803. S. 159 fg. Den neuesten Beitrag gab der engl.Cap.Edw. Sabine. Er stellte Beobachtungen der Pendellänge an vom 13° S. biszum 80° N. Br. Danach berechnete er die Abplattung des Erdellipsoids zu ,und wenn man die Messungen von Sabine, Kater, und die neuere franz. durch Biot zusammenstellt, so findet man die Abplattung — ,z», S. Sabine's „,Vccou»tnk exporiment» tc> »lelermino tlietiguire nk t>,e !>y mr.in» ok Isto zionclu-

1i»^ vibratin^ »coomli i» cliOoreiit latiluilrz" (Lond. 1825,1.). 1i^.

Graf war im ältesten Deutschland eine Art von Unterrichter, wozu dasVolk, denn dieses wählt« ihn wenigstens bei einigen Stämmen, einen Mann erkor,der in Geschäften grau worden, und daher nach einer gewöhnlichen Meinung Grau,Grave hieß, woraus unser heutiges Grafentstand. (S. Gau.) Andre leiten dasWort Graf von indem das alte gallisch-lateinische Wort ^r.aMiro. von

welchem 6r.asii>ri»,, OieNkr, abstammt, so viel als schreiben bedeutet. Es könntealso Graf (in einigen Handschriften der fränkischen Capitularien 6i uj,l>i>>) aus derSprache der griech. Tolonisten in Gallien entlehnt sein. (Es ist aber unumstößlichgewiß, daß das Wort Graf von dem sächsischen uereka. Einnehmer, und nachherRichter, kommt.) Andre haben behauptet, die Franken hätten Grafen als Nach-ahmung der Römer eingesetzt, wahrscheinlich weil Graf im Latein, eniues (Beglei-ter) heißt. Hadrian hatte stets einige Senatoren um sich, die mit ihni umherrei-flen; dies Gefolge hieß 6oniit.il u« Ow-oiir, die vornehmsten darunter 6v>niio5.Aus ihnen besetzte der Kaiser verschiedene Stellen an seinem Hofe und schickte sie alsStatthalter in Provinzen und Städte. Allein die deutschen Grafen sind älter alsdie konnte.-!. Ehe die Franken die herrschende Nation wurden, hatte Deutschland schon seine Grafen, bei den Franken erhielten sie nur eine etwas veränderte Bestim-mung. Nicht mehr von dem Volke, sondern, wie die Herzoge, von den Königeneingesetzt, wurden sie Richter über die Gaue und übten Regierungsrechte, nicht ineignem, sondern in des Königs Nomen . Sie waren königl. Beaime, und mansieht aus der ihnen gegebenen Anweisung, die uns Markulf aufbewahrt hat, daß ihrAmt in Verwaltung der. Iustiz, Polizei und königl. Gefalle bestand. Die Graf-schaften waren demnach Ämter und wurden deßhalb auch nicht nach einem Ort oderBezirk, sondern von dem Namen der Grafen selbst benannt, z. B. die Grafschaftdes Maracher u. s. w. Nach den Zeiten der Karolinger blieben Amt und Namen,man fing aber an, verschiedene Classen derselben zu unterscheiden. Vorzüglich zeich-neten sich aus diePfalzgrafen (von Pfalz , Hof), also Hofrichter, bei denen jederRechtshandel, ehe er vor den König kommen konnte, angebracht werden mußte, umzu sehen, ob es nothwendig sei, daß derKönig darüber entscheide; Markgrafen,Grenzvorsteher (von Mark, Grenze); Landgrafen (später als die vorigen, kom-men erst im 11. Jahrh, vor) im Gegensatz der vorigen, Beamte des Znnenlandeg,wo kein Herzog war; Burggrafen , die nur über eine Burg und das zugehörigeGebiet gesetzt waren. Außerdem kommen aber noch vor: Zentgrafen, wahr-scheinlich von der Zahl 100 (erntum), weil sie, die selbst unter den Grafen standen,anfänglich (denn späterhin waren sie bedeutender) über so viele Personen gesetzt iva-